Schützen zwischen Studium und Leistungssport - Titelkämpfe der Hochschulen

Raser und Haensch zur WM

Für Lisa Haensch zählt vor allem Erfahrung zu sammeln und ein bisschen Luft bei größeren Wettkämpfen zu schnuppern.
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Für Lisa Haensch zählt vor allem Erfahrung zu sammeln und ein bisschen Luft bei größeren Wettkämpfen zu schnuppern.

Gleich zwei Schützen der SGi Waldkraiburg haben sich für die anstehende Hochschulweltmeisterschaft in Kazan/Russland qualifiziert.

Zum einen, Stefan Raser, der bereits einen Weltmeistertitel im Großkaliber vorzuweisen hat und Lisa Haensch, die zum ersten Mal WM-Luft schnuppern darf. "Zumindest eine Finalteilnahme, vielleicht auch eine Medaille", so definiert Raser seine Ziele für Kazan.

Der 26-jährige Stefan Raser aus Österreich studiert seit Kurzem Betriebswirtschaftslehre in Salzburg. Ein Wochenendstudiengang, der sich gut mit seinem Beruf als Leistungssportler beim österreichischen Bundesheer verbinden lässt.

Trotzdem ist die Doppelbelastung nicht immer einfach, denn viele Wochenenden verbringt der Schütze bei Wettkämpfen und so bleibt nur wenig Zeit für Familie, Freundin und Studium. Ein Problem, das viele Leistungssportler betrifft, denn ohne die finanzielle Unterstützung vom Bundesheer oder der Bundeswehr in Deutschland, schaffen es nur wenige Sportler an die internationale Spitze.

Doch viele Sportler stehen nach ihrer Zeit beim Bund ohne jegliche Ausbildung da und müssen von vorne anfangen. "Ich stehe nach meiner Zeit bei der Bundeswehr vor dem Nichts", so Barbara Engleder, Olympiateilnehmerin aus London und Weltmeisterin. Nicht, dass man als Leistungssportler nicht hart arbeiten würde, denn der ständige Leistungsdruck und das viele Training darf nicht unterschätzt werden, doch können leider in den meisten Sportarten, wie auch dem Schießsport, nur die wenigsten Sportler ihr Leben durch den Sport finanzieren.

In den führenden Sportnationen wie den Vereinigten Staaten und China ist der Beruf als Sportler weitaus angesehener, als in Deutschland. Für die 21-jährige Lisa Haensch wäre die Option Bundeswehr nie ein Thema. Sie studiert derzeit an der TU München "Wissenschaftliche Grundlagen des Sport" und versucht so, ihren Sport in ihren späteren Beruf mit einfließen zu lassen. Durch ihre Finalteilnahme beim Grand Prix in Pilsen und ihrer guten Leistung beim internationalen Wettkampf in Berlin, wurde sie als einzige Landeskaderschützin nominiert.

Alle weiteren Teilnehmer gehören bereits dem Nationalkader an. Für Lisa Haensch zählt vor allem Erfahrung zu sammeln und ein bisschen Luft bei größeren Wettkämpfen zu schnuppern. Gemeinsam mit ihrer bayerischen Teamkollegin Yvonne Jaekel wird sie in den Disziplinen Luftgewehr und Kleinkaliber starten.

Raser und Haensch versuchen durch ihr Studium schon jetzt an die Zukunft zu denken und sich ein weiteres Standbein aufzubauen. re

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