Pletschacher: EM im Sommer keine Option

Die Saison war kurz – und könnte jetzt eine Verlängerung im Sommer bekommen: Die Eisspeedway Europameisterschaften im polnischen Tomaszow Mazowiecki sollen nun nämlich nach Ansicht des Weltverbandes FIM im August nachgeholt werden.

Auch die EM war wegen des Coronavirus abgesagt worden.

Auch der Ruhpoldinger Stefan Pletschacher war für die Winter-EM nominiert – und wäre es auch für die Sommer-EM. Doch viel Sinn sieht er nicht in der Ausrichtung eines solchen Rennens: „Ich glaube nicht, dass das stattfinden kann. Im Moment weiß man ja noch nicht einmal, ob man im August überhaupt schon nach Polen fahren kann.“ Und daher steht für ihn fest: „Für mich ist das keine Option. Du hast null Training, und die Motoren sind übersommert“, sieht er weder Mensch noch Maschine zu diesem Zeitpunkt für renntauglich an. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da wirklich alle so gerne hinfahren.“

Denn im Sommer gibt es natürlich auch keine Trainingsmöglichkeiten für die Piloten, „und die Europameisterschaft ist ohnehin ein Draufzahlgeschäft“, weiß Pletschacher. Für die Eisspeedwaypiloten ist ja ihr Sport ohnehin nur ein – nur dank Sponsoren finanzierbarer – „Nebenjob“. Im Hauptberuf ist der Ruhpoldinger als Busfahrer im Unternehmen seines Bruders angestellt – und auch da spürt man die Auswirkungen des Virus deutlich. Zunächst einmal bis August seien alle geplanten Busreisen gestrichen.

In der vergangenen Saison hatte der Ruhpoldinger – teils auch aus gesundheitlichen Gründen – kaum Rennen bestreiten können. Daher ist er sehr froh, „dass ich bei den deutschen Meisterschaften trotz aller Probleme Rang drei geschafft habe“. Denn damit ist dem 41-Jährigen in der kommenden WM-Qualifikation ein Platz sicher.

Angesichts der geringen Fahrpraxis hätte er sich natürlich auf die Winter-EM gefreut. „Aber dann musste schon der Grand Prix in Inzell abgesagt werden, da war klar, dass das nicht geht.“ In der Max-Aicher-Arena hätte Pletschacher als Reserve-Pilot des WM-Felds zumindest am WM-Training vor den GP-Tagen teilnehmen können, „das hätte mir vor der EM wichtige Fahrzeit gebracht“. Diese entfiel, doch so ärgerlich es für ihn gewesen sein möge: „Das ist viel härter für die Veranstalter, die dadurch einen hohen finanziellen Schaden haben. Ich hoffe aber, dass die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder stattfinden kann“, drückt der Ruhpoldinger der ausrichtenden DMV-Landesgruppe Südbayern die Daumen.

Er selbst würde sich im nächsten Winter natürlich sportlich gerne so gut entwickeln, dass er dann sogar im GP-Hauptfeld mitfahren könnte. Was aber eine mögliche Sommer-EM betrifft, hat Pletschacher einen klaren Ratschlag an den Weltverband FIM und alle Beteiligten: „Die sollen darauf verzichten und lieber eine tolle Winter-Veranstaltung machen.“ who

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