Pletschacher doch bei WM-Qualifikation

Solche Schräglagen sind die Fans von ihm – unter anderem vom Grand Prix in Inzell – gewöhnt: Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher. Weitz

Ruhpolding – Das war ein harter Schlag: Eisspeedway-Pilot Stefan Pletschacher aus Ruhpolding musste kürzlich erfahren, dass er in dieser Saison keinen Platz für die WM-Qualifikation erhält.

Doch nun hat kurzfristig ein Verband einen Startplatz zurückgegeben, und nun kann der 40-Jährige doch noch bei der WM-Qualifikation in Örnsköldsvik (Schweden) am Samstag, 11. Januar, antreten.

Ansonsten wäre Pletschacher, immerhin zweimal Deutscher Meister und weitere achtmal auf dem DM-Podest, indirekt das Opfer einer Entscheidung des Weltverbandes FIM geworden. Obwohl der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) fünf bis sechs Startplätze für die WM-Qualifikation beantragt hatte, erhielten die Deutschen zunächst nur vier Startplätze. Und die vergab der DMSB an die ersten vier der vergangenen DM im Februar 2019 in Berlin.

Damals war Pletschacher – der trotz einer Erkrankung antrat und entsprechend angeschlagen war – im Stechen gegen den punktgleichen Max Niedermaier (Edling) unterlegen und Fünfter geworden. Das bedeutete also zunächst das Aus seiner Hoffnungen auf einen Startplatz in der WM-Qualifikation.

Dabei blieb zwar noch ein kleines Hintertürchen für ihn offen, doch dass tatsächlich ein Verband einen seiner Startplätze – beispielsweise wegen eines kurzfristigen Ausfalls eines Piloten – zurückgeben würde, hatte er eher nicht erwartet: „Das ist eher unwahrscheinlich“, machte sich Pletschacher keine Illusionen. Und kann nun aufatmen: „Das ist schon positiv.“

Wegen der geringen Aussichten auf einen WM-Qualifikationsplatz hatte er ein ursprünglich geplantes Trainingslager in Kamensk-Uralsky (Russland) abgesagt. Denn ohne WM-Qualifikationsplatz wäre ihm dafür der zeitliche und finanzielle Aufwand zu hoch gewesen. Doch nun plant er seine Vorbereitung neu. „Ich habe mit zwei schwedischen Clubs Kontakt und darf bei ihnen trainieren. Das wird Anfang Januar so sein“, freut sich der Ruhpoldinger. „Denn ich muss mich ja warmfahren.“ Immerhin: Seine Verletzung aus dem Vorjahr scheint gut überwunden, regelmäßige Physiotherapie half ihm dabei. Aber: „Man muss erst sehen, wie es auf dem Eis geht.“

Viele Tests müsse er ohnehin nicht bestreiten, „denn mein Material steht ja noch.“ Dabei setzt er wieder auf das Fahrwerk von Zupin und die Motoren von Manfred Knappe senior (Traunstein), „der mir immer hilft.“ Pletschacher, der für das Team Stahlwerk Annahütte als einziger Pilot im Einsatz ist, hat außerhalb der WM auf jeden Fall schon einige Rennen ganz fest eingeplant: Am Donnerstag, 27. Februar, will er bei der deutschen Meisterschaft in Berlin antreten – und hofft, eventuell auch am folgenden Wochenende in der Team-WM für die deutsche Mannschaft fahren zu können. Das könnte auch von seiner DM-Leistung abhängig sein. Zudem hofft der Ruhpoldinger auf einen Start bei der EM, „da steht mir ein Startplatz zu.“

Unabhängig davon, wie es für ihn in Örnsköldsvik bei der Grand-Prix-Qualifikation läuft, darf er mindestens auf die Teilnahme an einem WM-Lauf hoffen: Beim Grand Prix in Inzell (13. bis 15. März) könnte er möglicherweise per Wildcard einen Platz bekommen, schließlich ist er einer der Lokalmatadoren. Und spätestens da will er seine „WM-Tauglichkeit“ unter Beweis stellen. who

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