GEMEINDE RUHPOLDING HAT SICH ETWAS EINFALLEN LASSEN

Ruhpolding feiert in diesem Jahr „Biathlon dahoam“ – Trotz Absage Foto-Aktion gestartet

Die Beppos, Ruhpoldings Biathlon-Maskottchen, konnten heuer nicht vor Publikum auftreten.
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Die Beppos, Ruhpoldings Biathlon-Maskottchen, konnten heuer nicht vor Publikum auftreten.

Normalerweise würden in diesen Tagen täglich Tausende von Biathlon-Fans in die Chiemgau-Arena strömen. Doch aufgrund der Corona-Krise ist eben diesmal alles anders und statt in Ruhpolding gehen die Skijäger auch diese Woche in Oberhof auf die Jagd nach Weltcup-Punkte.

Ruhpolding– Die Internationale Biathlon Union (IBU) hatte im Vorfeld der Saison ja entschieden, Doppel-Weltcups durchzuführen, also zwei Weltcups hintereinander an einem Ort. Dadurch wird unter anderem das Reiseaufkommen minimiert und damit soll ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeschlossen werden. In Deutschland bekam eben Oberhof, das 2023 auch die Biathlon-WM austragen wird, den Vorzug vor Ruhpolding. Und deswegen finden in der Chiemgau-Arena nun keine Weltcup-Rennen statt. „Die Entscheidung ist eben so gefallen“, sagt Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer. Ein wenig Wehmut kommt dabei durchaus auf. „Jeden Ruhpoldinger geht in diesen Tagen im Kopf rum: Wo wäre ich jetzt gerade, wenn Weltcup wäre“, betont er.

„Es blutet einem schon das Herz“

„Es blutet einem schon das Herz, wenn man jetzt nach Oberhof schaut“, ergänzt Frank Oette, der Geschäftsführer von Ruhpolding Tourismus. Vor allem auch, „weil wir wieder beste Verhältnisse gehabt hätten“. Was Oette auch traurig stimmt, ist die Tatsache, „dass es aktuell ja auch keinen Tourismus bei uns gibt“. Man habe durchaus einige Ideen für diese Woche gehabt – etwa eine Live-Übertragung von den Wettkämpfen aus Oberhof in der Chiemgau-Arena. „Aber jede Idee von uns wurde aufgrund der aktuellen Situation wieder zerschmettert“, betont er.

Schlechte Auswirkungen auf die Betriebe

Und diese habe vor allem „für unsere ganzen Betriebe schlimme Auswirkungen“, ergänzt Oette. Dennoch gab er sich auch gleich wieder optimistisch: „Wir werden das überstehen.“ Und er sei sich sicher, dass die Leute nach der Krise dann erst recht Hunger auf die jetzt abgesagten Veranstaltungen haben werden. Ein Indiz dafür liefert der Tourismus-Fachmann auch gleich: „Wir bekommen bereits die ersten Anfragen für den Weltcup 2022.“

Zufrieden zeigte sich der Geschäftsführer übrigens mit der World Team Challenge. Zum Jahresende hatte das Event, das normalerweise seit Jahren in der Arena auf Schalke ausgetragen wird, diesmal aber aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste, kurzerhand in Ruhpolding stattgefunden – freilich ohne Fans. „Das war ein richtiger Erfolg, was man auch an den TV-Quoten gesehen hat.“

Verschiedene Aktionen unter dem Motto „Biathlon dahoam“

So ganz ohne Biathlon geht es in Ruhpolding aber in diesen Tagen nicht – unter dem Motto „Biathlon dahoam“ gibt es einige Aktionen. So zogen sich etwa die Beppos, die Maskottchen des Ruhpoldinger Biathlon-Weltcups, die Startnummer-Trikots „Biathlon dahoam“ über und zeigten sich die Tage rund um Ruhpolding. Christel Lechner ist für die flauschigen Loipenfüchse verantwortlich. Auch für ihr Team lief es zuletzt nicht so wie gewohnt. „Trainiert haben wir nicht so viel, da wir ja im Herbst schon nicht mehr in die Sporthalle durften“, berichtet Lechner. Immerhin habe man einen Einsatz bei der World Team Challenge gehabt. Lechner sagt: „Wir machen jetzt das Beste daraus und hoffen auf nächstes Jahr.“

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„Wir stecken den Kopf nicht in den Sand

Das sieht auch der Wahl-Ruhpoldinger Thomas Junker so. Der Filmemacher liefert normalerweise in der Ruhpoldinger Biathlon-Woche Hintergrundberichte zu Themen wie Dopingkontrollen, Streckenpräparierung oder Materialkontrollen und spricht auch immer wieder mit den Fans. Auch dies fällt in diesem Jahr flach. Trotzdem hat Junker wieder ein „Ruhpolding backstage“ gedreht. In seinem Vorwort betont Junker: „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Wir feiern trotzdem alle miteinander – halt dahoam.“ Junker bat die Fans darum, Fotos auf Instagram oder auf Facebook mit dem Hashtag #biathlondahoam zu posten. Wer das bis Sonntag macht, kann dabei auch etwas gewinnen – und zwar eines von zehn handsignierten Startnummer-Trikots „Biathlon dahoam“ von Fritz Fischer.

Frank Oette verriet noch, dass es ab sofort auch „Biathlon-Fanpackerl für dahoam“ zu kaufen gebe. Darin enthalten seien unter anderem ein Startnummer-Trikot „Biathlon dahoam“, ein Beppo sowie Radichips. „Und damit kann man dann Biathlon eben daheim vor dem Fernseher genießen.“ bst

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