Bis zum Selber 4:3 waren diese 60 Sekunden torlos: Jetzt ist auch die 55. Minute Geschichte

Das erste Tor für Selb durch Ian McDonald. Luca Endres war chancenlos.

Der Start in die Meisterrunde 2020 ist den Starbulls Rosenheim nur bedingt zufriedenstellend gelungen. Dabei ging eine großartige Serie zu Ende und eine Miniserie begann. Die dürfte allerdings nicht besonders lange anhalten, so selten ist sie.

Rosenheim – Zwar gewann man relativ mühelos gegen Lindau, aber in Selb reichte es im dritten Gastspiel dieser Saison erstmals nicht zu einem Sieg. 50 Prozent der möglichen Punkte geholt: ein leichter Rückschritt im Vergleich zu den 62,5 Prozent in der Vorrunde.

Starbulls das beste Heimteam

Dennoch: Die Starbulls liegen nach wie vor auf Rang drei, punktgleich mit dem Zweiten, und sind nach wie vor das beste Heimteam. Sechs Siege ohne Minuspunkt hat man zuletzt in eigener Halle geholt, die drittlängste Serie dieser Art in der Rosenheimer Oberliga-Geschichte! Untypisch dabei war am Freitag, wie leicht der Sieg gegen Lindau am fiel, hatten doch die Islanders in der Vergangenheit sich stets zäh verteidigt und den Starbulls schon vier Niederlagen zugefügt, eine davon auch in Rosenheim. So aber wurden die Fans gleich mit sieben teils erspielten, teils erkämpften Toren belohnt, zweieinhalb mehr als im Schnitt in der Vorrunde.

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Apropos Vorrunde: Wenn man einfach Tore sehen wollte, egal ob für oder gegen die eigene Mannschaft, war man in Deggendorf, Sonthofen und Höchstadt am besten bedient; dort fielen jeweils über 130 Treffer in 16 Spielen, mit Ausnahme von Rekordhalter Deggendorf aber mehr auf Gästeseite. Die eigenen Fans dagegen kamen in Rosenheim voll auf ihre Kosten. Obwohl nur in zwei Hallen weniger Tore fielen als im Rofa-Stadion, war das Verhältnis zugunsten des Heimteams nirgendwo so positiv wie in Rosenheim, wo die Starbulls insgesamt nur 37 Gegentreffer (die wenigsten überhaupt) zuließen, aber die zweitmeisten schossen. Die allerwenigsten Tore fielen übrigens in Garmisch und Lindau, wo die Hunderter-Grenze nur hauchdünn überschritten wurde (102 beziehungsweise 103).

Vier Treffer gelangen bis nur zwei anderen Spielern

Zurück zur Meisterrunde und zum Auftakt gegen die Islanders und Wölfe. In Vertretung des verletzten Torjägers Kumeliauskas musste diesmal der zweite Kontingentstürmer Josh Mitchell die Produktion hochfahren, und er tat das im Turbo-Verfahren! Vier Treffer in einem Spiel waren für die Starbulls in der Oberliga nur Tobias Draxinger 2007 in Peiting und Vitezslav Bilek letzte Saison gegen Memmingen gelungen. Dass darunter auch der Führungstreffer war, ist alles andere als selbstverständlich. Zwar schossen die Starbulls bisher in 22 Spielen das erste Tor, aber erst ein einziges Mal (gegen Riessersee) Josh Mitchell. Bei den „Bannbrechern“ denkt man da in erster Linie an Alexander Höller (sechsmal) oder Fabian Zick (dreimal).

Vollmayers grandiose Serie endet in Selb

Am Sonntag in Selb ging der Kanadier dagegen komplett leer aus, und das, obwohl er in den vorangegangenen vier Partien gegen die Wölfe mit zwei Toren und acht Assists die meisten Scorerpunkte gesammelt hatte. Fast so viele Punkte, nämlich sieben Assists, hatte Max Vollmayer gehabt, und auch er schaffte diesmal keinen einzigen. Was insofern schade ist, dass dadurch eine grandiose Serie ihr Ende fand. In neun Spielen in Folge hatte er mindestens einen Treffer vorbereitet und in elf Spielen mindestens einen Scorerpunkt registriert und damit die Rekordserie für einen Starbulls-Verteidiger aus der Saison 2006/07 übertroffen. Damals hatte Dory Tisdale in acht aufeinander folgenden Partien vier Tore und 13 Assists angehäuft. Für Vollmayer waren es jetzt ein Tor und 18 Vorlagen!

Für die Wölfe waren dagegen wieder einmal die „üblichen Verdächtigen“ tonangebend. Ian McDonald, der beim 1:3 in Rosenheim vor zwei Wochen noch leer ausgegangen war, und Lanny Gare sorgten mit für die Offensivpower. Für McDonald war es bereits das 14., für Gare sogar das 16. Oberliga-Tor gegen die Starbulls. Und Doppeltorschütze Richard Gelke schenkte schon zu Zweitliga-Zeiten für Heilbronn den Starbulls des öfteren ein.

Starbulls schon mit sieben Shorthandern

Eine interessante Mini-Serie hat auch der vielleicht talentierteste Youngster im grün-weißen Dress an diesem Wochenende begonnen. Enrico Henriquez-Morales traf sowohl am Freitag als auch am Sonntag in Unterzahl! Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche (auch schon beim 5:1-Sieg in Weiden) ergab sich die kuriose Situation, dass beide Teams je einen Shorthander schafften. Insgesamt liegt der Schwerpunkt bei Unterzahl-Erfolgen aber in der laufenden Spielzeit klar auf Rosenheimer Seite. Vier gegnerischen Shorthandern stehen gleich sieben eigene Gegenüber. Neben Henriquez war auch Tadas Kumeliauskas dabei schon zweimal erfolgreich, Michael Baindl, Alex Höller und Dimitri Litesov steuerten die restlichen bei. Ebenso untypisch für 2019/20 war, dass in Selb kein Powerplaytor fiel. Erst in sieben von bisher 34 Begegnungen trafen weder die Starbulls noch der jeweilige Gegner in Überzahl.

Und sogar ein echtes Novum war der Siegtreffer von Lukas Klughardt in der 55. Spielminute, und das aus zwei Gründen. Noch nie zuvor hatte er gegen die Starbulls zuvor ein Tor erzielt, und die 55. Minute war die einzige, in der in der laufenden Spielzeit noch kein Treffer gefallen war, weder für noch gegen die Starbulls Rosenheim.

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