Scherer: „Ich habe zum Glück noch Zeit“

Biathletin Stefanie Scherer 
              hatte vergangene Saison ihr Weltcup-Debüt gefeiert.
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Biathletin Stefanie Scherer hatte vergangene Saison ihr Weltcup-Debüt gefeiert.

In der vergangenen Saison hatte sie leistungsmäßig einen großen Schritt nach vorne gemacht, zuletzt musste sich Stefanie Scherer (SC Wall/Stützpunkt Ruhpolding) aber mit kleineren Schritten begnügen.

Denn nach einigen leichteren gesundheitlichen Rückschlägen fehlte der Biathletin noch die Bestform.

Nach den deutschen Meisterschaften im Herbst hatte die Profisportlerin, die bei der Landespolizei gefördert wird, zwei kleinere Infekte, zuletzt warfen sie Rückenprobleme etwas zurück. So verlief die Vorbereitung „durchwachsen“, sagt die 24-Jährige. Die deutschen Meisterschaften im Herbst waren nicht ganz nach Scherers Wunsch verlaufen (Fünfte im Einzellauf, Siebte im Sprint und Sechste in der Verfolgung). „Ich weiß aus dem Vorjahr, dass die DM da auch nicht so gut war und dann der Winter doch erfreulich“, tröstet sie sich. Sie gibt aber auch offen zu: „Ein bisserl Frust bleibt trotzdem.“ Ihre Schießergebnisse – von insgesamt 30 Schüssen ging nur einer daneben – waren stark, aber läuferisch war die 24-Jährige nicht zufrieden. Wobei das nicht unbedingt an ihrer Form lag: „Ich trainiere gerne auf Skirollern, aber im Wettkampf bringe ich die Geschwindigkeit nicht so drauf wie auf Skiern“, bedauert sie.

Richtig Spaß hatte sie dagegen daran, im Frühjahr ein Praktikum bei der Polizeiinspektion Traunstein zu absolvieren. „Da habe ich endlich mal rausgedurft“, freut sie sich. Denn im Rahmen ihrer mehrjährigen Ausbildung bei der Landespolizei hatte Scherer zuvor immer theoretischen Unterricht gehabt. „Das ist schon cool, mal mitzukriegen, wie das wirklich abläuft. Ich hatte auch nette Kollegen, und das Ganze ist einfach mal ein bisserl Abwechslung zur Theorie.“ Jeder Ausbildungsblock wird Ende Juli noch mit Prüfungen abgeschlossen, im nächsten Jahr steht für Scherer die letzte Phase ihrer polizeilichen Ausbildung an.

Im vergangenen Winter hatte sie nach starken Leistungen im IBU-Cup – sie holte dort zwei Siege und wurde Gesamtvierte – sogar einen Weltcup-Einsatz bekommen. Daher ist nun ihr Ziel, „mich erst einmal im IBU-Cup festzusetzen und dann an die Ergebnisse des Vorjahres anzuknüpfen.“ Dass die ersten Wettkämpfe coronabedingt abgesagt wurden und der erste IBU-Cup erst vom 14. bis 17. Januar am Arber stattfindet, könnte sogar ein Vorteil für sie sein. Schließlich wisse sie, „dass ich nach den kleineren Ausfällen noch nicht so ganz in Form bin. Aber ich habe zum Glück noch Zeit.“ who

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