Gegner war in Quarantäne

Regensburger Spielabsage hinterlässt bei den Rosenheimer Starbulls ein „Gschmäckle“

So war‘s Ende November: Regensburg feiert den Heimsieg, Starbulls-Stürmer Tobi Meier fährt geknickt vom Eis.
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So war‘s Ende November: Regensburg feiert den Heimsieg, Starbulls-Stürmer Tobi Meier fährt geknickt vom Eis.

Es ist nicht nur ein Kampf um die Spitzenplätze in der Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd, jetzt kommt auch abseits der Eisfläche Brisanz ins Duell zwischen den Starbulls Rosenheim und den Eisbären Regensburg. Grund dafür ist die Absage der für Mittwoch angesetzten Partie in Regensburg, die nach Rosenheimer Ansicht einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Rosenheim – Die Vorgeschichte: Die Oberpfälzer hatten sich nach ersten positiven Corona-Tests am 13. Dezember in Quarantäne begeben und seitdem nicht mehr gespielt. Die nachfolgenden Testungen ergaben insgesamt elf positive Corona-Fälle im Regensburger Team, das nun nach der vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) vorgegeben „Return-to-play“-Regelung den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen und am Mittwoch gegen die Starbulls auflaufen sollte.

Kurzfristig hatten die Eisbären nun aber den Antrag beim DEB gestellt, die Partie abzusetzen. „Dieser Bitte kam der DEB auf Grund seiner Sorgfaltspflicht nach, weswegen dem Verband in diesem Zusammenhang keinerlei Vorwürfe zu machen sind“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Starbulls.

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Thaller: „Für uns ist das Vorgehen schwer nachvollziehbar“

Sauer stößt den Rosenheimer Verantwortlichen aber auf, dass die sportliche Leitung der Regensburger laut Rosenheimer Mitteilung aufgrund eines möglichen problematischen Vorbereitung keinen korrekten Spielablauf befürchtete. „Für uns ist das Vorgehen der Eisbären Regensburg schwer nachvollziehbar. Die Corona-Thematik kompliziert den Spielbetrieb ganz enorm, das steht außer Frage und damit müssen alle Teams und auch der Verband klarkommen. Corona ist in unseren Augen aber nicht als Sündenbock für alle Problematiken vorschiebbar“, sagt Starbulls-Vorstand Marcus Thaller.

Starbulls-Vorstand Marcus Thaller: „Für uns ist das Vorgehen der Eisbären schwer nachvollziehbar.“

„Wir sind ohne Murren an die Donau gefahren“

Er verweist darauf, dass auch die Starbulls bereits eine längere Quarantäne-Phase im November hinter sich gebracht hätten, um dann im ersten Spiel nach der Rückkehr in Regensburg aufzulaufen. „Auch wir haben danach das ,Return-to-Play‘-Protokoll des DEB durchlaufen und mussten mit nur einer regulären Trainingseinheit in Regensburg antreten. Dabei fehlten uns aufgrund der verlängerten Quarantäne einiger Akteure zusätzlich noch wichtige Schlüsselspieler. Wir haben diese Nackenschläge aber ohne Murren angenommen und sind, verstärkt mit vielen U20-Spielern, an die Donau gefahren“, so Thaller – und ergänzt: „Dass nun gerade die Eisbären, unser damaliger Gegner, beim DEB um eine Spielverlegung des Spitzenspiels gegen unsere Jungs gebeten haben, hinterlässt bei uns schon irgendwie ein kleines ,Gschmäckle‘.“

Zur Erinnerung: Die Starbulls verloren nach einer sehr ordentlichen Leistung mit 1:2, es fehlten damals Simon Heidenreich, Michael Baindl und Kevin Slezak sowie die aktuell für die Rosenheimer auflaufenden U20-Cracks Benedikt Dietrich, Tobias Beck, Yannic Bauer und Marc Bosecker. Dafür waren aber die Ingolstädter Förderlizenzspieler Garret Pruden und Samuel Soramies dabei, hinzu kam U20-Spieler Thomas März.

Regensburg-Trainer Max Kaltenhauser: „Wir handeln nach den Empfehlungen, die uns gegeben werden.“

Kaltenhauser: Die Situationen nicht vergleichbar

„Das Problem sind nicht die Krankheitsverläufe der einzelnen Spieler, sondern die über die Weihnachtsfeiertage eingeschränkten Untersuchungsmöglichkeiten“, wird Eisbären-Trainer Max Kaltenhauser im einer Pressemitteilung der Regensburger zitiert. Wie der Wasserburger auf Nachfrage der OVB-Sportredaktion erklärte, seien deshalb auch erst am Montag weitere Tests im Labor möglich gewesen. „Wir halten uns da strengstens an das ,Return-to-play‘-Protokoll von DEB und Berufsgenossenschaft und das Anraten unserer Ärzte“, sagt Kaltenhauser, der auch keinen Vergleich mit der Rosenheimer Situation vom November ziehen möchte: „Wir haben nachweislich mehr Fälle als Rosenheim damals und hatten jetzt die Weihnachtsfeiertage dazwischen, an denen nicht getestet werden konnte.“ Zudem sei bei den Eisbären die komplette Mannschaft in häuslicher Quarantäne gewesen, auch die nicht infizierten Spieler hätten nicht auf dem Eis trainiert.

Spielabsage „keine böse Absicht“

Kaltenhauser sagt, die Spielabsage sei „keine böse Absicht“, er hätte sich sehr auf dieses Duell gefreut. „Wir wollten ja spielen, das sieht man auch daran, dass wir ursprünglich diesen Termin für unsere Rückkehr ins Auge gefasst hatten. Aber wir handeln nach den Empfehlungen, die uns gegeben werden. Denn die Gesundheit unserer Spieler und Mitarbeiter steht immer noch an erster Stelle.“

Starbulls spielen am Mittwoch nun in Peiting

Die Starbulls spielen am Mittwoch trotzdem: Sie treten nun beim EC Peiting an, diese Partie war Ende November wegen der Rosenheimer Quarantäne abgesagt worden. „Wir danken Peiting für die enorme Flexibilität“, so Thaller.

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