Bilanz der deutschen Alpin-Fahrer

Pepi Ferstl nach der Streif und vor der WM: „Noch zwölf Plätze zu unlocker“

Zuviel Ungeduld kostete Pepi Ferstl ein Top-Ten-Resultat in Kitzbühel.
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Zuviel Ungeduld kostete Pepi Ferstl ein Top-Ten-Resultat in Kitzbühel.

Die heimischen Alpinen haben sich auch der bekanntesten Abfahrt der Weltcup-Geschichte hervorragend geschlagen. Romed Baumann aus Kiefersfelden sowie die Chiemgauer Dominik Schwaiger und Pepi Ferstl überzeugten mit Top-15-Platzierungen in Kitzbühel. Rechtzeitig zur WM nehmen sie Fahrt auf.

Kitzbühel – Wer den Rummel in Kitzbühel nicht so sehr mag, dem hätte es sicher nichts ausgemacht, dass es heuer etwas ruhiger war beim Hahnenkammrennen – der Hype hatte ja in den letzten Jahren gigantische Ausmaße angenommen. Dass es rund um die 81. Auflage aber gar so mystisch wurde (nicht nur wegen der coronabedingten Ausgangssperre ab 20 Uhr), war jedoch nicht einmal den sonst so von Interview-, Foto- und Autogrammwünschen genervten Skirennläufern recht.

Baumann liefert das Top-Resultat

„Uns haben die Zuschauer wahnsinnig gefehlt. Dass Fans und Freunde nicht da sein konnten, das fällt beim Highlight Kitzbühel ganz anders ins Gewicht als woanders im Weltcup-Zirkus“, sagt Josef Ferstl, der ebenso wie sein Speed-Kollege aus dem Skiverband Chiemgau, Dominik Schwaiger, absolut zufrieden sein konnte mit seinen Vorstellungen auf der Streif. Für das Top-Resultat sorgte Romed Baumann vom WSV Kiefersfelden mit dem achten Rang in der ersten Abfahrt.

Schwaiger mit einem Husarenritt

Besonders für Schwaiger (29), der dann noch in Abfahrt zwei und Super-G jeweils 17. wurde, war der zwölfte Rang ein Top-Ergebnis. Der ehemalige Fußballer der SG Schönau, der seine Husarenritte für den WSV Königssee absolviert, fuhr damit seine besten Saisonresultate ein – und sein bestes Downhill-Ergebnis seit Dezember 2019 in Beaver Creek (7.). Der werdende Onkel aus dem Berchtesgadener Land – seine in Kitzbühel lebende Schwester erwartet Nachwuchs – möchte die nun anstehenden Trainingseinheiten, voraussichtlich in Südtirol, so gut wie möglich nutzen, um auch bei den Weltcup-Heimrennen auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen (5./6. Februar) wieder Top-Leistungen abliefern zu können.

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Jede Menge Spaß in „Kitz“ hatte auch „Pepi“ Ferstl (32), der mit zweimal Rang 13 überzeugte, nur in der sonntäglichen Abfahrt (32.) patzte. Der Athlet vom SC Hammer war insofern mit seinem Montagsrennen durchaus zufrieden: „Ich hatte mit der 25 eine höhere Startnummer, die Sicht war wechselnd. Und wenn man dann auch noch bedenkt, dass ich einen Tag vorher einen miserablen Tag erwischt hatte, dann finde ich das schon ganz okay.“

Ferstls „Riesenbock„ am Oberhausberg

Allerdings hadert der Tenglinger noch heute mit seinem „Riesenbock“, den er Sonntag am Oberhausberg schoss. „Da habe ich acht Zehntel verloren, was brutal ärgerlich ist, weil ich bis dahin gut unterwegs war.“ Dieser Fehler habe ihn eine Top-15-, „wenn nicht sogar eine Top-Ten-Platzierung“ gekostet, sagt der Super-G-Sieger 2019 von „Kitz“. „Da war ich einfach zu ungeduldig und wollte wieder zu viel. Es war die vermeintlich einfachste Stelle der Abfahrt.“

Im Chaos-Rennen am Freitag war Ferstl wegen Start-Stopp immer wieder zum Warten gezwungen. „Wir sind immer wieder raus aus dem Tunnel, haben so viel geredet wie noch nie“, erzählt er von der Wartezeit am Start. Auf die Frage eines Journalisten, ob er denn die nötige Lockerheit gehabt hätte, antwortete „Pepi“ Ferstl mit trockenem Humor: „Ja, leider war ich noch zwölf Plätze zu unlocker.“ Auch der Tenglinger freut sich jetzt auf Garmisch-Partenkirchen: „Ein Heimrennen ist immer saucool.“ cs

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