Starbulls beenden endlich ihren Auswärtsfluch: Nach sechs Niederlagen 7:4-Erfolg in Lindau

Zweifacher Torschütze für die Starbulls in Lindau: Dominik Daxlberger (Zweiter von links). Rechts Lindaus Keeper Micahel Böhm. Flemming
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Zweifacher Torschütze für die Starbulls in Lindau: Dominik Daxlberger (Zweiter von links). Rechts Lindaus Keeper Micahel Böhm. Flemming

Endlich haben die Rosenheimer Eishockeyspieler ihren Auswärtsfluch in der Meisterrunde der Oberliga Süd beendet. Mit 7:4 gewannen die Starbulls in Lindau. Doppeltorschützen waren Dominik Daxlberger und Jake Smith.

Lindau – Lange hat es am Freitagabend im Spiel der Starbulls Rosenheim bei den EV Lindau Islanders ganz danach ausgesehen, als ob die Oberbayern ihre siebte Auswärtspleite in Folge kassieren würden. Noch kein einziges Spiel auf fremden Eis konnte die Mannschaft von Headcoach John Sicinski bis dato während der Meisterrunde für sich entscheiden. Doch dank eines beherzten Endspurts im Schlussdrittel entführten die Rosenheimer mit einem 7:4 (1:1, 3:2, 3:1)-Erfolg die Punkte vom Bodensee und gehen mit großer Zuversicht in ihr Sonntagsspiel zu Hause gegen die Selber Wölfe (17 Uhr). „Ich bin froh, dass wir den Auswärtsfluch jetzt endlich beendet haben“, sagte Sicinski nach dem Spiel bei der Pressekonferenz.

Hohes Tempo von Beginn an

Von Anfang an gingen beide Kontrahenten vor rund 550 Zuschauern in der Lindauer Eissportarena hohes Tempo. Die Starbulls, die auf eine ganze Reihe von verletzten oder erkrankten Stammspielern verzichten mussten, erwischten den besseren Start und schnürten die Lindauer oftmals in ihr eigenes Drittel ein. Lediglich zwei Unachtsamkeiten beherrschten den Gastgebern in den ersten zehn Minuten zwei Minichancen. Als EVL-Kontingentmann Brent Norris beinahe die Abwehrreihe ausgespielt hätte, klärte Jake Smith in höchster Not und schob die Scheibe blitzschnell nach vorne zu Alexander Höller, der quer auf Dominik Daxlberger legte. Und der hämmerte den Puck zur 1:0-Führung ein (9.)

Schneller Rückstand zu Beginn des 2. Drittels

Danach fingen sich die Islanders wieder, begünstigt durch unverständliche Undiszipliniertheiten in den Reihen der Starbulls-Spieler. Kurz vor der ersten Drittelpause stand Rosenheim, bedingt durch zwei überflüssige Strafen von Daxlberger und Tobias Draxinger, in doppelter Unterzahl unter Beschuss. Brent Norris ließ sich die Chance nicht entgehen und netzte den Bandenkracher von Dominik Ochmann locker ein (18.). Und es sollte noch besser für Lindau kommen: Keine 21 Sekunden waren nach dem ersten Bully vorüber, als Ludwig Nirschl, fein bedient von Sofiene Bräuner, vor Starbulls-Goalie Andreas Mechekl aufkreuzte und zum 2:1 vollendet.

Dass auch die Oberbayern ihr Überzahlspiel effektiv zu nutzen wissen, demonstrierte kurze Zeit später -Smith, der nach nicht einmal einer halben Minute auf 2:2 stellte. Dagegen hatte Nirschl etwas und besorgte postwendend die erneute Führung der Islanders. Was folgte, war kein überzeugendes Offensivspiel. Dafür klappte das schnelle Umschalten auf die Offensive umso besser. Herrlich, wie Dmitrij Litesov im Doppelpass mit Simon Heidenreich EVL-Goalie Boehm austanzte und zum erneuten Ausgleich (3:3, 36.) abschloss.

Schlüsselszene Sekunden vor Ende des zweiten Drittels

Die Schlüsselszene spielte sich in der Schlussminute vor der zweiten Drittelpause ab, nachdem es die Lindauer versäumten, aus mehreren Überzahlsituationen Kapital zu schlagen. EVL-Verteidiger Ochmann musste wegen Stockschlags die Strafbank drücken. Keine 16 Sekunden waren vorüber, da hämmerte Matthias Bergmann – Sekunden vor der Pausensirene – den Puck ins Gehäuse der Islanders. Ein Doppelschlag durch Joshua Mitchell und Daxlberger in der 49. Minute brachte die Starbulls vorentscheidend auf die Siegerstraße. Nachdem Ochmann nochmals verkürzen konnte, machte Smith mit dem 7:4 in der Schlussminute alles klar.

„Ziehe den Hut vor meinem Team“

„Ich bin wirklich zufrieden mit dem Kampf meiner Mannschaft. Wer zehnmal in Unterzahl spielt, viermal davon 3 gegen 5, und trotzdem mit 7:4 gewinnt, vor dem ziehe ich den Hut“, sagte ein sichtlich erleichterter Starbulls-Headcoach John Sicinski nach Spielschluss.

Die Spielstatistik

EV Lindau Islanders - Starbulls Rosenheim 4:7 (1:1, 2:3, 1:3). Tore: 0:1 (8:57) Daxlberger (Höller, Smith), 1:1 (17:36) Norris (Klingler, Ochmann - PP2), 2:1 (20:18) Nirschl (Bräuner, Kranjc - PP1), 2:2 (24:46) Smith (Vollmayer, Bergmann - PP1), 3:2 (27:44) Nirschl (Bräuner, Norris), 3:3 (35:02) Litesov (Heidenreich, Baindl), 3:4 (39:56) Bergmann (Smith, Mitchell - PP1), 3:5 (48:24) Mitchell (Daxlberger, Linden), 3:6 (48:43) Daxlberger (Mitchell, Vollmayer), 4:6 (54:58) Ochmann (Farny, Norris - PP2), 4:7 (59:23) Smith;

Strafminuten: Lindau 4, Rosenheim 18 plus 2+2 Bergmann;

Hauptschiedsrichter: Kohlmüller.

Zuschauer: 549.

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