Nur 4 Tore bei 28 Überzahl-Versuchen: Das Powerplay der Starbulls-Eishockeyspieler lahmt

Feierte gegen Höchstadt bereits seinen dritten Shutout: Lukas Steinhauer.
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Feierte gegen Höchstadt bereits seinen dritten Shutout: Lukas Steinhauer.

Lukas Steinhauer blieb bereits das dritte Mal in dieser Saison ohne Gegentor, Tadas Kumeliauskus trifft zuverlässig, aber es gibt statistisch gesehen einen Negativtrend zu verzeichnen. Das so starke Überzahlspiel lahmt: In den letzten 28 Versuchen gab es lediglich vier Tore.

Von Manfred Eder

Rosenheim – Als vor sechs Wochen zum ersten Mal in dieser Saison die Gegner Lindau und Höchstadt hießen, waren sechs Punkte für die Starbulls Pflicht, denn damals hinkten beide Kontrahenten der Konkurrenz doch stark hinterher. Für die Franken trifft das – trotz drei neuer Spieler vom Bayernligisten Bad Kissingen, darunter der Ex-NHL-Profi Mikhail Nemirovsky – weiter zu, die Islanders vom Bodensee sind dagegen neben Tabellenführer Memmingen mit sieben Siegen aus den letzten acht Partien das heißeste Team der Liga.

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Immer die selben Ergebnisse gegen Lindau

Und tatsächlich blieben am Freitag auch die Punkte in Lindau, nicht zum ersten Mal übrigens. Obwohl die Islanders in den letzten beiden Spielzeiten meist relativ weit hinten in der Tabelle zu finden waren, ist ihre Heimbilanz gegen die Starbulls mit drei Siegen und zwei Niederlagen sogar positiv, und auch in Rosenheim konnten sie bereits einmal gewinnen. Kurios: Alle vier der für Lindau siegreichen Begegnungen endeten 3:2, zwei nach sechzig Minuten, eine in der Verlängerung, eine im Penalty-Schießen. Und noch kurioser: Der Toreverlauf war je zweimal identisch. Zweimal führten die Starbulls 2:0, und die Islanders drehten das Spiel noch, zweimal (so auch am Freitag) hieß es 2:0 für Lindau, die Starbulls kamen auf 1:2 und später 2:3 heran, was an den Niederlagen nichts änderte.

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Sehr konstant im letzten Drittel

Am Freitag geriet man schnell auf die Verliererstraße. Nachdem die Starbulls in den vorangegangenen sechs Partien von Beginn an kräftig losgelegt hatten (nur ein einziges Mal weniger als zwei Treffer im ersten Drittel), hieß es in Lindau zur ersten Pause 2:0 für den Gegner. Sehr konstant geht es hingegen im letzten Drittel zu. Das Ausnahmespiel gegen Füssen (9:0) ausgenommen, als Josh Mitchell & Co. im letzten Drittel sechsmal einnetzen konnten, fiel in den letzten 14 Matches nie mehr als ein Rosenheimer Treffer. Gegen die Höchstadter, die zeigten, warum sie als einziges Team in der Tabelle abgeschlagen sind, spielte da wohl auch ein bisschen mit, dass bereits am Dienstag für die Starbulls das schwere Match in Sonthofen (diesmal 7:3 gegen Selb!) ansteht.

In der „Nachspielzeit“ etwas schwächer

Torjäger unter sich: Alexander Höller gratuliert Tadas Kumeliauskas zu seinem ersten Treffer gegen Höchstadt.

Überhaupt lässt sich, was die einzelnen Spielphasen betrifft, kein großer Unterschied feststellen. Im Gegensatz zu früheren Saisonen, als das Mitteldrittel oftmals das mit Abstand schwächste der Starbulls war, ist man im bisherigen Saisonverlauf hier sogar etwas besser als in den anderen, ebenfalls vom Torverhältnis her positiven: Anfangsdrittel 24:20, Mittelabschnitt 25:16, Schlussdrittel 26:21. Lediglich in der Nachspielzeit sieht es negativ aus; nachdem die Starbulls zu Beginn der Saison zweimal das Penalty-Schießen für sich entscheiden konnten, folgten zwei Niederlagen in Overtime und eine weitere im Shootout.

Vom Shootout zum Shutout: Obwohl Luca Endres in den letzten Wochen die konstanteren Leistungen zeigte als Lukas Steinhauer, konnte dieser am Sonntag bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit ein „Zu Null“ feiern. In jeder drei bisherigen drei Oberliga-Saisonen gelangen ihm drei Shutouts, dazu kommen weitere drei in den beiden Zweitliga-Spielzeiten vor dem Abstieg. In dieser Saison endeten überhaupt erst 15 Spiele zu null. Sechs davon gehen auf das Konto von Steinhauer und dem Memminger Goalie Joey Vollmer.

Das „Powerplay ohne Powerplay“ funktioniert

Dass es gegen die harmlosen Höchstadter nicht zu einem ähnlichen Kantersieg wie gegen Füssen kam, lag unter anderem daran, dass in Abwesenheit von Michael Baindl und Michael Fröhlich das zu Saisonbeginn so überzeugende Powerplay nicht mehr so funktioniert. Gelegenheit wäre dieses Wochenende genug gewesen (fast zwölf Minuten in Lindau, achteinhalb zuhause), doch Alex Höllers entschlossener Alleingang gegen die Alligators, die im Schnitt fast in jeder dritten Unterzahlphase einen Gegentor zulassen, blieb das einzig Zählbare. In den letzten sechs Partien gelangen nur vier Überzahltreffer in 28 Situationen von fast 49 Minuten Länge, verschlechtert noch durch einen Regensburger Shorthander.

Was aber derzeit blendend funktioniert, ist das „Powerplay ohne Powerplay“, was sich zugegeben seltsam anhört. Aber: In den letzten fünf Partien vor dem Höchstadt-Match fielen nicht weniger als sieben Rosenheimer Tore in solch ungewöhnlicher Konstellation. Je zweimal nutzten die Starbulls in Selb und gegen Regensburg eine angezeigte Strafe des Gegners, bevor das Spiel unterbrochen wurde, und weitere dreimal fiel ein Rosenheimer Treffer, nachdem der Torhüter kurz vor Spielende zugunsten eines weiteren Feldspielers den Kasten verlassen hatte. Tadas Kumeliauskas gegen Deggendorf, Daniel Bucheli in Peiting und erneut Tadas Kumeliauskas in Lindau waren auf diese Art und Weise erfolgreich, das Tor gegen Deggendorf bedeutete sogar einen Punktgewinn.

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