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In Wimbledon öffentlich gemacht

Spiel, Satz und Sieg für die Liebe: Ex-Starbulls-Kapitän Baindl und Tennis-Star sind ein Paar

Perfekt getroffen: Michael Baindl und die Rückhand.
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Perfekt getroffen: Michael Baindl und die Rückhand.
  • VonKarlheinz Kas
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Es sind die schönsten Geschichten, die nur der Sport schreibt: Michael Baindl (34), in den letzten drei Jahren Vorbild und Kapitän beim Eishockey-Oberligisten Starbulls Rosenheim, und Tennisprofi Kateryna Kozlova (27) aus der Ukraine sind ein Paar. Das gaben die beiden jetzt auf Journalisten-Anfrage am Rande des weltgrößten Rasenturniers in Wimbledon bekannt.

Rosenheim/Wimbledon – „Ja, wir sind ein Paar“, bestätigt der ehemaligen Starbulls-Kapitän Michael Baindl, der kürzlich seine Zelte in Sachen Eishockey als Trainer beim Bayernligisten TEV Miesbach aufgeschlagen hat. Am Rande des weltgrößten Rasenturniers in Wimbledon gab Baindl seine Beziehung mit Tennisprofi Kateryna Kozlova aus der Ukraine bekannt.

Über Tenniscoach Christopher Kas zusammengefunden

Zusammengefunden haben Baindl und Kozlova über Christopher Kas aus Kolbermoor. Der ehemalige Doppel-Weltklassespieler hat nach seiner aktiven Zeit eine Trainer-Laufbahn auf der Tennistour eingeschlagen. Nach Sabine Lisicki, Mona Barthel und Peter Gojowczyk hat der 41-Jährige vor gut einem Jahr Kozlova übernommen. Und da zum Tennis bekanntlich nicht nur Aufschlag, Volley, Vor- und Rückhand gehören, sondern auch die körperliche Fitness eine ganz entscheidende Rolle spielt, wurde – wie schon bei Barthel und Gojowczyk – Baindl ins Team geholt. Kas und Baindl sind seit Jahren befreundet und arbeiten gerade im Fitnessbereich optimal zusammen. „Dino (Baindls Spitzname, d. Red.) hat einen Bachelor als Athletik- und Fitnesstrainer, er ist auf diesem Gebiet ein absoluter Spitzenmann“, urteilt Christopher Kas, der auch seinen Sohn Rafael (10) zu ihm ins Training schickt.

Vor neun Monaten wurde Baindl Fitness-Coach bei Kozlova

Vor neun Monaten hat Baindl parallel zum Eishockey in Rosenheim seinen Job in Sachen Tennis-Fitness bei Kozlova angetreten. Ob im Freien oder in der Halle, alle Türen waren trotz Lockdown in Pandemie-Zeiten geöffnet, weil Kozlova Profi ist und ihren Beruf, wie ihre Kolleginnen auch, ausüben durfte. Und weil das Turnier-Programm im letzten Jahr doch deutlich zusammengestrichen wurde, standen Trainingseinheiten ganz oben. Immer wieder kamen Baindl und Kozlova zusammen. „Wir konnten nicht gleich voll loslegen, Katya hatte eine langwierige Verletzung, wir mussten etwas langsamer und vorsichtiger beginnen“, sagt Baindl, der seine Athletin dann aber pünktlich zu den French Open in Paris fit bekommen hat.

Kateryna Kozlova aus der Ukraine ist stanmd schon unter den Top 100 in der Weltrangliste.

Schon mal auf Rang 62 der Tennis-Welt

Kateryna Kozlova, in Nikolayev in der Ukraine geboren, steht aktuell jenseits der 100 in der Weltrangliste, war aber schon einmal die Nummer 62. Das war im Februar 2018. „Dort wollen wir wieder hin, darauf ist der ganze Trainings- und Spielplan ausgerichtet“, sagen Michael Baindl und seine Freundin unisono. Seit 2009 ist Kozlova auf der Tour und hat über 500 Matches bestritten. Bilanz: 320 Siege und 220 Niederlagen. Während sie auf einen Turniersieg auf der WTA-Tour noch wartet, gelang ihr bereits ein Sieg auf der Challenger-Tour, dazu gewann sie fünf ITF-Turniere.

Bei den Grand Slam-Turnieren ist sie Stammgast, spielte vier Mal bei den Australian Open, drei Mal bei den French Open, stand nach 2016, 2018 und 2019 jetzt zum vierten Mal im Hauptfeld in Wimbledon und war zwei Mal bei den US Open. Obwohl sie nur selten Doppel spielt, hat sie auch hier eine gute Bilanz von 119:76 Siegen. Sie gewann 13 ITF-Doppel-Turniere.

