Eisspeedway-Team-WM: Zorn und Simon erst im Stechen unterlegen - Deutschland auf Rang 6

Österreich fordert Russland heraus

Das deutsche Team in Sanok (von links): Stefan Pletschacher, Max Niedermaier, Günther Bauer. Foto Dobes
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Das deutsche Team in Sanok (von links): Stefan Pletschacher, Max Niedermaier, Günther Bauer. Foto Dobes

Da war mehr drin: Die deutsche Mannschaft holte bei der Eisspeedway-Team-Weltmeisterschaft in Sanok (Polen) den sechsten Platz, doch bei nur sechs Punkten Rückstand auf den vierten Platz hätten Günther Bauer (Schleching), Stefan Pletschacher (Ruhpolding) und Max Niedermaier (Edling) sogar noch eine bessere Platzierung erreichen können.

Im Mittelpunkt stand in Polen aber ein packendes Duell um den Titelgewinn: Das österreichische Duo Franz Zorn (Saalfelden) und Harald Simon (Pfaffenschlag) lieferte WM-Dauersieger Russland einen harten Kampf um den Gesamtsieg. Nach dem ersten Tag führte das Duo aus der Alpenrepublik sogar mit 28 Punkten (Russland 26).

Das lag zum einen an der bärenstarken Vorstellung des Duos, zum anderen aber auch daran, dass ausgerechnet der zuletzt achtmal in Folge in der Einzel-WM siegreiche Nikolaj Krasnikow - der ja seine Karriere als Einzelfahrer vor dieser Saison beendet hat - zweimal ohne Punktgewinn blieb. Gegen Finnland deshalb, weil er ausfiel, gegen Österreich aber deshalb, weil hinter Laufsieger Daniil Iwanow die Österreicher Simon und Zorn folgten, ehe Krasnikow auf Rang 4 landete. Das heißt, es gab hier 3:3 Punkte: 3 für Sieger Iwanow, 2 für Simon, einen für Zorn und 0 für Krasnikow. Am zweiten Tag aber drehte Krasnikow mächtig auf, gewann drei seiner vier Einsätze und sicherte beim vierten Einsatz mit Rang 2 hinter Dimitri Koltakow den Doppelsieg gegenüber Tschechien ab.

Letztlich hatten beide Mannschaften je 55 Punkte auf dem Konto. Daher musste ein Stechen ausgetragen werden: Hier gewann Iwanow gegen Zorn, der mit 28 Punkten (in 12 Rennen) knapp vor Simon (27/12) bester Punktesammler der ganzen WM war. Nicht zum Einsatz kam bei Österreich Ersatzmann Martin Leitner (Kössen).

Spannend war dahinter der Kampf um die folgenden Plätze. Mit 16 Zählern am ersten Tag lag das tschechische Duo Jan und Antonin Klatovsky auf Rang 3, ganz knapp vor Polen, Deutschland (je 15), Schweden (14) sowie Finnland (11).

Doch am zweiten Tag hatte das deutsche Trio ein wenig Pech, denn eine Disqualifikation von Günther Bauer bedeutete einen deutlichen Rückschlag. So ging Bronze schließlich an Schweden (32) mit Robert Henderson, Stefan Svensson und dem nur zweimal eingesetzten Per-Anders Lindström. Dahinter folgten Gastgeber Polen und Tschechien (je 31). Dabei war der Gastgeber fast ein "Ein-Mann-Team": Grzegorz Knapp holte gleich 25 Punkte in seinen zwölf Rennen, seine Teamkollegen Pawel Strugala und Miroslaw Daniczewski brachten es zusammen auf sechs Zähler - wobei Strugala bei acht Fahrten gleich drei sturzbedingte "Nuller" schrieb.

Die 25 Punkte der deutschen Mannschaft verteilten sich so: Bauer 17 (10 Läufe), Pletschacher 6 (6), Niedermaier 2 (8) - wobei der Edlinger allerdings an beiden Tagen an den Duellen gegen Österreich und Russland teilnahm, wo es natürlich besonders schwer war, zu punkten. Rang 7 ging an Finnland (22). Hier konnte Antti Aakko (18 Punkte) die Schwächen seiner Mitfahrer Tomi Tani und Janne Vilponen nicht ausgleichen, war aber mit nur einem Laufsieg (bedingt durch Bauers Disqualifikation) an zwei Tagen auch nicht so stark wie gewohnt.

Für die Einzel-WM (Grand Prix), die an diesem Wochenende beginnt, ist damit klar: Den insgesamt sechs qualifizierten Russen können wohl nur Simon und Zorn das Leben richtig schwer machen, auch Knapp könnte gelegentlich in die russische Phalanx einbrechen. Für den "Rest" des Feldes geht es darum, sich möglichst nah hinter diesen Spitzenfahrern zu platzieren. Vor allem Günther Bauer kann hier auf Ergebnisse unter den besten zehn hoffen. Pletschacher will sich im Feld der 16 Fahrer gut etablieren.

15 Piloten stehen fest, nachdem der Weltverband FIM den Niederländer Rene Stellingwerf mit der permanenten Wildcard ausgestattet hatte. Der 16. Platz im Feld wird je nach Ort vom Ausrichter vergeben. Stellingwerf hatte ohnehin als 8. der WM-Qualifikation (hinter Pletschacher) nur knapp die sportliche Qualifikation für die WM verfehlt.

In Krasnogorsk (2./3. Februar) und Togliatti (9./10. Februar) werden der 16. Platz und wohl auch die zwei Positionen als Ersatzfahrer an russische Piloten gehen, in Assen (Niederlande/9./10. März) an einen "Oranje-Fahrer".

Beim Grand Prix in der Inzeller Max-Aicher-Arena (16./17. März) ist Max Niedermaier als 16. Pilot vorgesehen, als Reservefahrer der Inzeller Franz Mayerbüchler junior sowie Martin Leitner (Kössen). Diese drei Fahrer müssen zwar noch vom Weltverband bestätigt werden, normalerweise sollte das aber kein Problem sein. Den Abschluss der Einzel-WM bildet dann der Grand Prix in Uppsala (Schweden/23./24. März). who

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