Reichen EM-Medaillen für die WM-Quali?

Ruhpolding – Mit einem starken Aufgebot und viel Selbstvertrauen können die deutschen Biathleten in die an diesem Mittwoch beginnenden Europameisterschaften in Duszniki Zdroj (Polen) starten.

Denn auch beim zweiten IBU-Cup am Arber gab es starke Leistungen der Deutschen, ein Teil des EM-Teams war außerdem in dieser Saison schon im Weltcup eingesetzt.

So wollen sich die Deutschen bei der EM „möglichst weit vorn“ einreihen, wie Trainer Remo Krug (Inzell) – zuständig für die Lehrgangsgruppe 1b der Herren – betont. Will heißen: Medaillen sind das Ziel.

Diese Medaillen könnten sogar noch zur WM-Teilnahme verhelfen. Denn bei den Herren gehören die im Weltcup eingesetzten Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl/zuletzt 18. beim Einzellauf in Antholz) und Philipp Horn (SV Frankenhain) dazu, die in dieser Saison zumindest die „halbe“ Norm (Platz unter den besten 15) nur knapp verfehlt hatten. Hinzu kommt der wiedergenesene Philipp Nawrath (SK Nesselwang) vom Stützpunkt Ruhpolding, der am Arber in fünf Rennen nur einmal keinen Podestplatz erzielt hatte. „Auch er hat sogar noch eine Chance auf die WM, Kühn und Horn sollen sich ebenfalls präsentieren können“, betont Krug.

Das gilt aus dem von Tobias Reiter (Oberwössen) betreuten Damenteam der LG 1b auch für Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf). Die 26-Jährige hatte in der ersten Woche am Arber überzeugt und durfte da raufhin beim Weltcup in Antholz (Italien) mitmischen. Dort holte sie neben dem besten Ergebnis ihrer Karriere (11.) im Einzellauf auch die „halbe“ WM-Norm. Nun darf sie bei der EM antreten – und könnte sich dort mit Spitzenleistungen noch für die WM (10. bis 21. Februar in Pokljuka (Slowenien) empfehlen.

Aus dem Damenteam sind in Polen aus dem Stützpunkt Ruhpolding Stefanie Scherer (SC Wall) und Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld) am Start. Fehlen wird Anna Weidel (WSV Kiefersfelden), die noch beim verkürzten Einzellauf mit Rang zwei hinter Tamara Steiner (Österreich) überzeugt hatte. Doch Weidel ist erkrankt, sonst wäre sie sicher im EM-Kader gewesen. Das hätte auch für Sophia Schneider (SV Oberteisendorf) gegolten, die jedoch wegen einer Fußverletzung länger pausieren muss.

Im verkürzten Einzellauf (12,5 km statt 15 km) hatten am Arber auch Scherer als Sechste vor Voigt und Hildebrand sowie die zehntplatzierte Frühwirt für ein hervorragendes Mannschaftsergebnis unter 121 Teilnehmerinnen gesorgt. Im Sprint war Hildebrand mit Rang 13 beste Deutsche geworden. Im Feld der jeweils über 120 Teilnehmerinnen mischten auch zwei heimische Juniorinnen mit: Lisa Spark (SC Traunstein) belegte die Plätze 61 (Einzel) und 73, Franziska Pfnür (SK Ramsau) die Ränge 65 und 83.

Eine positive Bilanz zog Remo Krug (Inzell) auch für die deutschen Herren. „Das Team war insgesamt stark“, lobt er. Vor allem im verkürzten Einzellauf (15 statt 20 km): Da hatte es neben Rang zwei für Nawrath (hinter dem Norweger Endre Strömsheim) ein erfreuliches Mannschaftsergebnis gegeben: Dominic Schmuck (SC Schleching) wurde Zehnter, auch Johannes Donhauser vom SC Ruhpolding (19.) erreichte eine gute Platzierung bei 154 Teilnehmern.

Im Sprint überzeugte Nawrath als Dritter mit dem nächsten Podestplatz. Zweitbester Deutscher war Danilo Riethmüller (WSV Clausthal-Zellerfeld mit Platz 22. Für die Stützpunkt-Athleten Schmuck und Donhauser gab’s die Ränge 30 und 43. Schmuck darf nun ebenso zur EM fahren wie der Junioren-Weltmeister von 2020 (Verfolgung), Danilo Riethmüller; hinzu kommt Justus Strelow. Das deutsche Trainerteam in Polen bilden Tobias Reiter und Peter Sendel (jeweils Damen) sowie Remo Krug und Roman Böttcher (Herren). who

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