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Deutsche Meisterschaft im Dressurreiten

Der Konkurrenz „davongetanzt“: Jessica von Bredow-Werndl kratzt mit Dalera am Weltrekord

Den deutschen Meistertitel verteidigt und überglücklich: Jessica von Bredow-Werndl siegte mit TSF Dalera BB. Nach dem Sieg sagte die Aubenhausenerin: „Ich kann gar nicht in Worte fassen, was diese Stute kann, gibt und möchte.“
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Den deutschen Meistertitel verteidigt und überglücklich: Jessica von Bredow-Werndl siegte mit TSF Dalera BB. Nach dem Sieg sagte die Aubenhausenerin: „Ich kann gar nicht in Worte fassen, was diese Stute kann, gibt und möchte.“

Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB wuchsen bei der deutschen Meisterschaft über sich selbst hinaus und tanzten zur Musik aus dem Hollywood-Film „La La Land“ ihrer Konkurrenz davon. Kein anderes Dressur-Duo verbindet in dieser Weise Anmut und Leichtigkeit mit Kraft und Präzision.

Balve – Mit drei Siegen und beiden möglichen Titeln kehrten Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB von den Deutschen Dressur-Meisterschaften in Balve zurück. Auch mit ihrem zweiten Olympiakader-Pferd Zaire-E platzierte sich die Aubenhausenerin in den Endrunden. Komplettiert wurde der Erfolg des „Teams Aubi“ durch die vorderen Finalplätze ihres Bruders Benjamin Werndl mit Daily Mirror und durch den Vize-Titel von Raphael Netz mit Elastico bei den U25-Reitern.

Die Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl freut sich bei der Siegerehrung.

Traumwandlerische Sicherheit

Schon am ersten Tag setzten Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB im Grand Prix ein Ausrufezeichen. Mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit reihte das Paar in seiner Vorstellung einen Höhepunkt an den anderen. Alle fünf Richter rangierten das Duo auf dem ersten Platz und vergaben insgesamt 85,040 Prozent.

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Für die Siegerin und die 14-jährige Trakehnerstute war das eine neue persönliche Bestleistung, mit der sie ihre Teamkollegin Isabell Werth mit Bella Rose erstmals deutlich auf Abstand halten konnten. Für die nicht fehlerfreien Weltranglistenersten gab es 81,320 Prozent. Dorothee Schneider und Showtime FRH wurden mit 80,520 Prozent Dritte.

Stolz auf ihre Stute TSF Dalera BB: Jessica von Bredow-Werndl auf der Ehrenrunde.

Co-Bundestrainer Jonny Hilberath hatte von Bredow-Werndl mit dem Erfolgsrezept „All In“ ins Viereck geschickt. „Ich habe mich heute noch mehr getraut. Das hat Dalera offensichtlich noch mehr Selbstvertrauen gegeben. Sie war von der ersten bis zur letzten Millisekunde bei mir. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was diese Stute kann, gibt und möchte“, resümierte die überglückliche Siegerin.

Titelverteidigung war nicht gefährdet

Nach diesem überragenden Auftakt waren von Bredow-Werndl und ihre „Queen“ auch an den beiden nächsten Tagen nicht zu schlagen. Zwar machte es die 35-Jährige mit der eleganten Easy Game-Tochter im Grand Prix-Special durch zwei kleine Unsicherheiten „etwas spannender als geplant“, aber die Mission Titelverteidigung war dadurch nicht gefährdet. Mit 84,882 Prozent und wieder einem neuen persönlichen Bestergebnis setzte sich die alte und neue Deutsche Meisterin im Grand Prix Special vor Isabell Werth (83,902 Prozent) und Dorothee Schneider (83,490 Prozent).

Siegerehrung: Jessica von Bredow-Werndl (M) gewinnt auf Dalera in der Grand Prix Kür vor Isabell Werth (l) auf Bella Rose und Dorothee Schneider (r) auf Showtime FRH.

