Sechs Punkte für Rosenheim

Standard seit dem Abstieg 2017 – Starbulls-Eishockeyspieler starten mit zwei Siegen

So jubelte Starbulls-Stürmer Kyle Gibbons über sein erstes Pflichtspieltor für die Rosenheimer.
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So jubelte Starbulls-Stürmer Kyle Gibbons über sein erstes Pflichtspieltor für die Rosenheimer.
  • vonManfred Eder
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Endlich, mit gut fünf Wochen Verzögerung und nach acht Monaten punktspielloser Zeit, startete an diesem Wochenende die Saison in Oberliga und DEL2. Und auch wenn die Umstände in dieser Spielzeit 2020/21 doch ziemlich ungewöhnlich sind: Die Starbulls Rosenheim starteten wie gewöhnlich, nämlich mit zwei Siegen.

RosenheimZwei Starbulls-Siege zum Saisonauftakt – dies ist Standardprozedur seit dem Abstieg 2017, auch wenn der Auswärtssieg in Garmisch im Vorjahr erst im Penalty-Schießen gesichert wurde und somit die Weste mit einem Minuspunkt nicht mehr „porentief rein“ war. Auch die Torausbeute ist geradezu kurios konstant: In den letzten drei Spielzeiten schossen die Rosenheimer jeweils exakt zehn Treffer in den ersten beiden Spielen, und auch 2017 war es nur einer weniger.

Sebastian Stanik fast der jüngste Auftakttorschütze

Eins ist anders aber als letzte Saison. Während 2019 mit Daniel Bucheli ein Routinier, der inzwischen seine aktive Karriere beendet hat, den Bann brach, machte diesmal den Auftakt einer der ganz Jungen: Sebastian Stanik wurde beinahe der jüngste Auftaktschütze seit Rosenheims Rückkehr aus den Landesverbänden im Jahre 2004. Ihm fehlten noch sechs Tage zum neunzehnten Geburtstag, Thomas Reichel dagegen, der Auftaktschütze 2017, war mit achtzehn Jahren, fünf Monaten und acht Tagen noch etwas jünger. Der einzige weitere Nicht-Routinier oder -Legionär als erster Torschütze war Leopold Tausch, der 2014/15 den ersten Zweitliga-Saisontreffer für sein Team erzielte.

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Zehn der 19 Spieler waren jünger als 22 Jahre

Was besonders positiv stimmt: Zehn der 19 Spieler (inclusive Torhüter), die am ersten Saison-Wochenende für die Starbulls auf dem Eis standen, waren jünger als 22 Jahre. Und von diesen zehn gelang es immerhin bereits der Hälfte, nicht nur mitzuspielen, sondern sich auch noch in die Scorerliste einzutragen: Stanik und Neuzugang Tobias Meier, die sowohl als Torschützen als auch als Vorbereiter glänzten, Enrico Henriquez, der mit drei Treffern seinen Torriecher aus den Testspielen auch in die Punktspiele mitnahm, sowie Kevin Slezak (zwei Assists) und Florian Maierhofer, der mit einem Traumpass zu einem der Henriquez-Tore glänzte. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass zum Auftakt keiner der beiden neuen Legionäre einen Scorerpunkt beisteuerte; am Sonntag holten Kyle Gibbons mit einem „Doppelpack“ und Curtis Leinweber mit einem Tor und einem Assist dies nach.

Höchstadt ist statistisch der Lieblingsgegner

Natürlich könnte man einwenden, dass es „nur“ gegen Höchstadt und Weiden ging, also eher Mannschaften der unteren Tabellenregion, aber gerade die Weidener zeigten am Sonntag beim 2:0-Sieg in Deggendorf (!), dass Siege gegen sie keine Selbstverständlichkeit sind. Und Höchstadt, statistisch der Lieblingsgegner der Starbulls (inzwischen neun Spiele, neun Siege, ein einziger Minuspunkt) startete am Freitag erstmals mit einem Sieg (4:3 gegen Lindau) in die Oberliga-Saison.

Beim Blick über den Tellerrand findet man schon ein paar überraschende, wenn nicht gar spektakuläre Ergebnisse. Da waren zum Beispiel die Heimniederlagen der beiden Favoriten Selb (gegen Regensburg) und Deggendorf (gegen Weiden).

Die „R“-Teams stehen an der Tabellenspitze

Besonders kurios agierte Aufsteiger Landsberg: Zuhause völlig überfordert (0:4) gegen den ersten Tabellenführer Füssen, dann mit einem spektakulären 7:1-Sieg in Lindau. Die Lindauer stehen gemeinsam mit Peiting, das mit 3:8 gegen Riessersee ebenso in eigener Halle unterging, als einzige punktlose nicht spielfreie Teams am Tabellenende, während die Tabellenspitze nach diesem Auftaktwochenende eine Angelegenheit der „R-Teams“ ist. Riessersee, Rosenheim und Regensburg belegen derzeit die „Stockerl-Plätze“, wobei die Starbulls (gemeinsam mit Füssen) mit 1,5 Toren pro Spiel bisher die stabilste Defensive aufzuweisen haben, während die Garmischer mit im Schnitt 6,5 Toren die meiste Offensiv-Power aufs Eis brachten.

Landsberg mit dem aktuell besten Powerplay

Eine kuriose Momentaufnahme: Rosenheim und Riessersee zeigten mit 25 bzw. 20 Prozent Erfolg schon ein ganz passables Überzahlspiel, werden aber momentan noch von den Landsbergern übertroffen, die mit drei Powerplay-Toren in elf Gelegenheiten sogar bei 27,3 Prozent liegen. Die Starbulls sind auch neben Füssen und Weiden das einzige noch nicht spielfreie Team, das bisher noch kein gegnerisches Powerplay-Tor zugelassen hat – allerdings waren siw bei vier Strafzeitennur knapp sechseinhalb Minuten in Unterzahl.

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