Buchbacher 1:1 in Aschaffenburg nach allerlei Widrigkeiten - Dotzler trifft

Der plötzlich Widerspenstigen Zähmung hat begonnen

Erzielte Buchbachs späten Ausgleichstreffer: Lukas Dotzler.
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Erzielte Buchbachs späten Ausgleichstreffer: Lukas Dotzler.

Auch wenn die Tabelle derzeit etwas anderes sagt: Der TSV Buchbach ist mittendrin in der Regionalliga und nicht nur einfach dabei. Beim 1:1 in Aschaffenburg waren die Rot-Weißen über weite Strecken die Mannschaft, die gefährlicher agierte, allerdings kurz nach der Pause in Rückstand geriet, durch Lukas Dotzler erst in der 86.

Minute ausgleichen konnte und dann noch fast gewonnen hätte.

"Die Leistung hat wieder absolut gepasst, wir waren willensstark und haben auch nach dem Rückstand mit vollem Einsatz und großer Moral den irren Temperaturen und einem starken Gegner getrotzt", war Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter mit seiner völlig verausgabten Mannschaft in allen Punkten mehr als zufrieden. Warum sich die in den Buchbacher Regionalliga-Jahren stets recht verlässliche Fortuna in dieser Saison weiterhin als eher treuloses Flittchen gebärdet und den Jungs vom Schönbusch in mancher Szene Honig um die Jungmänner-Bärte schmierte, verwundert allerdings auch den mit allen Wassern gewaschenen Coach der Buchbacher: "Wir hatten viele Ecken, die sehr gefährlich waren. Das war vor dem Gegentreffer nicht anders.

Die Aschaffenburger kratzen den Ball gerade noch von der Linie, Patrick Walleth wird am Sechzehner in einen Pressschlag verwickelt und dann berühren wir den Ball nicht mehr, bis er im Tor liegt." Gab‘s so auch schon früher immer wieder mal, war aber eben ein Novum in dieser Saison und stärkt Bobenstetter in dem Glauben, dass fast alle misslichen Situationen, die einem pro Saison passieren können, demnächst "abgearbeitet" sein müssten und die Glücksgöttin reumütig zurückkehrt: "Wir haben wieder viele Möglichkeiten nicht nutzen können, nach dem Rückstand hat uns Max Weber im Spiel gehalten. Wäre es so gelaufen wie bisher in dieser Saison, hätten wir mit dem letzten Angriff der Aschaffenburger garantiert noch verloren. So aber fühlen wir uns dank des späten Ausgleichs als moralischer Sieger."

Im Wettstreit mit der Siegesgöttin Viktoria erlaubte sich Fortuna dieses Mal noch hochsommerliche Lässigkeiten bei 33 Grad, den vollen Erfolg gestattete sie ihrer Rivalen aber nicht - so weit geht der Liebesentzug anscheinend doch nicht mehr. Auch wenn die Aschaffenburger mal den Ball vor dem einschussbereiten Maxi Bauer per Hand zum Torwart zurückspielen dürfen, auch wenn Patrick Drofa im Strafraum von hinten einfach umgesenst wird, am Ende wurde die Buchbacher Unermüdlichkeit dank immensem Aufwand doch noch belohnt: Walleth umtanzt gleich drei Gegner, Aleksandro Petrovic bedient in höchster Bedrängnis Stefan Alschinger diagonal vom Sechzehner-Eck und dessen Kopfball-Rückgabe zimmert Dotzler per Dropkick in die Maschen - Ähnliches war dem jungen Buchbacher Angreifer noch vor Wochenfrist trotz formvollendeter Ausführung wegen einer sensationellen Parade von Nürnbergs Benjamin Uphoff in etwa zur gleichen Spielminute versagt geblieben.

Dafür nahm sich ein paar Zeigerumdrehungen später die Glücksgöttin nochmal Drofa vor, der bislang ohnehin schon einige Prüfungen mit Millimeter-Pech über sich ergehen lassen musste: Dotzler verlängert einen Einwurf per Kopf, doch Aschaffenburgs Keeper Stefan Steigerwald gibt bei Drofas Seitfallzieher aus sechs Metern den Uphoff und sichert Viktoria den Punkt. Höchste Zeit, dass die Buchbacher Fortuna die Sommerflausen austreiben und der Widerspenstigen Zähmung weiter vorantreiben: Nächster Ortstermin ist der kommende Sonntag, wenn der FC Ingolstadt II um 13 Uhr in der SMR-Arena gastiert.

Statistik

SV Viktoria Aschaffenburg: Steigerwald - Galm, Daudi, Lekaj - Gerhart (59. Ljubisa), Alikhil - Wittke (85. Wolfert), Schmidt, Cheron - Schnitzer (74. Arslan), Toch. Trainer: Komlejnovic.

TSV Buchbach: Weber - Grübl (72. Dotzler), Leberfinger, Drum, Löffler (60. Alschinger) - Hain, Walleth - Brucia, Bauer (62. Breu) - Drofa, Petrovic. Trainer: Bobenstetter/Werner.

Tore: 1:0 Alikhil (53.), 1:1 Dotzler (86.).

Schiedsrichterin: Söder (Ochenbruck).

Zuschauer: 686.

Gelb: Drofa, Alschinger - Daudi, Lekaj. mb

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