Die Saisonplanung für die Heim-WM passt bei Andi Katz

Andreas Katz,der in Ruhpolding am Stützpunkt trainiert, hat die Heim-WM 2021 in Oberstdorf im Visier. dpa/Stein
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Andreas Katz,der in Ruhpolding am Stützpunkt trainiert, hat die Heim-WM 2021 in Oberstdorf im Visier. dpa/Stein

Es war für ihn ein „Zwischenjahr“ – und mit dessen Verlauf ist Skilangläufer Andreas Katz (SV Baiersbronn) vom Stützpunkt Ruhpolding auch weitgehend zufrieden. „Es ging vor allem darum, dieses Jahr gut für das Training zu nutzen. Denn bei den Planungen zielt alles auf die WM im nächsten Jahr ab“, blickt er schon auf die Heim-WM 2021 in Oberstdorf voraus.

Ruhpolding– So ging es heuer vor allem darum, sich gut vorzubereiten – und bei den beiden Höhepunkten dieses Winters gut abzuschneiden. Das gelang mit dem zwölften Platz im Skiathlon (15 km KT/15 km FT) beim Weltcup in Oberstdorf hervorragend. Für den 32-Jährigen steht aber fest: „Die Saison mag von den Ergebnissen her nicht übermäßig gut gewesen sein, trotzdem hat die Planung gut gepasst.“ Schließlich gehe es ja im kommenden Winter darum, das Training und die Wettkampfeinsätze so geschickt zu steuern, dass er bei der WM Höchstleistungen bieten könne. Insofern könnten die Erkenntnisse aus dem weniger geglückten Rennen beim Finale in Oslo sehr hilfreich sein.

Tipps von Trailrunner Namberger

Ebenso hilfreich: Er sammelte besonders beim Skiathlon in Oberstdorf wieder wertvolle Erfahrungen, „wie ich es mit der Verpflegung auf so einer langen Strecke mache“. Da habe er etwas experimentiert. Nach einem Tipp von Trailrunner Hannes Namberger (Ruhpolding) nahm er ebenfalls die von diesen verwendeten Plastikfläschchen und berechnete, wie viel isotonische Getränke er für den Wettkampf brauchte. „Da geht es darum, Krämpfe zu vermeiden. Bei so langen Strecken sind Kohlenhydrate wichtig für die Energiebereitstellung.“ Auch in dieser Hinsicht sieht sich Katz nun gut vorbereitet für den kommenden Winter.

In der vergangenen Saison gehörte Katz nicht zur Gruppe derjenigen die auf „klassisches Höhentraining“ setzten – und will das auch weiter so halten. „Aber natürlich absolviere ich auch hin und wieder zehn Trage Training in der Höhe.“

Im Wohnzimmer „fast ein kleines Fitnessstudio“

Wegen der Corona-Krise laufen die Auswertungen der Saison mit Heimtrainern, Stützpunkttrainer und Athletiktrainer alle online oder per Skype-Telefonaten. Wann und wie die konkrete Saisonvorbereitung losgeht, weiß Katz derzeit noch nicht. Aber: „Sport ist in der Krise auch nicht so wichtig.“ Eine gute Vorbereitung aber schon. „Und da bin ich froh, dass ich hier in Ruhpolding wohne: Da kann man selbst mal gut laufen gehen.“ Ansonsten betreibe er viel Training zuhause. „Zum Glück habe ich mich schon vor einem Jahr gut eingedeckt, mein Wohnzimmer ist fast wie ein kleines Fitnessstudio“, lacht der 32-Jährige. Zu diesem gehöre auch ein „Togo-Jumper“ (bestehend aus zwei halbrunden Bällen), mit dem man unter anderem Sprünge und Imitationsübungen machen könne. „Das ist ähnlich wie auf Skiern, man muss viel ausbalancieren“, erläutert er.

Normalerweise nach Norwegen

Insgesamt habe sich im täglichen Leben derzeit schon „extrem viel geändert“, sagt Katz, der auch schon mal für ein paar ältere Nachbarn die Einkäufe besorgt. Derzeit gelte es eben, sich an die Gegebenheiten anzupassen. Auch wenn er das vorzeitige Saisonende sehr bedauert: „Normalerweise wäre ich noch zur Saisonverlängerung nach Norwegen geflogen.“ Das hatte er in den vergangenen Jahren immer so gehalten, denn „dort gibt es endlos lange Loipen, das ist schon ein Genuss-Effekt“, schwärmt er über das „gigantische Loipennetz“ in der Gegend um Sjusjoen (Nähe Lillehammer) – und sieht diese Aufenthalte als eine Mischung zwischen Urlaub und Training. Er habe dort schon in gut zwei Wochen ungewöhnlich viele lange Distanzen absolviert – „und trotzdem kommt einem das nicht wie Training vor“, berichtet er.

Wobei es auch „bei uns in der Region schon cool ist. Wenn es genügend Schnee gibt, ist ja auch von Inzell über Ruhpolding bis Reit im Winkl und Winklmoos ein super Langlaufgebiet da“, betont Katz. In Norwegen freilich ist die Dimension noch einmal anders, „das ist ungefähr so, als könnte man von hier aus mit den Langlaufskiern bis nach München“. So weit reicht die Bewegungsfreiheit derzeit ohnehin nicht – aber Katz will das Beste aus der Situation machen. Bis zur nordischen Ski-WM in Oberstdorf ist schließlich noch viel Zeit... who

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