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Nach der Verlängerung des Lockdowns

Saisonabbruch – und jetzt? Fußball-Verband kann XXL-Spielzeit nicht mehr zu Ende bringen

Die Netze, so wie hier im Rosenheimer Jahnstadion, bleiben oben und werden zumindest für diese Saison nicht mehr gebraucht. Die Fußball-Saison in Bayern ist abgesagt
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Die Netze, so wie hier im Rosenheimer Jahnstadion, bleiben oben und werden zumindest für diese Saison nicht mehr gebraucht. Die Fußball-Saison in Bayern ist beendet.

„Durch den Kabinettsbeschluss ist ein flächendeckender Trainingsbetrieb ab dem 3. Mai de facto nicht mehr möglich“, sagte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der für den Spielbetrieb zuständig ist. Deshalb wird die Fußball-Saison abgebrochen.

Von Alexander Hübner

Rosenheim/Mühldorf – Auch zwei Jahre haben nicht gereicht, um die Fußball-Saison 2019/21 in Bayern zu einem ordnungsgemäßen Ende zu bringen. Nach der Verlängerung des „Lockdowns“ bis zum 9. Mai sieht der Bayerische Fußball-Verband (BFV) keine Chance mehr, die restlichen Spieltage bis Ende Juni über die Bühne zu bringen. „Durch den Kabinettsbeschluss ist ein flächendeckender Trainingsbetrieb ab dem 3. Mai, der notwendig gewesen wäre, um die Spielzeit 2019/21 in allen bayerischen Ligen noch einmal aufnehmen und die verbleibenden Spiele noch durchführen zu können, de facto nicht mehr möglich“, musste Schatzmeister Jürgen Faltenbacher einräumen, der für den Spielbetrieb zuständig ist.

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Auf- und Absteiger nach der Quotientenregelung ermittelt

Eigentlich sind die Konsequenzen klar: Nach der Spielordnung werden Auf- und Absteiger damit nach der Quotientenregelung ermittelt, die Relegation fällt aus. Immerhin haben die meisten Ligen und Spielklassen rund drei Viertel aller Spiele absolviert. Doch haben sich schon vor der Entscheidung rund 50 Vereine – zumeist Abstiegskandidaten – zu Wort gemeldet, die zwar Aufsteiger zulassen, den Abstieg aber aussetzen wollen. Der ASV Rimpar, Schlusslicht der Landesliga Nordost, ist deren Wortführer, aus dem Süden haben sich unter anderem der abgeschlagene Letzte der Bayernliga, TSV Nördlingen, und die designierten Landesliga-Absteiger ASV Dachau und TSV Waldkirchen angeschlossen. Absteiger über Quotienten zu ermitteln, sei „eine destruktive Lösung“ heißt es in dem Schreiben an Verbandspräsident Rainer Koch. Auch Klage-Drohungen potenzieller Absteiger gibt es schon.

Bei den Vereinen ein „Meinungsbild“ einholen

Tatsächlich scheint der Verband noch einmal ins Grübeln gekommen zu sein. Vor der endgültigen Entscheidung über den Abbruch der Saison will er bei den Vereinen ein „Meinungsbild“ einholen. Dort soll es laut Faltenbacher auch über die bei einem Abbruch „anzuwendenden Regularien“ gehen. Bereits vor einem Jahr hatte sich Koch von den Vereinen den Rückhalt geholt, die „Corona-Saison“ nicht wie sonst überall in Deutschland abzubrechen, sondern zu verlängern. Mehr als zwei Drittel waren damals dafür. Die Quotientenregelung, die der Verband im Sommer in seine Spielordnung geschrieben hatte, hatte kaum jemand beachtet – wer hätte einen Abbruch damals für möglich gehalten?

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In der Bayernliga mindestens 38 Spieltage

Doch auf Absteiger zu verzichten, klingt nur auf den ersten Blick fair. Die Leidtragenden wären die übrigen Vereine, denen eine Mammut-Saison 2021/22 bevorstehen dürfte. In der Bayernliga etwa wären mindestens 38 Spieltage zu absolvieren, wenn zwar fünf Landesliga-Meister aufsteigen, aber kein Verein die Liga verlässt. Dabei steht ohnehin in den Sternen, ob die neue Saison wie geplant Ende Juli angepfiffen werden kann. Auch in der Kreisliga Inn/Salzach stehen dann Gruppen mit 16 Vereinen ins Haus – mit einem entsprechend verschärften Abstieg im Sommer 2022. Ohnehin steht zu befürchten, dass einige Vereine in ihren Ligen nicht mehr konkurrenzfähig sind – seit Mitte 2019 hat sich viel getan.

Regionalliga-Playoff mit Tests?

Unklar ist, wie es mit der Regionalliga und dem Toto-Pokal weitergeht. Bayern will unbedingt einen Kandidaten für die 3. Liga melden, der sich aber noch in der Relegation gegen den Vertreter aus der Regionalliga Nord durchsetzen muss. Die Vereine im Norden, wo nur ein Drittel der geplanten Spiele über die Bühne gegangen ist, haben sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen. Wer als möglicher Aufsteiger gemeldet wird, ist unklar. In Bayern soll der Aufstiegskandidat in einer Dreier-Runde zwischen Tabellenführer Viktoria Aschaffenburg, Schweinfurt 05 und der SpVgg Bayreuth ermittelt werden – notfalls mit regelmäßigen Corona-Tests wie in den Gruppen West und Südwest, die unter Profi-Bedingungen spielen. Ob das auch eine – wenngleich teure – Option für den Rest der Regionalliga Bayern und die restlichen drei Runden im Toto-Pokal sein könnte, ist umstritten. Derzeit dürfen die Mannschaften nicht einmal trainieren. Schon vor einer Woche der BFV den Ligapokal wegen der Corona-Pandemie offiziell beerdigt.

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