Vor dem Saisonstart

Skilangläufer Anian Sossau trainiert schon auf Schnee: WM-Teilnahme als große Motivation

Skilangläufer Anian Sossau vom SC Eisenärzt hat die WM-Teilnahme als großes Ziel.
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Skilangläufer Anian Sossau vom SC Eisenärzt hat die WM-Teilnahme als großes Ziel.

Die Freude bei den deutschen Skilangläufern ist groß: Derzeit können sie viele Trainingseinheiten auf Schnee absolvieren. Ging es zuletzt in Ramsau (Dachstein) zur Sache, weilt das Team nun in Davos (Schweiz).

Eisenärzt – „Das ist super. Die haben den Schnee frisch aufgefahren, und jetzt sind auch noch 20 Zentimeter Neuschnee dazugekommen“, zeigt sich Anian Sossau vom SC Eisenärzt begeistert über die Trainingsmöglichkeiten auf Schnee.

Vorbereitung ist super gelaufen

Bis jetzt sei seine Vorbereitung super verlaufen, „ich bin gesund durchgekommen“. Mit einer Ausnahme: Ausgerechnet gut zwei Wochen vor der Zentralen Leistungskontrolle (Deutschlandpokal) in Oberhof hatte ihn eine Magen-Darm-Grippe erwischt. Der Eisenärzter musste mehrere Tage aussetzen und konnte vor der Zentralen Leistungskontrolle (ZLK) nur noch drei Tage richtig trainieren. Daher „war ich selbst überrascht, dass es so gut lief“, blickt der 20-Jährige zurück. Im Sprint gewann er in der Oberhofer Skihalle souverän das Finale, nachdem er schon im Prolog die Bestzeit aufgestellt hatte.

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Weltcup-Debüt in Dresden

„Im Distanzlauf habe ich mich verbessert

Doch nicht nur dieses „Schnee-Erlebnis“ in Oberhof machte ihm Mut. „Auch im Distanzlauf habe ich mich verbessert“, freut er sich. Beim Rennsteig-Rollskilauf im Rahmen der ZLK wurde er Sechster. Damit bestätigten die ersten Ergebnisse das, was er schon gefühlt hatte. „Wir hatten eine kleine Trainingsumstellung, und die taugt mir richtig gut.“ Allerdings müsse man nun abwarten, „ob das auch im Winter so klappt“. Langfristig sei es auf jeden Fall das Ziel, nicht nur im Sprint stark zu sein, sondern auch in den Distanzwettbewerben.

Viele Schnee-Kilometer sammeln

Jetzt gelte es erst einmal, viele Schnee-Kilometer zu sammeln. Ab Ende November sollen neben der Ausdauer dann auch vermehrt „schnelle Kilometer auf Ski“ absolviert werden, um für die Aufgaben im Winter gerüstet zu sein. Welche genau da auf ihn warten, ist für den 20-Jährigen noch nicht ganz klar. Die Einsatzplanung hänge auch davon ab, ob er sich überhaupt intern für die Weltcup-Sprints in Davos (12. Dezember, dort gibt es auch noch einen Distanzwettkampf) und Dresden (19./20. Dezember) qualifizieren könne. „Aber ich denke, das müsste möglich sein.“

Nicht viele Sprinter vor Sossau

Zudem könnte sich Sossau für die Junioren-WM in der Altersklasse U23 qualifizieren. Er hat seine Ziele aber noch höher gesteckt: Er hoffe sogar auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Erwachsenen in Oberstdorf. Die Chancen dafür seien durchaus realistisch: „In Deutschland gibt es nicht mehr so viele Sprinter vor mir, deshalb gibt es diese Chance.“ Theoretisch wäre sogar die Teilnahme an beiden Titelkämpfen möglich. „Es ist aber noch unklar, wann und wo die U23-WM stattfindet.“ Denn der als Ausrichter geplante Ort Zakopane (Polen) musste bereits absagen. Sollte es einen Nachholtermin geben, läge dieser wohl Ende Januar oder Anfang Februar. Da wäre genug Zeit dazwischen, um sich zu erholen und die Form neu aufzubauen. „Das Wichtigste ist es aber, gesund zu bleiben“, weiß Sossau – das gilt sowohl für die Saisonvorbereitung als auch für die Wettkämpfe.

Weltcup-Debüt war eine besondere Erfahrung

Im Vorjahr hatte er bei der WM noch in der Altersklasse Junioren antreten dürfen – und hatte dort unter anderem nach dem Einzug ins Sprint-Finale den fünften Platz erkämpft. Eine besonders wertvolle Erfahrung war für Sossau aber sein Weltcup-Debüt mit dem Start beim Sprint in Dresden. Neben der enormen zusätzlichen Motivation, die das bringe, „konnte ich mal sehen, wie das Ganze abläuft und wie sich das anfühlt“. Er stellte fest: „Man muss keine Angst haben und weiß dann für die Zukunft, was auf einen zukommt.“ Klar sei: „Bei den Herren ist das schon noch mal eine andere Liga.“

In dieser will er sich allmählich nach vorne kämpfen. Im Vorjahr hatte er in Dresden im Einzel Rang 50 im Prolog erreicht. Etwas mehr als zwei Sekunden fehlten ihm zu Platz 30, der den Einzug in die Finalrennen bedeutet hätte. Angesichts des geringen Zeitrückstands „war ich schon zufrieden. Aber mal unter die besten 30 zu kommen, wäre halt richtig gut.“ Zum einen, weil „das dann im Fernsehen kommt und auch Familie und Freunde mitfiebern können“. Zum anderen, „weil man in den direkten Duellen ja viel taktischer laufen muss. Das habe ich noch nie miterlebt, wie das in einem Sechser-Heat im Weltcup läuft.“ Zudem wäre ein Einzug unter die besten 30 auch für das Selbstvertrauen hilfreich: „Wenn man das einmal geschafft hat, dann weiß man, dass man’s kann“, hofft er. „Das löst im Kopf viel aus.“

Doch Grundvoraussetzung ist natürlich, dass auch die Beine fit sind. Daher gehen Sossau und seine Teamkollegen nun die weitere Vorbereitung konzentriert an. Und mit hoher Motivation: Denn auch die Vorfreude auf die Heim-WM löst im Kopf viel aus... who

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