FUSSBALL-REGIONALLIGA BAYERN

Sechziger im Elfmeter-Dilemma

Gelungener Fallrückzieher von Sechziger-Stürmer Sascha Marinkovic.
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Gelungener Fallrückzieher von Sechziger-Stürmer Sascha Marinkovic.

Na also: Am dritten Spieltag der Saison in der Fußball-Regionalliga Bayern hat es für Aufsteiger TSV 1860 Rosenheim den ersten Punkt gegeben.

Im Heimspiel gegen die SpVgg Bayreuth gab es vor 400 Zuschauern ein 1:1 (0:0). Letztlich war die Punkteteilung verdient, wobei am Ende für die Sechziger nach der Führung mehr drin war. „Wir können mit dem ersten Punkt zufrieden sein“, resümierte Trainer Klaus Seidel nach dem Match.

„Schlüsselszene“

Es hätte nämlich auch anders laufen können. Denn in der 35. Minute bekamen die Gäste aus Oberfranken einen Foulelfmeter zugesprochen – vollkommen berechtigt, denn der Rückpass von Georg Lenz auf Torwart Dominik Süßmaier geriet zu kurz, der Sechziger-Keeper rasierte dann mit einem langen Bein den Bayreuther Angreifer. Allerdings hielt Süßmaier die Rothemden dann im Spiel, denn er parierte den scharf, aber unplatziert geschossenen Elfer von Kristian Böhnlein. „Das war eine Schlüsselszene. Bei einer Führung wäre es für uns ruhiger gelaufen“, meinte Bayreuth-Coach Christoph Starke bei seiner Analyse. Anders gesagt: Bei einer Führung hätten sich die eh schon eher auf Remis eingestellten Gäste wohl noch weniger am Spiel beteiligt.

So waren die Rosenheimer im ersten Durchgang die Mannschaft mit den Feldvorteilen, allerdings ohne klare Gelegenheiten – auch wenn Seidel erstmals in dieser Saison seinen in der Bayernliga erfolgreichen Offensiv-Dreizack Tomic-Marinkovic-Majdancevic von Beginn an aufbot. Am effektivsten war von den Dreien noch Sascha Marinkovic, der gleich nach Wiederbeginn mit einem Hackentrick glänzte, die Kugel ging aber am langen Eck vorbei.

Als die Schlussphase so langsam anbrach, durften die Sechziger jubeln: Der neue Kapitän Matthias Heiß hatte einen von der Mittellinie von Alex Zetterer in den Strafraum geschlagenen Freistoß per Kopfball unter die Latte gesetzt. „Der Ball war 50 Meter in der Luft, das war eine Katastrophe“, schimpfte Starke über das Bayreuther Abwehrverhalten.

Danach mussten die Gäste kommen, 1860 schaffte es aber nicht, für ausreichend und möglicherweise auch vielversprechende Entlastung zu sorgen. Und so setzte sich dann Weimar einmal energisch und einmal elegant durch – beim zweiten Zweikampf war der junge Zetterer unerfahren reingegangen und es gab erneut den Elferpfiff. Diesmal trat Ex-Profi Sebastian Glasner an und verwandelte zum 1:1. Immerhin der erste Punkt für die Sechziger, bei denen Trainer Seidel zur Geduld mahnt: „Wir müssen uns von Minute zu Minute in die Regionalliga finden. Noch sind wir nicht bei 100 Prozent.“

TSV 1860 Rosenheim: Süßmaier, Köhler, Lenz, Heiß, Mayerl, Maier, Zetterer, Shabani, Tomic (ab 90. Tchadizinde), Marinkovic (ab 76. Weber), Majdancevic (ab 63. Linner).

Schiedsrichter: Hummel (TSV Betzigau). Zuschauer:400. Tore: 1:0 Heiß (72.), 1:1 Glasner (84., Foulelfmeter).

Besonderheit: Torwart Süßmaier pariert Foulelfmeter von Bayreuths Böhnlein (35.). tn

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