Er hat schon die Besten der Welt besiegt – Der nächste Kracher für Rosenheims Tennisspieler

Der Bosnier Damir Dzumhur hat in seiner Karriere einige Tennisgrößen besiegt. dpa
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Der Bosnier Damir Dzumhur hat in seiner Karriere einige Tennisgrößen besiegt. dpa

Rafael Nadal, Stefanos Tsitsipas, Fabio Fognini, Alexander Zverev und Stan Wawrinka – der nächste Neuzugang des Tennis-Bundesligisten 1860 Rosenheim hat sie schon alle besiegt.

Rosenheim – Der Bosnier Damir Dzumhur, der ab Juli auf der Anlage an der Rosenheimer Pürstlingstraße aufschlägt, war in seiner besten Zeit 2018 die Nummer 23 der Welt und hat unter anderem Rafael Nadal besiegt. Dzumhur ist nicht der einzige Kracher, den die Rosenheimer Verantwortlichen an Land gezogen haben.

Der Kader des TC 1860 ist jetzt komplett

Langsam aber sicher steigt die Vorfreude beim Bundesliga-Aufsteiger 1860 Rosenheim auf den Saisonstart. Der ganze Verein zeigt sich für die Mammutaufgabe Bundesliga gut gerüstet. Den Kader komplettieren werden Juan Ignazio Londero, Alejandro Tabilo, Dominic Inglot und nicht zuletzt Doppelspezialist Oliver Marach, der schon einmal die Nummer zwei in der Doppel-Weltrangliste war.

Mit Londero haben die Rosenheimer einen echten Coup gelandet. Der 26-jährige Argentinier ist laut Spieler-Scout Bernhard Gleissner mit Weltranglistenplatz 62 „aktuell auf dem Höhepunkt seiner Karriere". Bei den French Open musste er sich erst im Achtelfinale dem Weltklassespieler Rafael Nadal geschlagen geben.

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Wie bei Londero hatte Spielervermittler Burak Baskes, mit dem Gleissner zusammenarbeitet, auch bei der Verpflichtung des chilenischen Talents Alejandro Tabilo die Hände im Spiel. Der 22-Jährige war beim Davis-Cup für sein Heimatland im Einsatz und hat sich in der Weltrangliste im vergangenen Jahr von Platz 638 auf Rang 173 katapultiert.

Alejandro Tabilo freut sich auf Rosenheim. privat

Der Bosnier Damir Dzumhur (27 Jahre), der in seiner Laufbahn viele Tennisgrößen geschlagen hat, wird ebenfalls für die 60er aufschlagen. Mit ihm bekommen die Rosenheimer Bundesliga-Erfahrung ins Team, die er bereits 2015 für den TC Bruckmühl-Feldkirchen unter Beweis stellte.

Australien Open-Sieger schlägt auf

Besonders erfreut zeigte sich das Führungstrio Wolf-Dieter Dörfler/Thomas Detterbeck/Bernhard Gleissner bei der Bekanntgabe des Neuzugangs Oliver Marach. Der 39-jährige Österreicher zählt im Doppel seit 15 Jahren zur absoluten Weltspitze: „Marach hat in seiner Karriere mittlerweile 23 Siege auf der ATP-Tour errungen,“ erklärte ein stolzer Thomas Detterbeck und fügte an: „Marach hat sogar 2018 mit Partner Mate Pavic die Australian Open gewonnen.“

Da ein Doppel- und ein Einzelsieg in der Bundesliga gleich bepunktet werden, holte man mit Dominic Inglot einen weiteren Doppelspezialisten ins Team. „Mit seinen 1,98 Meter bin ich vor allem auf sein Aufschlagspiel gespannt", so Gleissner.

Bei der Auswahl der Akteure spielte die Team-Chemie eine entscheidende Rolle. „Der Stamm an Italienern und Slowenen reist meist zusammen von Turnier zu Turnier. Da sie sich auch von den jeweiligen Davis-Cup-Mannschaften bestens kennen, wird in unserem Team von Beginn an eine gute Atmosphäre herrschen", ist Vorstand WolfDieter Dörfler überzeugt.

Weltklassetennis mit Sogwirkung

Damit die einzelnen Akteure an den Spieltagen zu Höchstform auflaufen, muss auch das Drumherum stimmen. „Der Nummer 50 der Welt muss man als Verantwortlicher das Tennisspielen nicht erklären. Viel wichtiger ist, dass dem Spieler auf und neben dem Platz ein gutes Gefühl vermittelt wird, damit er auch die letzten zwei Prozentpunkte abrufen kann“, so Thomas Detterbeck, hauptverantwortlich für das Sponsoring. Bei der ganzen Euphorie rund um die Bundesliga-Saison darf laut Dörfler die Jugendarbeit und die Basis des Vereins nicht zu kurz kommen: „Weltklassetennis auf unserer Anlage hat auch eine gewisse Sogwirkung für den Nachwuchs, den wir vom Tennissport begeistern wollen. Wir haben jetzt wieder Nachwuchstalente, die bayernweit zur Spitze gehören."

Auf die Frage, mit welcher Ernsthaftigkeit Top-Spieler die Tennis-Bundesliga angehen, antwortete Detterbeck: „Der Großteil der Profis hasst es, ein Match zu verlieren. Somit ist das nötige Engagement immer gegeben. Außerdem sorgen an einem Bundesliga-Spieltag zahlreiche Zuschauer für eine tolle Stimmung. An die kommen beispielsweise Qualifikationsrunden bei einem Grand Slam nicht heran." Bernhard Gleissner fügt an: „Für aufstrebende Talente ist vor allem der finanzielle Aspekt entscheidend. Die Big Player wollen sich in der Bundesliga die nötige Spielpraxis holen".

In der Breite erstklassig aufgestellt

Der nun feststehende Kader strotzt nur so von Qualität und ist vor allem in Breite erstklassig aufgestellt. „Eines muss gesagt werden: Auf Spieler wie Damir Dzumhur können wir mit etwas Glück an zwei bis drei Spieltagen zurückgreifen. Jetzt werden wir einen groben Fahrplan entwerfen, welcher Akteur an welchem Spieltag eingesetzt wird", beschreibt Detterbeck die nächste Aufgabe.

Letztlich kann das Projekt Bundesliga nur im Verbund aller Mitglieder des Vereins und unterstützt durch die Stadt Rosenheim bewältigt werden. „Eine der größten Baustellen ist die noch nicht vorhandene Tribüne. Hier suchen wir in Verbindung mit Vertretern der Stadt akribisch nach einer Lösung", erklärte Dörfler abschließend.

Eine Tribüne deshalb, damit möglichst viele Tennisfans aus der Region Spieler sehen können, die schon einmal einen Rafael Nadal besiegt haben.

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