Zum ersten Mal mussten die Meisterschaftsteilnehmer an drei aufeinander folgenden Tagen ins Prüfungsviereck, ohne ihren Pferden und sich einen Ruhetag gönnen zu können. Doch Müdigkeit war bei kaum einem Paar zu bemerken, ganz im Gegenteil. Die Grand Prix-Kür wurde zu einem wahren Fest des Spitzensports. Noch nie zuvor präsentierten sich die Viereckspezialisten bei Deutschen Meisterschaften in einer solchen Leistungsdichte und so stark wie in diesem Olympiajahr – und das trotz mangelnder Wettkampfpraxis. Zehn Paare toppten die magische 80-Prozent-Marke, zwei sogar die nur selten erreichte 90-Prozent-Marke. Die ersten, denen dies gelang, waren der legendäre Totilas und Edward Gal.

Von allen fünf Richtern die 10

Von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB wuchsen als letztes Starterpaar über sich selbst hinaus und tanzten zur Musik aus dem Hollywood-Film „La La Land“ ihrer Konkurrenz davon. Kein anderes Dressur-Duo verbindet in dieser Weise Anmut und Leichtigkeit mit Kraft und Präzision. Für Harmonie zwischen Reiter und Pferd sowie für Musik und deren Interpretation gab es von allen fünf Richtern die 10. Im technischen Teil erhielten die beiden Dancing-Stars für Piaffen, Passagen, Übergänge und Verstärkungen ebenfalls mehrmals die Höchstnote. Mit 93,025 Prozent, der dritten persönlichen Bestleistung in Folge, und deutlichem Abstand auf die Weltklasse-Teamkolleginnen ging die Goldmedaille auch in der Kür nach Aubenhausen.

Jessica von Bredow-Werndl gewinnt auf Dalera die deutsche Meisterschaft beim Grand Prix Special der Dressur und bekommt bei der Siegerehrung eine Champagnerdusche von der Zweiten, Isabell Werth (links).

Fast den Weltrekord geschafft

International gesehen reicht von Bredow-Werndls Ergebnis fast an den Weltrekord von 94,300 Prozent. Charlotte Dujardin und Valegro stellten den Highscore 2014 beim Weltcup-Turnier in London auf. 2016 reichten dem britischen Paar in Rio de Janeiro 93,857 Prozent für olympisches Einzelgold. Auch wenn es kein internationales Turnier sondern „nur“ die Deutschen Meisterschaften waren, die Ergebnisse von Balve sind eine Ansage. Vor Tokio gelten die Briten neben den Dänen als stärkste Konkurrenten der Deutschen.

Die Seriensiegerinnen Werth und Bella Rose übertrafen mit 90,975 Prozent ebenfalls ihre bisherige persönliche Bestleistung, mussten sich aber erneut mit dem ungewohnten zweiten Platz und der Silbermedaille begnügen. Schneider, die durch einen Schlüsselbeinbruch gehandicapt ist, freute sich auf Showtime FRH über die Bronzemedaille mit 89,775 Prozent.

Jessica von Bredow-Werndl reitet und gewinnt auf Dalera in der Grand Prix Kür.

Benjamin Werndl auf dem 6. Platz

Benjamin Werndl und Daily Mirror platzierten sich in Spezial (77,569 Prozent) und Kür (83,175 Prozent) an sechster Stelle und wahren damit ihre Chance auf einen Startplatz in Tokio.

Nach der ersten Olympiasichtung ist vor der zweiten Olympiasichtung. „Die Pferde haben erst einmal Urlaub. Wir analysieren unsere Ritte und schauen, was wir noch verbessern können“, sagte von Bredow-Werndl.

Die drei deutschen Paare, die in Tokio den Mannschaftstitel verteidigen wollen, sowie das Reservepaar werden nach dem Turnier in Kronberg vom 24. bis 27. Juni nominiert.

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