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Analyse: Das Scheitern der Rosenheimer Cracks

Abschied im Viertelfinale: Aus diesen Gründen flogen die Starbulls gegen Hannover raus

Es war angerichtet für weitere große Eishockeyfeste im Rosenheimer Rofa-Stadion, aber für das Starbulls-Team war wieder einmal im Viertelfinale Schluss.
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Es war angerichtet für weitere große Eishockeyfeste im Rosenheimer Rofa-Stadion, aber für das Starbulls-Team war wieder einmal im Viertelfinale Schluss.
  • VonManfred Eder
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Es sind zwar nur statistische Werte, die aber trotzdem Rückschlüsse für das Scheitern der Starbulls im Play-off-Viertelfinale erlauben. Keine Tore in den letzten Dritteln der vier Spiele ist dabei nur ein Faktor.

Rosenheim – Sternenbullen und Skorpione – das passt einfach nicht. Zum dritten Mal trafen die Starbulls Rosenheim auf die Hannover Scorpions, und zum dritten Mal erwies sich das Gift der Stechkrabbler als wirkungsvoller als die Kraft der Stiere. Und so bleibt den Starbulls auch im vierten Playoff seit dem Abstieg in die Oberliga (2020 fiel wegen Corona aus) das Erreichen des Halbfinales verwehrt.

Ein Halbfinale, in dem man sogar auf Grund des Ausscheidens der beiden Punktrundenmeister, Weiden im Süden und Halle im Norden, Heimrecht gehabt hätte, was das Ganze noch ärgerlicher macht.

Waren zwei Förderlizenzler entscheidend?

Kurios ist allerdings, dass sich im Zusammentreffen zweier ungemein routinierter Mannschaften (bei den Scorpions traditionell, bei den Starbulls heuer durch die zahlreichen höherklassig erfahrenen Neuzugänge) in den entscheidenden beiden Partien ausgerechnet die beiden jungen Wolfsburger Förderlizenzler auf Hannoveraner Seite, Thomas Reichel und Jan Nijenhuis, mit zusammen acht Scorerpunkten zu Matchwinnern aufschwangen und auch bei den Starbulls mit Kevin Slezak ein Youngster mit vier Scorerpunkten in vier Spielen Topscorer gegen Hannover wurde. Von all den Routiniers im grünweißen Dress kam dagegen einfach zu wenig. Auch die Rosenheimer Blueliner, die im Achtelfinale gegen Hamburg noch sechs Punkte pro Spiel (!) gemacht hatten, konnten diesmal in vier Partien nur einen Treffer und drei Assists zum Geschehen beitragen.

Das gegnerische Tor war weitgehend vernagelt

Und gerade in den letzten beiden Begegnungen war das gegnerische Tor weitgehend wie vernagelt. In Hannover lief nach der 2:0-Führung fast 36 Minuten lang nichts mehr, bei der entscheidenden Heimniederlage waren es dann nach dem wilden Hin und Her zu Spielbeginn fast 50 (!) Minuten ohne Erfolgserlebnis bis zum unwiderruflichen Saisonende.

Auf der anderen Seite ermöglichte man in Spiel Fünf den Scorpions nach einer 2:0-Führung durch einen fast historischen Zusammenbruch zu Beginn des Schlussdrittels den entscheidenden Aufschwung, der sich dann ins letzte Spiel durchzog. Drei Gegentreffer in drei Minuten, vier in gut fünf Minuten, fünf in 10:13 Minuten, das sind alles Negativrekorde für die laufende Saison, ebenso wie erstmals sechs Gegentore, alle bei gleicher Spieleranzahl, und dies ausgerechnet in einem (vor)entscheidenden Match! Schlechter kann man das Timing wahrlich nicht hinkriegen.

0:5-Debakel in Zweitliga-Zeiten

0:5 in einem einzigen Drittel – das war den Starbulls in der Oberliga-Neuzeit (seit 2017) noch nie passiert. Am 3. Dezember 2019 geriet man in Sonthofen in den ersten 20 Minuten, allerdings geschockt durch den Zusammenbruch von Josh Mitchell, mit 1:5 in Rückstand, das war aber auch schon der Negativ-Rekord der letzten fünf Jahre. In Zweitliga-Zeiten gab es allerdings schon vier dieser 0:5-Debakel in einem Spieldrittel, bedenklicherweise dreimal in wichtigen Playoff-Begegnungen!

So bekam man im Halbfinale 2014 in Bietigheim so einen „Fünferpack“ verpasst, und die beiden 0:5-Anfangsdrittel gegen den Erzrivalen Landshut (Viertelfinale 2013, Endstand 1:11) sowie auf eigenem Eis ein Jahr zuvor im Finale (Endstand 1:7), werden dem einen oder anderen Fan sicher noch in (schlechter) Erinnerung sein. Auch Dresden gelang 2015 einmal in der Zweiten Liga solch ein Kunststück, ebenso wie vor dem Rosenheimer Aufstieg zu Oberliga-Zeiten Bad Tölz, Füssen und Weiden.

Gegen Hamburg den längeren Atem gehabt

Hatten Sicinskis Jungs im Viertelfinale gegen Hamburg speziell im letzten Drittel den noch längeren Atem gehabt (3:0, 2:0, 2:1), so sah es gegen die Scorpions da komplett anders aus. In vier Partien kein einziges Tor für die Starbulls, Gegentreffer dagegen acht – Tatsache ja, Erklärung nein. In den Anfangsdritteln zeigte man sich sogar noch überlegen (4:3), die Gesamtbilanz der Mittelabschnitte ist mit 5:5 Toren ausgeglichen.

Nur ein Überzahltor

Ein weiterer Grund für das Ausscheiden ist wohl auch, dass das Powerplay – zu Beginn der Saison eine Macht, später mehr und mehr schwächelnd – nach dem kurzen Aufflackern im Achtelfinale dann gegen die Scorpions einfach nicht mehr in die Gänge kam. Ein einziges Überzahltor durch Zack Phillips in über 19 Minuten reicht einfach nicht zum Erfolg. Besonders beim 2:6-Debakel ließ man fünf Überzahlphasen verstreichen, ehe der erwähnte Zusammenbruch kam. Den Scorpions dagegen gestattete man in drei der vier Partien je einen Überzahltreffer, einer (beim einzigen Sieg) konnte durch Steffen Tölzers Gamewinner in Unterzahl wenigstens kompensiert werden.

Am Ende jubelten wieder die Scorpions so wie auf dem Bild bei einem Treffer beim 6:2-Sieg in Hannover.

Was hätte man nicht alles gegeben für ein Powerplay wie das der Regensburger, die bei ihrem 9:2-Sieg gegen Halle gleich sieben (!) von zwölf gegnerischen Strafzeiten zu Powerplaytoren nützten.

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