Slezak schießt Starbulls beim SC Riessersee zum Sieg

Alexander Höller erzielt mit diesem Rückhandschuss das 3:1 für Rosenheim. rab
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Alexander Höller erzielt mit diesem Rückhandschuss das 3:1 für Rosenheim. rab

So leicht wie beim Auftakt gegen Weiden am Freitag lief es für die Starbulls Rosenheim unter der Alpspitze nicht.

Garmisch-Partenkirchen – Selbst die zwischenzeitliche 3:1-Führung wies den Starbulls Rosenheim nicht vorschnell den Weg auf die Siegerstraße. Je länger die Partie fortschritt, umso mehr entpuppte sich der SC Riessersee als unangenehmer Widersacher. Im Schlussdrittel legten die Werdenfelser den Respekt gar völlig ab, sahen nach dem 4:3 kurzzeitig sogar wie der Sieger aus. Bis in Kevin Slezak der überragende und effektivste Spieler des Abends neben dem späten Ausgleich auch das Match nach fünf Penaltyrunden zugunsten der Starbulls entschied.

Unerwartetes Dienstende für den Starbulls-Kapitän

Nach 20 Minuten schien noch alles nach Plan zu laufen, hatten die Starbulls die Nase vorne. Allein Michael Baindl konnte sich allenfalls rudimentär über die 2:1 Führung freuen. Für den Starbulls-Kapitän kam das Dienstende unerwartet und vor allem sehr frühzeitig.

Nach 16 Minuten wollte Baindl SCR-Eigengewächs Toni Radu am Einfahren ins Drittel hindern. Doch wurde aus dem Vorhaben Beinstellen ein Kniecheck, über den sich die Gastgeber nicht zu Unrecht echauffierten. Der vorzeitige Ausschluss ging in Ordnung. Radu musste vom Eis geführt und ins Spital verbracht werden.

Starbulls schnell wieder auf Kurs

Trainer John Sicinski sah direkt vor seinen Augen eine „unglückliche Szene“. Ansonsten war‘s recht ordentlich, was die Rosenheimer ihren 150 Fans so anboten. Enrico Heinriquez hatte im Torraum die erste Möglichkeit, Kevin Slezak durfte indes den ersten Torschrei durch die geballten Fäuste hauchen. Der Neuzugang aus Bad Tölz traf nach nur 14 Sekunden Powerplay aus dem Slot zum 1:0.

Zwar gelang München-Leihgabe Dennis Lobach im zweiten Nachschuss der Ausgleich. Doch schnell waren die Starbulls wieder auf Kurs. Josh Mitchel versenkte einen Konter mit Michael Fröhlich zur neuerlichen Führung. Während der fünfminütigen Unterzahl ließen sich die Gäste kaum bedrängen, die dicke Ausgleichschance von Tobi Kircher muss gleichwohl erwähnt werden – stark gehalten von Lukas Steinhauer.

Rosenheim nutzt das Momentum

Zu Beginn des Mittelabschnitts setzte sich zunächst SCR-Defender Jannik Woidtke auf den disziplinären Index. Nach einer Strafe wegen Stockschlag moserte der Routinier so lange gegen Oberaufseher Alexander Singer, bis der nach Woidtkes Schlag gegen das Plexiglas zum zweiten Mal eine große Strafe aussprach. Rosenheim nutzte das Momentum, traf durch Alex Höller zum 3:1. Ein souveräner Umgang mit derlei Vorteilen sieht aber für gewöhnlich anders aus. Die Starbulls ließen den SCR aufkommen, und der wurde tatsächlich immer mutiger. Uli Maurer verkürzte zunächst auf 2:3, ehe ein saftiger Faustkampf mit Höller und Luca Zitterbart als Protagonisten das zweite Drittel emotional beendete.

Höller fehlte seinem Team 14 Minuten schmerzlich mit seiner Erfahrung. Riessersee kam immer mehr auf und durch Youngster Jakob Heigl zum Ausgleich. Der SCR traf dann erneut, als Marinus Reiter in der Kühlbox saß. Für den Sieg reichte Lobachs zweiter Treffer nicht. Denn auch die Starbulls hatten in Slezak einen Doppeltorschützen. Das Talent nutzte einen Fauxpas von Goalie Daniel Fießinger zum 4:4. Und für Slezak siegbringenden Penalty gibt es ohnehin nur ein Attribut: abgezockt!

„Jeder im Stadion hat die hohe Klasse des Spiels gesehen. Für schwache Nerven war das nichts“, meinte Rosenheims Trainer Sicinski.

Statistik: SC Riessersee – Starbulls Rosenheim 4:5 nach Penaltyschießen (1:2, 1:1, 2:1, 0:1). Tore: 0:1 (6.) Slezak/Mitchell, Baindl - PP1, 1:1 (8.) Lobach/Vollmer, Maurer, 1:2 (10.) Mitchell/Fröhlich, 1:3 26.) Höller/Vollmayer, Mitchell - PP1, 2:3 (35.) Maurer/Lobach, Vollmert, 3:3 (46.) Heigl/Miguez, Ehliz, 4:3 (49.) Lobach/Arkiomaa, Maurer - PP1, 4:4 (58.) Slezak/Draxinger, Bucheli, 4:5 (Penalty): Slezak; Schiedsrichter: Singer; Strafminuten: Riessersee 12 plus Spieldauer für Woidtke plus 10 Diszi für Zitterbart, Rosenheim 19 plus Spieldauer für Baindl plus 10 Diszi für Höller; Zuschauer: 1723.

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