Skilangläuferin Nadine Herrmann: Zweite Hälfte lässt hoffen

Skilangläuferin Nadine Herrmannvom Stützpunkt in Ruhpolding kann mit ihrer vergangenen Saison zufrieden sein. D. Berchtold

Einige Punkte im Weltcup, sogar die Rolle als „Covergirl“ des Sprint-Weltcups in Dresden und insgesamt positive Auswirkungen einer Operation – Skilangläuferin Nadine Herrmann (Bockauer SV) vom Stützpunkt in Ruhpolding kann insgesamt auf eine erfreuliche Saison zurückblicken.

Ruhpolding – Für Skilangläuferin Nadine Herrmann bleibt die Heim-Weltmeisterschaft 2021 in Oberstdorf als Motivation im Blick.

„Es hat sich alles sehr positiv herausgestellt“, bilanziert sie ihre erste Saison nach einer Operation wegen des chronischen Compartment-Syndroms. „Ich habe mich zwar erst an die ganze Sache gewöhnen müssen, aber ich habe gleich gemerkt, dass es besser lief“, freut sich die 24-Jährige darüber, dass sie praktisch beschwerdefrei trainieren und Wettkämpfe absolvieren konnte. „Ich bin in der zweiten Saisonhälfte beschwerdefrei durchgekommen, und ab Januar kam fast ein Erfolgserlebnis nach dem anderen.“ Der einzige echte Rückschlag war der Weltcup am vorletzten Januar-Wochenende in Oberstdorf, als sie im Sprint-Prolog als 52. die Finalläufe der besten 30 relativ klar verpasst hatte. Schon eine Woche danach lief es an gleicher Stätte mit dem DM-Titel im Sprint (Skating) und DM-Bronze über 5 km in klassischer Technik deutlich besser.

Bereits zuvor hatte der erste große Saisonhöhepunkt ein Erfolgserlebnis gebracht. Nach guten Leistungen beim Alpencup in Campra (Schweiz) hatte Herrmann beim Sprint-Weltcup in Dresden mitmischen dürfen. Unweit ihrer Heimat im Erzgebirge war sie auch als Gesicht des Weltcups auf den Werbeplakaten zu sehen gewesen. So war es ihr Ziel, „den Langlauf nach außen positiv darzustellen und das Finale zu erreichen“. Beides klappte.

Das verfrühte Saisonaus traf sie nicht zu sehr. Denn nach dem Winter wird zunächst ohnehin reduziert trainiert, und „es gibt jetzt halt viele Videokonferenzen unter anderem mit den Wissenschaftlern, dem Bundestrainer und den Heimtrainern. Da geht es auch um die Planungen für die kommende Saison.“ Trainieren könne man ohnehin relativ gut: „Laufen kann man immer noch, und man kann viel machen, wenn man kreativ ist.“ So wird die Wohnung in Ruhpolding zum Kraftraum umfunktioniert.

Die verkürzte Saison sieht sie eher als Chance für das nächste Jahr. Selbst wenn die geplanten Lehrgänge in Norwegen (Juni) oder Schweiz (August) wegfielen, könne man daraus Vorteile ziehen: „Erstens haben wir ja in Oberhof die Skihalle und viele Laufbänder und könnten auch dort einen guten Lehrgang machen. Zweitens ist es auch gar nicht so schlecht, längere Zeit konstant daheim an unserem Stützpunkt zu trainieren.“

Ihre Weltcup-Starts in dieser Saison sind Ansporn für die Zukunft. „Ich hätte gerne noch mehr solche Erlebnisse“, bekennt die Skilangläuferin. Mit ihren Leistungen in diesem Winter hat sich Nadine Herrmann für den Weltcup empfohlen – und das wiederum könnte auf dem Weg zur Heim-WM helfen. who

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