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Radprofi Marcus Burghardt: Guten Freunden kocht man ein Essen

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Ein Profi, auch am Kochtopf: Marcus Burghardt kocht im Foodtruck von Bora-hansgrohe auf (links). Der eine kocht, der andere probiert: Marcus Burghardt und OVB-Sportredakteur Thomas Neumeier.

Gourmet trifft Asket – möchte man meinen, wenn sich OVB-Sportredakteur Thomas Neumeier und Radprofi Marcus Burghardt vom Raublinger Rennstall Bora-hansgrohe gegenüberstehen und über Ernährung unterhalten. Doch der erste Blick trügt.

Rosenheim –  Nicht, dass Neumeier kein Gourmet wäre, allerdings ist Burghardt nicht unbedingt ein Asket. Der am Samerberg lebende zehnfache Tour-de-France-Teilnehmer ist nämlich nicht nur ein Genießer guter Küche, sondern selbst ein leidenschaftlicher Koch.

Das führte dazu, dass der 35-Jährige bei der Präsentation des Nachwuchsteams Auto Eder Bayern sogar selbst den Kochlöffel schwang und die geladenen Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten bewirtete. Den fast schon notorischen Versuchen Neumeiers, ihm eine saftige Haxn schmackhaft zu machen, wich Burghardt in dem launigen Gespräch allerdings geschickt aus.

"Ich mag es eher ein bisschen süß"

Wie ernähren Sie sich an einem anstrengenden Renntag?  In der Früh esse ich ein Porridge mit Obst, ein Spiegelei oder Omelett, eine Avocado dazu und einen frisch gepressten Saft. Meine Kollegen essen oft Omelett mit Spaghetti, davon bin ich morgens aber kein Fan, ich mag‘s eher ein bisschen süß. Zum Rennen hin gibt es dann Snacks und nach dem Rennen Nudeln und Fleisch oder Fisch.

Was gibt‘s während des Rennens?  Unsere Betreuer machen meistens kleine Reistörtchen, entweder herzhaft mit Schinken oder süß mit Rosinen und Zucker. Oder es gibt Energieriegel, Gels oder Bananen.

Auch mal einen gesunden Burger

Gibt es denn Rennen, wo Sie sich danach so richtig den Bauch vollschaufeln? Nach einem Klassiker schon. Oder nach der Tour, da macht uns der Teamkoch auch mal einen gesunden Burger mit gutem Rindfleisch. Das essen wir schon auch, es ist nicht so, dass wir das ganze Jahr nur weiße Nudeln oder weißen Reis bekommen. Das ist auch wichtig für den Kopf.

Von der vielgerühmten französischen Küche bekommen Sie während der Tour also nichts mit? (lacht) Eher selten.

Hatten Sie schon mal einen Hungerast? Ja, das ist mir schon passiert. Ich hab‘s bei Paris-Roubaix schon gehabt, als ich eigentlich große Ziele hatte. In der Hektik des Rennverlaufs, es war ein schnelles Rennen, habe ich einfach vergessen, etwas zu essen. Davon erholst du dich auch nicht mehr und bei 210 Kilometern war der Ofen bei mir aus.

Welche Konsequenzen haben Sie für sich daraus gezogen? Ich habe gelernt, dass ich nach jedem Sektor Gel zu mir nehme. Auch wenn‘s vielleicht mal zu viel ist, aber irgendwann hast du wieder einen Sektor, wo du kein Gel erwischst und kannst deshalb schon ein bisschen vorbauen.

Faible habe ich für Fisch und Meeresfrüchte

Was ist denn Ihre Leibspeise? Ich gehe gerne gemütlich und lang essen, mit vielen Gängen. So kleine Häppchen, wo man viel probieren kann. Ein Faible habe ich für Fisch und Meeresfrüchte.

Was muss auf den Tisch, wenn Sie mal so richtig sündigen? (überlegt) Ein Pulled Pork.

Sie kochen selbst gerne. Woher kommt diese Leidenschaft? Ich finde es schön, mit Freunden zusammen zu sein. Dadurch, dass ich immer so viel unterwegs bin, habe ich damit angefangen, all meine Freunde einzuladen, wenn ich mal daheim bin. Und dann konnte ich denen nicht einfach nur ein Bier oder einen Wein hinstellen, die hatten ja auch Hunger. Und dann habe ich mir ein Buch von Jamie Oliver mit 30-Minuten-Gerichten geholt und mir gedacht: „30 Minuten – das schaffe ich.“ Und ab da habe ich das immer weiter forciert und immer mehr Freude daran bekommen.

"Irgendetwas zaubere ich schon"

Es gibt ein Zitat von Ihnen, da sagen Sie: „Wenn irgendwann mal 20 Leute vor der Tür stehen, dann bekoche ich die auch gerne, es kommt immer was Leckeres dabei raus.“ Was gibt es dann? (lacht) Kommt darauf an, was da ist, aber irgendwas zaubere ich dann schon. Aber es stresst mich jetzt auch nicht, wenn ich für 20 Leute kochen muss. Ich mache das ja auch mit Leidenschaft. Ich brauche zwar Zeit, aber mir macht das einfach Spaß.

Wie schaut es bei Ihnen mit den bayerischen Schmankerln aus? (überlegt lange) Leberkäse mit Spiegelei und Bratkartoffeln.

Nicht mal Zeit für eine resche Haxn?  (lacht) Ja, vielleicht.

Steckerlfisch oder ein Hendl

Sie sind ja auch als Bierzeltfan bekannt. Was kommt denn da bei Ihnen auf den Tisch? Meistens einen Steckerlfisch. oder ein Hendl, das gehört ja auch zur Rosenheimer  Wiesn.

Und dazu – Achtung Wortspiel – eine Radlermaß? Maximal. Interview Thomas Neumeier

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