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Die heimischen Starter

Olympia: Skispringer mit Lederhose, Espressokocher und Ketterl nach Peking

Geht ein Traum in Erfüllung? Markus Eisenbichler hofft auf eine Medaille.
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Geht ein Traum in Erfüllung? Markus Eisenbichler hofft auf eine Medaille.
  • Thomas Neumeier
    VonThomas Neumeier
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Der Großteil der Herren-Mannschaft der deutschen Skispringer bei den Olympischen Spielen in Peking kommt aus der Region. Mit den Inntalern Pius Paschke und Constantin Schmid sowie dem Chiemgauer Markus Eisenbichler nehmen drei heimische Springer die Schanzen in China in Angriff. Einer davon gilt als Medaillenkandidat.

Rosenheim/Peking – Fünf Springer sind im Skisprung-Team der Herren vom Deutschen Ski-Verband (DSV) für die Olympischen Winterspiele in Peking nominiert – drei davon kommen aus der Region! Während Markus Eisenbichler vom TSV Siegsdorf bereits seine zweiten Spiele nach 2018 im südkoreanischen Pyeongchang erlebt, wird der Auftritt in China zur Olympia-Premiere für Pius Paschke vom WSV Kiefersfelden und Constantin Schmid vom WSV Oberaudorf.

Schmid ist der Youngster im Team

Letzterer ist mit seinen 22 Jahren der Jüngste im deutschen Quintett. „Constantin hat sich zurecht qualifiziert“, meint Cheftrainer Stefan Horngacher und sieht den Oberaudorfer auf „einem guten Weg für die Zukunft“. Deshalb seien diese Erfahrungen auf großer Bühne für Schmid auch wichtig. Der Youngster gibt zu, dass ihm in dieser Saison die Nerven auch schon mal einen Streich gespielt haben.

Daumen hoch: Constantin Schmid freut sich über seine ersten Olympischen Spiele.

„Die Saison ist gut verlaufen, auch wenn ich zwischendurch hinter meinen Erwartungen geblieben bin. Das hat auch damit zu tun, dass ich mir wegen der Qualifikation einen extremen Druck gemacht habe.“ Nun hat er das Ticket in der Tasche und ist froh: „Das ist ein Event, wo ich schon immer hinwollte, seitdem ich Skispringer bin.“ Er freut sich auf die Bewerbe: „Die Schanzen sehen super-cool aus.“ Sein Ziel: „Möglichst gut springen – im Optimalfall gut genug, um sich für die Mannschaft zu qualifizieren und dort gut abzuschneiden.“

Paschke ist „körperlich topfit“

Erstmals bei Olympia: Pius Paschke.

Auch Schmids Inntal-Kollege Pius Paschke hatte mit dem ein oder anderen durchwachsenen Resultat in dieser Saison zu kämpfen. „Es hat gut angefangen, dann hat es die Welle nach unten gegeben.“ Und so sagt er ehrlich, dass die Nominierung „etwas unverhofft“ gekommen sei. „Es hat ja keiner damit gerechnet, dass ich zu Olympia fahre.“ Nun hat der 31-Jährige aber in China seine Premiere bei olympischen Winterspielen – und Cheftrainer Horngacher erklärt auch, warum: „Pius hatte über die letzten Jahre eine sehr gute Entwicklung, ist körperlich topfit und kann auf einem sehr hohen Niveau springen.“ Beim Coach gibt es nicht zuletzt auch die Hoffnung, dass mit der Nominierung auch der Druck weg ist. „Das hatte ihm schon zu schaffen gemacht“, merkte Horngacher an.

Eisenbichlers zweiter Olympia-Auftritt

Auf einen bislang recht konstanten Saisonverlauf kann Markus Eisenbichler zurückblicken. „Ich bin zufrieden“, sagt der 30-Jährige deshalb auch. Der Chiemgauer ist zum zweiten Mal bei Olympischen Spiele am Start. An seinen eigenen Auftritt 2018 – Achter auf der Normalschanze – erinnert er sich zwar auch gerne, noch mehr ist ihm aber der Olympiasieg von Teamkollege Andreas Wellinger in Erinnerung. Nach Peking reist Eisenbichler ohne große Erwartungen an, wie er sagt: „Ich möchte so gut wie möglich springen und eine Medaille im Team machen – das wäre ein Traum!“ Nach sechs Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften wäre in der Sammlung noch Platz für olympisches Edelmetall. Das sieht auch Trainer Horngacher so: „Markus ist bislang eine sehr gute Saison gesprungen und ist definitiv ein Medaillenkandidat.“

Eisenbichler hat 2018 noch das ganze olympische Flair mitnehmen können, das Treffen mit anderen Sportlern und die Feierlichkeiten im Deutschen Haus. Diesmal „wird es sicher ganz anders“, meint Paschke in Anbetracht der Corona-Situation. Youngster Schmid ist optimistisch: „Ich bin sicher, dass wir gut aufgehoben sind und denke, dass es coole Winterspiele werden können.“

Glücksbringer, Kaffeemaschine und die Lederne im Gepäck

Im Gepäck nach Peking stecken beim Oberaudorfer „diverse Glücksbringer, die ich von allen Seiten bekomme – vom Glücksschweinchen, Engelchen und Ketterl“. Seine Hoffnung: „Vielleicht hilfts, dass ich einen guten Wind habe? Es schadet nie, wenn man sich da ausstaffiert...“ Paschke ist da pragmatischer und hat die Kaffeemaschine mit dabei: „Einen Espressokocher, damit ich da schon mal gut aufgestellt bin...“ Eisenbichler schwört auf sein Kissen – und natürlich hat der „Eisei“ auch die Lederhose im Koffer drin: „Irgendeinen Anlass werde ich schon finden, dass ich die anziehe!“ Beispielsweise für ein Medaillenfoto...