Ohne Sieg – und dann das WM-Triple!

„Ich habe die ganzen Enttäuschungen rausgeschrien“:Markus Eisenbichler nach seinem Einzel-Gold. dpa
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„Ich habe die ganzen Enttäuschungen rausgeschrien“:Markus Eisenbichler nach seinem Einzel-Gold. dpa

„Sieg oder Sarg“ lautet ein Spruch von Markus Eisenbichler, wenn sich der Skispringer oben am Schanzentisch befindet. Gerade am Bergisel in Innsbruck mit dem Blick auf den Friedhof hat dieser Satz eine ganz besondere Bedeutung.

Siegsdorf– Für den Siegsdorfer Eisenbichler bedeutete die traditionsreiche Schanze im Februar eindeutig „Sieg“. Bei der nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld – der Spezialsprunglauf ist am Bergisel ausgetragen worden – räumte der mittlerweile 28-Jährige groß ab: Auf der Großschanze holte er sich Gold vor seinem Team- und Zimmerkollegen Karl Geiger, mit Geiger, Richard Freitag und Stephan Leyhe wurde er Team-Weltmeister, und als Krönung gab‘s oben drauf den WM-Titel mit der Mixed-Mannschaft, zusammen mit Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Geiger. Und das ohne einen einzigen Weltcup-Erfolg!

So oft hatte es nicht hingehauen bei Eisenbichler. „Bei ihm war die Straße nicht geteert, da waren immer Schlaglöcher drin“, kommentierte Bundestrainer Werner Schuster. Und plötzlich spielte Eisenbichler die Ketchup-Flasche – auf einmal kam alles raus! Bei der Vierschanzentournee landete er auf dem zweiten Platz, im Skiflug-Weltcup wurde er Zweiter – und der Makel des Weltmeisters ohne Weltcup-Sieg wurde auch noch abgelegt: Am 22. März flog der Siegsdorfer in Planica zum Erfolg! Die Auszeichnungen ließen nicht auf sich warten: Eisenbichler wurde „Skisportler des Jahres“ im Deutschen Ski-Verband, gehörte zu Deutschlands „Mannschaft des Jahres“, zu der die Skispringer gekürt wurden, und in Siegsdorf heißt die neue Sporthalle künftig „Markus-Eisenbichler-Halle“. Das Gute ist aber: Eisenbichler selbst ist ganz der Alte!

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