Später Ausgleich rettet das Jubiläum

Die Chance zur Führung, aber Danijel Majdancevic schaufelt die Kugel übers Kreuzeck.
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Die Chance zur Führung, aber Danijel Majdancevic schaufelt die Kugel übers Kreuzeck.

Rosenheim – Das Jubiläum ist gerettet: Am Tag vor den großen Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Fußballabteilung ist der TSV 1860 Rosenheim im Heimspiel der Fußball-Regionalliga Bayern gegen den FC Memmingen knapp einer Niederlage entgangen.

Beim 1:1 traf Georg Lenz am Freitagabend in der 87. Minute zum letztlich verdienten Ausgleich für die Sechziger.

Bei den Sechzigern saßen Nicolaj Madsen und Laurin Demolli zunächst nur auf der Bank. Der Däne war die gesamte Woche erkältet und konnte kaum trainieren, der junge Unterhachinger war nicht rechtzeitig zum Treffpunkt gekommen und verpasste so die taktische Einweisung auf das Spiel. Den Rosenheimern merkte man aber das Fehlen beider Akteure an. Demolli konnte nach seiner Einwechslung nicht mehr allzu viele Glanzlichter setzen, deutete aber seine Gefährlichkeit an. Der europacup-erfahrene Madsen war der Schlüssel zum Punktgewinn: Hatte Memmingen zuvor das Mittelfeld für sich, so war der Däne gleich ein Fixpunkt im Spiel und eine wichtige Relaisstation. „Er kommt rein und gibt der Truppe Sicherheit. Das hat unserem Spiel gut getan“, befand 1860-Trainer Thomas Kasparetti, der auch erwähnt, dass „wir schon das ein oder andere kritische Wort nach seiner Verpflichtung mitbekommen hatten“. Dass Madsen eine Verstärkung sein kann, hat alleine sein Nicht-Mitwirken über eine Stunde gegen Memmingen gezeigt.

Es war nicht so, dass die Rosenheimer in dieser Zeit völlig unterlegen gewesen wären. In einem temporeichen und intensiv geführten Spiel hatten Korbinian Linner (ans Außennetz) und Danijel Majdancevic (löffelte die Kugel übers Kreuzeck) die besten Gelegenheiten. Die Führung gelang aber Memmingen, das immer wieder das Mittelfeld schnell überbrückte und so für Gefahr sorgte. Das Tor fiel aber aus einer Rechtsflanke, die von Stürmer Ensar Skrijelj perfekt veredelt wurde.

Gleich nach Wiederbeginn hatten die Rosenheimer Glück, dass der herauseilende Tormann Alin Goia gegen Natsuhiko Watanabe den zweiten Gegentreffer verhinderte. Dann wurde 1860 aber stärker. „Wir sind besser rausgekommen und waren griffiger in den Zweikämpfen“, stellte Kasparetti fest. Georg Lenz köpfte vorbei, Christoph Wallners Kopfball in aussichtsreicher Position landete in den Armen von Gäste-Tormann Felix Thiel. „Der Glaube an den Ausgleich war immer da“, lobte Kasparetti – und wusste: „Wir hatten in dieser Saison auch schon mal eine Phase, wo dies nach einem Rückstand nicht der Fall war.“

Nach Madsen und Demolli kam auch noch Maximilian Mayerl – und der war am Ausgleich mitbeteiligt, als er einen abgewehrten Freistoß wieder in die Mitte brachte, irgendwie stand Korbinian Linner im Strafraum ganz frei und köpfte aufs Tor. Keeper Thiel machte sich lang, kam aber nur noch mit den Fingerspitzen ran, vom Pfosten prallte die Kugel in die Mitte, wo Lenz goldrichtig stand und aus kurzer Distanz einköpfte – 1:1, traurige Gesichter am Festtag verhindert. „Wir können mit dem einen Punkt leben“, urteilte Kasparetti, auch im Hinblick auf die Jubiläumsfeier: „Das ist ein wichtiger Tag für den Verein, es ist gut, dass wir da nicht mit einer Niederlage reingehen. Jetzt können wir diesen Tag auch genießen.“ Mit seinem Team erwarten die Sechziger um 14 Uhr den TSV 1860 München, ab 20 Uhr findet dann eine Players-Party im BMW-Autohaus Unterberger mit der „Guten A-Band“ statt.

TSV 1860 Rosenheim:Goia, Köhler, Lenz, Wallner, Sattelberger (ab 80. Mayerl), Merdan (ab 61. Madsen), Moser, Linner, Majdancevic, Hölzl (ab 70. Demolli), Mushkolaj.

Schiedsrichter:Angelika Söder (Ochenbruck).

Zuschauer:280.

Tore:0:1 Skrijelj (36.), 1:1 Lenz (87.).

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