2014 erstmals die Top 100 der Weltrangliste erreicht

Steil bergauf ging es mit der Ukrainerin ab 2014. Da gewann sie das ITF-Turnier in Versmold und erreichte im Jahr darauf nach einem Erstrundensieg in Dubai erstmals die Top 100 der Weltrangliste. Im Jahr 2016 stand sie erstmals bei einem WTA-Turnier im Halbfinale. Das war in Istanbul. Erstmals gehörte sie am Ende eines Jahres auch zu den Top 100. Der bislang größte Erfolg gelang 2017 auf der WTA-Challenger Series mit dem Sieg beim Turnier in Dalian.

Im Finale besiegte sie die ehemalige Weltranglisten-Zweite Wera Swonarjowa. Anfang 2018 stand Kozlova bei den Taiwan Open erstmals in einem WTA-Endspiel. Sie unterlag hier Timea Babos in zwei Sätzen. Ihren größten Sieg feierte sie bei den French Open 2018 in Runde eins, als sie Titelverteidigerin Jelena Ostapenko ausschaltete. Ende 2019 stand Kozlova zum vierten Mal in Folge unter den Top 100, nicht zuletzt weil sie bei den großen Turnieren in Indian Wells und Madrid jeweils die dritte Runde erreicht hatte.

Für die Ukraine im Fed-Cup am Start

Für die Ukraine war Kozlova erstmals 2015 am Start. In den Fed-Cup-Begegnungen gegen Bulgarien und Liechtenstein konnte sie beide Einzel gewinnen. Seitdem hat sie für ihr Land sieben Matches in Einzel und Doppel bestritten, von denen sie vier gewann. Ziel ist es, auch wieder für die Ukraine aufzuschlagen, was aktuell aber eher etwas schwierig ist, denn mit Elina Switolina, Dajana Jastermska, Marta Kostjuk, Katarina Sawazka und Anhelina Kalinina stehen fünf Damen in der Weltrangliste vor ihr.

Baindl in der dritten Herrenmannschaft eine feste Größe

Michael Baindl, geboren in Wolfratshausen, kann auf eine 15-jährige Profikarriere blicken und war zuletzt fünf Jahre bei den Starbulls. Seine Laufbahn begann beim EC Bad Tölz, über die Straubing Tigers, Starbulls Rosenheim (2011 bis 2013), den EC Peiting und ESV Kaufbeuren kam er 2016 nach Rosenheim zurück. Baindl war U18-Nationalspieler und darf wahrlich auf eine außergewöhnliche Karriere blicken. Der aus Gelting stammende Stürmer kann in seiner Vita auch auf ein Gastspiel in der DEL in Straubing verweisen. Dass er mit 34 seine aktive Karriere beendet hat, hängt auch mit der Pandemie zusammen. „Ich habe schon seit ein, zwei Jahren mit dem Gedanken gespielt, Corona hat es dann etwas leichter gemacht“, sagt der Neu-Miesbacher, für den es ein Abschiedsspiel geben wird. Ob das in Rosenheim oder in Miesbach stattfinden wird, ist noch unklar.

Klar ist aber, dass sich Baindl in der Sportart seiner Freundin weiterentwickeln will. Seit drei Jahren spielt er Tennis, heuer erstmals beim TSV 1860 Rosenheim und ist in der dritten Herren-Mannschaft eine feste Größe. „Mit Katya schlage ich natürlich auch hin und wieder ein paar Bälle“, gesteht Baindl, der wenn immer es die Zeit zulässt, auch bei den Trainingseinheiten auf dem Platz dabei ist. Bei Turnieren ist er so oft dabei, wie es nur geht. So zuletzt auch in Wimbledon. Zusammen mit Christopher Kas war „Dino“ Baindl nach London nachgeflogen, nachdem Kozlova schon seit Wochen in England auf Rasen gespielt und trainiert hat. Die Auslosung in Wimbledon meinte es nicht gut mit der Ukrainerin: Sie traf in Runde eins auf die ehemalige Weltranglisten-Erste Victoria Azarenka aus Weißrussland und musste sich in zwei Sätzen geschlagen geben.

Familienerweiterung noch nicht geplant

Das Wichtigste ist aber die Liebe. Wann immer es passt, sind Michael Baindl und Kateryna Kozlova beisammen, egal ob beim Training oder privat. Und auf die Frage nach der Familienerweiterung lachen beide. „Wir sind jetzt erst seit neun Monaten ein Paar. Da muss sich erst einmal alles einspielen“, heißt es bei den beiden, die sich auf englisch unterhalten. Aber: Michael lernt mit ihr fleißig deutsch, beziehungsweise bairisch – und Kozlova, die mit ihrem Sport schon die ganze Welt gesehen hat, macht das sichtlich Spaß. Bleibt die Frage, ob sie mal beim Eishockey auftaucht. „Zuschauen ja, aber auf das Eis werde ich nicht allzu oft gehen, solange ich Tennis spiele“, schmunzelt die hübsche Ukrainerin.

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