Saisonziel erreicht: Bruckmühler Kunstradfahrerin Ramona Dandl ist im B-Nationalkader

Ramona Dandl von der Soli Bruckmühl,hier beim Lenkerhandstand, wurde Sechste bei den Frauen (Elite) und qualifizierte sich für den B-Nationalkader. Staudenmeier

Saisonziel erreicht! Ramona Dandl von der Soli Bruckmühl ist mit 163,89 ausgefahrenen von 188,80 aufgestellten Punkten bei der DM in Moers Sechste geworden und hat sich für den B-Nationalkader 2020 im Kunstradsport qualifiziert.

Moers– Das Vorrundenergebnis der deutschen Meisterschaft im Kunstradfahren war das schwächstes Saisonergebnis von Ramona Dandl. Das war übrigens bei fast allen Sportlerinnen an der Spitze der diesjährigen nationalen Kunstradelite der Fall. Und doch hat die Vagnerin die Qualifikation für einen der sechs deutschen B-Nationalkaderplätze erreicht, wenn auch nur mit 2,24 Punkten Vorsprung vor der dreifachen Junioren-Europameisterin und zwei Jahre älteren Lena Günter aus dem baden-württembergischen Nufringen.

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Kampf um die zwei deutschen WM-Tickets

Der B-Nationalkader-Status garantiert bei den German Masters einen Start im zweiten Durchgang (Zwischenrunde oder Finale), für die ansonsten nur die drei Erstplatzierten der Vorrunde (1. Durchgang) berechtigt sind. Das ist wichtig für den Kampf um die zwei deutschen WM-Tickets. Zum anderen fahren die jeweils sechs B-Nationalkader-Sportler im Rahmen des Deutschlandpokals die Quali um die jeweils zwei deutschen EM-Tickets (Elite) in zwei Runden nach einem K.o.-System aus. Ein bisschen ist Dandl also damit ihrem Traum, einmal bei einer WM zu starten, nähergekommen.

70 Prozent der Ergebnisse im Kunstradspitzensport sind Kopfsache

„Etwa 70 Prozent der Ergebnisse im Kunstradspitzensport sind Kopfsache“, so zweifacher Weltmeister und Trainer Michael Niedermeier von der Soli Bruckmühl. Für eines der zwei deutschen WM-Ticket braucht es konstant Spitzenbergebnisse über die gesamte Elitesaison, die etwa drei Monate dauert, so eine weitere Tatsache.

Und die Dritte immer wieder geäußerte Erkenntnis von Spitzensportlern, man kann die Topform nicht über die ganze Saison halten. Vielmehr folgt die Form eines Sportlers einer Wellenbewegung, wo es drauf ankommt, das der Sportler seine Topform bei den entscheidenden Wettbewerben erreicht.

Und was hat das alles mit den „eigenen Gesetzen der Deutschen“ zu tun? Die Deutsche Meisterin im Einer-Kunstradsport der Frauen, Milena Slupina aus Roth bei Nürnberg (Vorrunde 172,89 Punkte, Finale 186,90 von 198,90 Punkten) und die Vizemeisterin Viola Brand aus Wendlingen (Vorrunde 174,35, Finale 183,0 vom 198,20 Punkten) scheinen die oben beschrieben Mechanismen gut zu beherrschen. Sie bilden mit Maren Haase aus Rösrath (Nordrhein-Westfalen) eine eigene Klasse im deutschen B-Nationalkader.

Zum einen sind sie fünf bis sieben Jahre älter als Dandl und damit auch in ihrer Persönlichkeit reifer und willensstärker, was sich insbesondere in kritischen Situationen und nicht optimalen Bedingungen zeigt. Zum anderen fahren sie ein sehr ähnliches Programm schon seit vielen Jahren und haben damit einen höheren Grad an Routine und Perfektion erreicht, was sich in der Ergebniskonstanz mit Quoten über 90 Prozent ausdrückt.

In der zweiten Leistungsgruppe im künftigen B-Nationalkader

Die zweite Leistungsgruppe im künftigen B-Nationalkader bilden neben Ramona Dandl noch Mattea Eckstein und Lara Füller (DM-Bronzemedaillengewinnerin mit 165,90 Punkten), beide ein Jahr älter und aus Baden-Württemberg. Sie liegen im diesjährigen Saisondurchschnitt nur etwa 2,5 Punkte auseinander. Auch in ihrem Leistungspotenzial und ihrem Übungsrepertoire ähneln sie sich sehr. Im Vergleich zu der Gruppe mit der Deutschen Meisterin liegen sie im Saisondurchschnitt aber noch etwa zehn bis 15 Punkte darunter. re

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