Oberliga verändert, Bayernliga bricht ab: EHC muss auf gewohnten Saisonverlauf verzichten

Mit ungewissem Blick in die Zukunft: Die Bayernliga-Eishockeyspieler vom EHC Waldkraiburg.
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Mit ungewissem Blick in die Zukunft: Die Bayernliga-Eishockeyspieler vom EHC Waldkraiburg.

Das Pandemiegeschehen hat nun noch einmal großen Einfluss auf die Saisonplanung im heimischen Eishockey genommen. Die Oberliga Süd wird im weiteren Verlauf der Spielzeit mit einem veränderten Modus spielen, die Saison in der Bayernliga wird hingegen abgebrochen.

Waldkraiburg – Das Pandemiegeschehen hat nun noch einmal großen Einfluss auf die Saisonplanung im heimischen Eishockey genommen. Die Oberliga Süd wird im weiteren Verlauf der Spielzeit mit einem veränderten Modus spielen, die Saison in der Bayernliga wird hingegen abgebrochen.

Oberliga-Saison wird durchgezogen

In der Oberliga Süd wird die seit dem vergangenen Wochenende angelaufene Hauptrunde mit den Starbulls Rosenheim bis Mitte Januar normal durchgezogen. Weil aber für die hinteren Teams der Tabelle die Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten entfällt, bleibt auch die Meisterrunde auf der Strecke. Nun wird der Hauptrunde eine Halbrunde angeschlossen, die bis 7. März fertig gespielt werden soll. Danach spielen die Mannschaften auf den Rängen eins bis sechs eine „Challenge-Runde“, die auch in die Tabelle mit einfließt. Dabei trifft der Erste auf den Zweiten, der Dritte auf den Vierten und der Fünfte auf den Sechsten. Die Mannschaften auf den Rängen sieben bis zehn ermitteln in Pre-Play-offs zwei Teilnehmer für die Play-offs der Oberliga Süd, die dann wie geplant stattfinden sollen. Die Teams auf den Rängen elf bis 13 tragen noch eine Platzierungsrunde aus, einen Absteiger gibt es nicht. Dafür wird der Meister der Oberliga Süd wie geplant in Play-offs mit dem Meister der Oberliga Nord, die vom Modus her unverändert bleibt, den Aufsteiger in die DEL2 ermitteln.

Bayernligasaison wird abgebrochen

Hingegen hat der Bayerische Eissport-Verband (BEV) die Saison in der Bayernliga mit dem EHC Waldkraiburg abgebrochen. Gemeinsam mit den Vereinen ist der bisherige Saisonverlauf analysiert worden. Dabei sei man zum Schluss gekommen, dass der bisherige Spielmodus durch die aktuelle Saisonunterbrechung und die nicht zu kalkulierenden Einflüsse durch die Pandemie ohne eine weitere Verzerrung nicht darstellbar wäre, wie der BEV vermeldete. „Das ist die einzig vernünftige Entscheidung“, so Wolfgang Klose, Präsident vom EHC Waldkraiburg, obwohl er und sein Verein gerne weitergespielt hätten. „Wir kriegen keine Zuschüsse vom Staat und sollen vor null Zuschauern spielen. Das ist absolut unmöglich“, fügt er hinzu. „Ich glaube, der entscheidende Aspekt ist die Ungewissheit. Wenn es einen festen Zeitpunkt geben würde, an dem garantiert gespielt wird, wären wahrscheinlich viele Mannschaften dafür gewesen, weiterzuspielen. Aber mit dieser ständigen Unsicherheit ist es einfach schwierig“, erklärt Klose – und ergänzt: „Kein Verein kann in den nächsten Monaten sämtliche Kosten in der Hoffnung, dass der Spielbetrieb fortgesetzt wird, weiterhin stemmen. Zurzeit steht das Finanzielle einfach vor dem Sportlichen.“

Auf- und Abstiegsregelung wird ausgesetzt

Der Verband sei nun mit den Vereinen im Gespräch, wie man den Spielbetrieb in veränderter Form fortsetzen kann. Entscheidend sei dabei, wann die Rückkehr in den Trainingsbetrieb wieder möglich ist. Erste Entscheidungen über einen neuen Spielbetrieb sollen in der kommenden Woche fallen. Fest steht jedenfalls, dass die Auf- und Abstiegsregelung ausgesetzt wird. Der BEV stellt aber klar, dass dieses Vorgehen ausschließlich für die Bayernliga der Herren gilt. Alle weiteren BEV-Ligen, beispielsweise die Landesliga mit dem EHC Bad Aibling und die Bezirksliga mit dem DEC Inzell, bleiben von dieser Entscheidung vorerst unberührt.

„Da wären wir auf jeden Fall dabei“

„Aktuell wird diskutiert, ob es einen ‚Bayernliga-Cup‘ geben soll, wenn wieder gespielt werden kann“, berichtet der EHC-Präsident, wie es im Laufe der Saison weitergehen soll. „Da wären wir auf jeden Fall dabei. Man muss aber schauen, welche Mannschaften überhaupt mit dabei wären, und mit welchem Personal alle antreten. Es kann schon sein, dass der ein oder andere abspringt. Wie es mit unseren Ausländern weiter geht, steht auch in den Sternen. Wir haben sie momentan freigestellt, da es für beide Seiten keinen Sinn macht, Kurzarbeit anzumelden. Außerdem wollten wir sie nicht an uns binden, sollten sie in Tschechien spielen können.“ les/tn/re

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