Ruhpoldinger Extrem-Bergläufer Hannes Namberger siegt und stellt Streckenrekord auf

Hannes Namberger in den Pitztaler Alpen beim Pitz-Alpine-Glacier-Trail.
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Hannes Namberger in den Pitztaler Alpen beim Pitz-Alpine-Glacier-Trail.

Der Extrem-Bergläufer Hannes Namberger (Team Dynafit) hat den Pitz-Alpine-Glacier-Trail über 106 Kilometer gewonnen und dabei auch gleich eine neue Rekordzeit aufgestellt:

Pitztal – Die Strecke beim Pitz-Alpine-Glacier-Trail über 106 Kilometer mit insgesamt etwa 6100 Höhenmetern gewann der Ruhpoldinger Extrem-Bergläufer Hannes Namberger (Team Dynafit) in neuer Rekordzeit: 13:38,06 Stunden – er hat den bisherigen Rekord damit um knapp zwei Stunden unterboten.

„Mit dem Rekord ist das Ergebnis doppelt schön“

„Bei dem Rennen ist wirklich alles aufgegangen. Mit dem Rekord ist das Ergebnis doppelt schön, das ist noch mal eine Bestätigung für mich“, sagt der Bundespolizist, der eigentlich einen Start über die 45-Kilometer-Strecke geplant hatte. Er habe dann aber „einfach Bock gehabt, richtig Gas zu geben“ und sich kurzfristig doch noch umgemeldet. „Ich hatte ein gutes Gefühl und wusste, dass ich das schaffe.“ Profitiert hat der Ruhpoldinger auch vom passenden Wetter: „Es waren ideale Bedingungen. Für eine Nacht in dieser Höhenlage war es sehr angenehm.“ Auf der Strecke habe es wenig Schnee und Eis gegeben, nur einmal musste er Steigeisen anlegen, um ein Gletscherfeld zu queren. Denn die Strecke ist anspruchsvoll: Vom Start auf 1670 Metern ging es für die Athleten gleich zum höchsten Punkt auf 3070 Metern, neben der Gletscherquerung gab es auch viele seilversicherte Passagen und wenige „wirklich laufbare Abschnitte“ – für den Ruhpoldinger aber kein Problem: „Für mich war auch die Höhe nichts Neues.“ Trotz aller Herausforderungen war Hannes Namberger von der Strecke und dem Rennen unter klarem Sternenhimmel – Start war am Abend um 23 Uhr – beeindruckt: “Das war schon etwas Einzigartiges, das sieht man nicht so oft.„ Als erste große Trailrunning-Veranstaltung in Österreich mussten die Veranstalter viele Auflagen erfüllen: Die Teilnehmer mussten Abstandsregeln einhalten, in Blöcken – zunächst die Elite, am Ende die Genussläufer – sowie mit Mund-Nasen-Schutz starten und ihre Hände an den Verpflegungsstationen desinfizieren.

Das Starterfeld wurde von 2000 auf 750 Teilnehmer reduziert

„Das war viel Aufwand für die Organisatoren, aber alle haben die Regeln super eingehalten“, berichtet Hannes Namberger. „Man hat gemerkt, dass alle wieder heiß darauf waren, zu laufen.“ Dabei war auch das Starterfeld von 2000 auf 750 Teilnehmer reduziert worden.

Hannes Namberger lag von Beginn an vorne, obwohl er sich auf den Lauf nicht speziell vorbereitet hatte. „Viel ist mentale Vorbereitung und ich habe mich ganz gut darauf eingestellt“, erklärt er. Den Verzicht auf die 45-Kilometer-Strecke kann der Bergläufer also gut verkraften, zumal er 2017 auf der Marathonstrecke im Pitztal bereits den Sieg geholt hat.

„Wenn ich etwas gewonnen habe, trete ich da nicht mehr an“

Und weil er immer neue Strecken sehen und ausprobieren will, wird der Ruhpoldinger im kommenden Jahr auch nicht zur Titelverteidigung antreten. „Wenn ich etwas gewonnen habe, trete ich da nicht mehr an“, sagt er. „Den Rekord bricht so schnell keiner und ich will lieber etwas Neues machen und andere Strecke abhaken.“ Wie es mit der Saison weitergeht, steht allerdings noch nicht fest. „Ich weiß nicht, was noch kommt, aber ich bin für alles offen. Wir schauen jetzt, was die Zukunft bringt.“ Hinter sich hat Hannes Namberger bereits einen 5. Platz beim Montreux-Trail-Festival in der Schweiz – allerdings über die 30-Kilometer-Distanz. „Das ist nicht meine Disziplin und war eher ein Trainingslauf.“ Mit der Platzierung war er trotzdem zufrieden. Für Namberger ist dennoch klar: „Bei 75 bis 100 Kilometer fühle ich mich daheim.“ jom

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