Plötzlich waren alle vier Sechziger-Keeper weg: Torhüter-Karussell bei 1860 und SBR

Flugeinlage von Alin Goia: Der 31-jährige Rumäne wechselt vom Landesligisten SB Rosenheim zum Regionalligisten 1860 Rosenheim. Ruprecht
  • Hans-Jürgen Ziegler
    vonHans-Jürgen Ziegler
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Das Rosenheimer Herbstfest beginnt zwar erst am 31. August, aber ein Karussell dreht sich jetzt schon auf höchster Stufe in der Innstadt - und zwar das Torhüter-Karussell. Vier Torhüter hatte der Fußball-Regionalligist TSV 1860 Rosenheim zu Beginn der Woche im Kader, seit Mittwoch ist keiner mehr da.

Rosenheim – Mario Stockenreiter (22 Jahre/54 Regionalligaspiele für 1860) und Marius Herzig (19/13) spielen nach Auskunft von Hans Kroneck, Sportlicher Leiter von 1860, nicht mehr für die Sechziger. Der 19-jährige Alexander Kuile, vor der Saison Nummer drei, schließt sich dem Landesligisten TuS Holzkirchen an, und der 17-jährige A-Junioren-Keeper Raphael Krause, der noch am Dienstag im Pokalspiel in Schalding-Heining sein erstes Pflichtspiel für das Herrenteam bestritt, wechselt zum Landesligisten SB DJK Rosenheim, wo er am Samstag gegen Unterföhring sein erstes Spiel bestreitet. Das bestätigte am Mittwochabend Günter Güttler, Sportlocher Leiter des SBR, nach der Vetragsunterzeichnung.

Punktspieldebüt am Freitag in Bayreuth?

Alin Goia freut sich auf seine neue Aufgabe.

Dafür kommt ein Hoffnungsträger vom Lokalrivalen und mittlerweile Kooperationspartner Sportbund an die Jahnstraße. Wie die OVB-Heimatzeitungen und OVB online schon am Dienstag berichteten, wechselt der 31-jährige Alin Goia, der erst vor der Saison zum SBR kam, an die Jahnstraße.

Nach einer erfolgreichen sportärztlichen Untersuchung, die in der Regionalliga Pflicht ist, unterschrieb Goia am Mittwochvormittag seinen Vertrag und wird bereits am Freitag in Bayreuth sein Punktspieldebüt bei den Sechzigern geben. „Am Nachmittag hat mit der Spielgenehmigung alles geklappt“, erklärte ein erleichterter Hans Kroneck am Mittwoch.

An weiteren Keepern dran

Die Sechziger sind nach dem Aderlass auf der Torhüterposition noch an drei weiteren Keepern dran und konnten am Abend auch schon eine weitere Verpflichtung vermelden: Für die U19 hat Moritz Löwe (vorher DFI Bad Aibling und U17 Unterhaching) zugesagt. Jetzt wird schnellstmöglich eine Nummer zwei hinter Alin Goia gesucht.

Rumäne Goia spielte in der 2. Liga

Wer ist dieser 31-jährige Alin Goia überhaupt? Der 1,94 Meter große Keeper kommt aus Rumänien, spielte dort zuletzt bei Luceafarul Oradea, seinem Geburtsort, in der 2. Liga. „Goia ist ein hervorragender Torhüter, der für die Landesliga eigentlich überqualifiziert ist“, erklärte schon Freilassings Trainer Franz Pritzl, früher selbst ein starker Keeper, nach einer 0:1-Testspielniederlage beim SBR vor der Saison.

Eine Stärke von Goia: Er dirigiert seine Vorderleute lautstark mit genauen Anweisungen und strahlt Souveränität und Sicherheit aus. Davon überzeugten sich die Sechziger auch bei einem Training beim Kooperationspartner SpVgg Unterhaching, wo Goia von den Torwarttrainern absolutes Regionalliga-Niveau attestiert wurde.

Eine wahnsinnig schwere Situation für uns

Neuer SBR-Keeper: Raphael Krause (17 Jahre).

„Spätestens da war uns klar, dass wir ihn wollen und er uns hoffentlich weiterhelfen kann“, erklärte Hans Kroneck, der für die junge Sechziger-Mannschaft unbedingt einen erfahrenen Torhüter holen wollte. Das funktionierte natürlich auch nur deshalb, weil der SB Rosenheim im Rahmen der neuen Partnerschaft sein Okay gab, und von den Sechzigern im Gegenzug ein Torhüter zum SBR wechselt.

Günther Güttler zu diesem „Torhüter-Tauschgeschäft“: „Das war eine wahnsinnig schwere Situation für uns, aber wir wollten in unserer jungen Kooperation beziehungsweise Zusammenarbeit mit 1860 den ersten Schritt tun und das haben wir jetzt gemacht. Ich bin überzeugt, dass Alin Goia den Sechzigern helfen wird. Auf den anderen Seite wollen wir jungen Spielern wie zum Beispiel Raphael Krause eine Plattform bieten, um Spielpraxis zu sammeln und sich weiterzuentwickeln.“

Höhenflug oder freier Fall?

Der SBR kam den Sechzigern im sich rasant drehenden Rosenheimer Torhüter-Karussell jedenfalls sehr entgegen und das wissen die Sechziger auch zu schätzen. Wohin die „wilde Fahrt“ beide Vereine in den nächsten Wochen führt, ob es vielleicht zu einem Höhenflug, einer Achterbahnfahrt oder einem freien Fall kommt, wird man erst nach dem Rosenheimer Herbstfest sehen.

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