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Startberg nach internationalen Regeln ausgebaut

So werden Top-Sportler gemacht: Wie es Kolbermoorer BMX-Fahrer zur WM schaffen

Stolz auf das Gemeinschaftswerk ist Alex Keil, Abteilungsleiter der BMX-Sportler des SV-DJK. Seit September arbeitet die Abteilung an einem neuen „Startgate“ für die Bahn, das nunmehr fast fertig ist.
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Stolz auf das Gemeinschaftswerk ist Alex Keil, Abteilungsleiter der BMX-Sportler des SV-DJK. Seit September arbeitet die Abteilung an einem neuen „Startgate“ für die Bahn, das nunmehr fast fertig ist.
  • VonJohannes Thomae
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Die Kolbermoorer BMX-Sportler haben den Startberg ihrer Bahn an internationales Regelwerk angepasst. Und das ist nur ein Baustein, um aus jungen Sportlern Sieger zu machen.

Kolbermoor – Der Moment des Starts entscheidet, wer als Erster durchs Ziel kommt. Das ist etwas übertrieben, zugegeben, aber dennoch nicht ohne Wahrheit. Bei den BMX-Fahrradrennen starten acht Teilnehmer gleichzeitig, einer neben dem anderen stehend, das Vorderrad an eine Fallklappe gepresst.

Die Rennstrecke kann man sich dann in etwa so vorstellen wie einen Motocross-Parcours für Motorräder. Das war in den Sechzigern und Siebzigern auch der Ausgangspunkt für den BMX-Sport, sozusagen „Motocross ohne Moto“ und damit möglich für alle, die sich kein Motorrad leisten konnten oder noch gar keines fahren durften.

Wer sich am Start vom Pulk absetzen kann, hat auf der Strecke die freie Entscheidung über die Fahrtaktik: Von Hügel zu Hügel springen oder wheelen, sprich sie auf dem Hinterrad zu durchfahren.

Bauarbeiten seit Anfang September

Wer auf so einer Strecke dank eines guten Starts vorneweg fährt, hat bei der ersten Steilkurve die Ideal-Linie für sich. Und auch sonst zahlt es sich aus, nicht im Pulk eingeklemmt zu sein – mit „Freiraum“ kann man seine Fahrtaktik ungehindert wählen: Etwa ob man von Hügel zu Hügel springt oder „wheelt“ – sprich auf dem Hinterrad durchfährt.

Von daher wird klar, warum auch dem Startberg der Kolbermoorer BMX-Bahn an der Aiblinger Straße besondere Bedeutung zukommt, und warum die Mitglieder der BMX-Abteilung des SV-DJK Kolbermoor dort seit Anfang September am Werkeln sind.

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Der Startberg wurde nicht nur neu aufgebaut, sondern dabei auch penibel an internationales Regelwerk angepasst – etwa was seine Neigung angeht. Denn auch die BMX-Abteilung des Kolbermoorer Sportvereins ist überaus erfolgreich und nimmt an internationalen Wettbewerben teil. „Da ist es dann durchaus von Vorteil, wenn die fremde Bahn der eigenen in ihren wesentlichen Punkten gleich ist und keine Überraschungen bereithält, an die man sich dann erst anpassen muss“, sagt Abteilungsleiter Alex Keil.

Sich gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen sei, so Keil, sowieso schwer genug, denn in vielen anderen Ländern habe der BMX-Sport einen höheren Stellenwert als hier: Es gibt mehr Vereine, mehr Bahnen, mehr Geld und auch mehr Trainer. In Deutschland ist die Zahl die BMX-Bahnen hingegen vergleichsweise überschaubar – der nächste Verein mit einer Bahn befindet sich in Fürstenfeldbruck.

Insofern war es eine Riesenleistung der Kolbermoorer BMXler, dass es die 15-jährige Sienna Schrader bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Nantes bis ins Halbfinale geschafft hat. Solche Erfolge sind nicht zuletzt ein Ergebnis der engagierten Jugendarbeit, die auch die Kolbermoorer BMX-Abteilung auszeichnet. Mit fünf Jahren kann man hier mit dem Sport anfangen. Es gibt jedes Frühjahr Schnuppertrainings für Interessierte und seit diesem Jahr drei Trainingsangebote pro Woche. Dazu für alle Vereinsmitglieder die Möglichkeit, die Bahn auch jederzeit außerhalb der Trainingszeiten zum Üben nutzen zu können.

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Dass bei dieser „freien Nutzung“ die Bahn keinen Schaden nimmt, verstehe sich von selbst, meint Alex Keil, schließlich sind es die Nutzer selbst, die sie pflegen, in Schuss halten und jetzt eben auch den Startberg neu erbauten. Möglich wird dies durch den engen Zusammenhalt in der Abteilung, die derzeit etwa 150 Mitglieder hat. An den Wochenenden in Frühjahr und Sommer, so erzählt Alex Keil, herrscht nicht nur auf der Bahn reger Betrieb, sondern auch am Rand: Freunde und Eltern der Sportler sorgen dort für ein buntes „Fahrerlager“. Es wird mitgebrachter Kuchen verteilt, immer wieder auch gegrillt. BMX-Fahren, keine Frage, ist in Kolbermoor ein Event für Jung und Alt.

Internationales Trainingslager

Diesem Gemeinschaftsgeist und dem, was damit bewegt werden kann, ist es am Ende wohl auch zu verdanken, dass Kolbermoor in der Szene einen durchaus besonderen Namen hat: Alljährlich um Ostern herum findet hier ein fünftägiges Trainingslager statt, zu dem Teilnehmer aus ganz Deutschland, sogar aus dem Ausland kommen – auch das nicht nur ein großes Sportereignis, sondern zudem ein Riesenfest.

Und falls der eine oder andere jetzt seufzen sollte: Schade, dass ich nicht mehr jung bin. – „Alter ist beim BMX-Fahren kein Hinderungsgrund“, versichert Alex Keil. In Kolbermoor finden sich immer wieder Väter, manchmal auch Mütter der jungen Piloten auf der Bahn und das älteste Vereinsmitglied, das sich noch immer aufs BMX-Rad schwinge, sei bereits über 70 Jahre alt.

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