Nur vier Spiele im Kalenderjahr: Fußballvereine nach Ligapokal-Aussetzung in der Winterpause

Wieder ein halbes Jahr Pause: Das Ligapokalspiel zwischen dem ASV Au und dem SV Ostermünchen war das letzte für beide Teams, bis es im Frühjahr weiter geht.
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Wieder ein halbes Jahr Pause: Das Ligapokalspiel zwischen dem ASV Au und dem SV Ostermünchen war das letzte für beide Teams, bis es im Frühjahr weiter geht.
  • vonLeon Simeth
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Wegen der langen Corona-Pause ist die Fußball-Saison 2020/21 auf Kreisebene schon im Frühjahr abgesagt worden. Stattdessen wurde erstmalig ein Ligapokal-Wettbewerb eingeführt, um die freie Zeit zu überbrücken. Nun ist auch hier wieder Schluss.

Rosenheim/Mühldorf– Wegen der langen Corona-Pause ist die Fußball-Saison 2020/21 auf Kreisebene schon im Frühjahr abgesagt worden. Stattdessen wurde erstmalig ein Ligapokal-Wettbewerb eingeführt, um die freie Zeit zu überbrücken. Nun ist auch hier wieder Schluss: Gerade einmal zwei Spieltage wurden im Kreis Inn/Salzach absolviert.

Davon wurden viele Partien aber abgesagt oder verschoben, sodass einige Mannschaften noch gar nicht gespielt haben. Aufgrund der in den letzten Wochen rasant steigenden Corona-Infektionszahlen wurde der Ligapokal von der Kreisliga bis zur C-Klasse vorerst ausgesetzt. Der neue Wettbewerb wurde also noch nicht komplett abgesagt, sondern soll im Frühjahr 2021 fertiggespielt werden. Die OVB-Sportredaktion hat sich bei den Vereinen umgehört.

Mühldorf verabschiedet sich in die Winterpause

Der Kreisklassist FC Mühldorf hat bisher alle geplanten Spiele absolviert, sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal, und hat damit keine ausstehenden Nachholspiele mehr. Damit verabschiedet sich die Mannschaft von Trainer Max Wanzinger – nach nur fünf absolvierten Partien seit dem Re-Start – in die Winterpause. „Es ist sehr schade, dass wir nicht weiterspielen können. Die Mannschaft war gut drauf und hat sich auf die nächsten Spiele gefreut.

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Wir werden aber weiterhin trainieren, solange es noch geht“, so FC-Abteilungsleiter Thomas Hausner, obwohl der neue Wettbewerb für die Mühldorfer nicht von oberster Priorität ist. „Für uns ist der Ligapokal nicht ganz so wichtig. Wir sind in einer starken Gruppe und haben uns keine großen Chancen ausgerechnet“, fügt er hinzu. Die einzige Partie, die der FCM im Ligapokal spielte, verlor er mit 3:5 in Oberbergkirchen. „Dennoch finde ich das Konzept gut und verstehe die Entscheidung, den Pokal erst einmal auszusetzen, vollkommen. Trotzdem ist es für uns ungünstig, weil wir noch spielen hätten können, aber keine Nachholspiele mehr haben“, so Hausner zur Entscheidung vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV).

TSV Siegsdorf tritt aus dem Ligapokal aus

Noch ohne Spiel aus dem Ligapokal ausgetreten ist der TSV Siegsdorf – damit haben die Chiemgauer lediglich vier Spiele im Jahr 2020 bestritten. „In unserer Pokalgruppe sind nur Mannschaften aus dem Berchtesgadener Landkreis, daher konnten wir sowieso nicht spielen“, erklärt Siegsdorfs Abteilungsleiter Hans Geiger. „So leid es uns tut und so gerne wir Fußball spielen, sind wir trotzdem so verantwortungsbewusst, diesen Schritt zu gehen. Aufgrund der steigenden Zahlen und dem hohen Risiko hat es für uns keinen Sinn mehr gemacht. Da hängt einfach ein zu großer Rattenschwanz dran“, beschreibt Geiger den Austritt aus dem Ligapokal.

Der Tabellenführer der Kreisliga 2 ist mit dem Konzept des erstmalig eingeführten Wettbewerbs nicht ganz zufrieden. Abteilungsleiter Geiger hofft, dass der Ligapokal komplett abgesagt wird, und ist nicht damit einverstanden, dass die Spiele im Frühjahr 2021 planmäßig gespielt werden sollen. „Ohne den Ligapokal könnten wir später anfangen und die Meisterschaftsspiele durchziehen. Außerdem hat auf unserem Niveau keine Mannschaft einen Kunstrasenplatz, was es noch einmal erschwert. Der BFV schnürt sich mit dem Ligapokal selbst ein.“ Für den TSV Siegsdorf liegt die Priorität, wie auch der BFV schon mehrfach verkündete, auf der Vollendung des Spielbetriebs in der Meisterschaft.

„Es kommt darauf an, wie es weitergeht.“

Hingegen hat Kreisklassist TSV Eiselfing beide bisherigen Ligapokalpartien absolviert. Nach der 0:3-Auftaktniederlage in Aschau siegte der TSV gegen den TSV Babensham mit 1:0. Da die Eiselfinger auch kein Nachholspiel mehr haben, ist für die Mannschaft von Trainer Florian Hanslmeier ab sofort Winterpause angesagt. Im Grunde ist der TSV-Coach dem Wettbewerb gegenüber positiv eingestellt: „Es ist ein ganz interessantes Konzept, außerdem gibt es mit den Derbys viele attraktive Partien. Es ist schade, dass er nun ausgesetzt wurde.“

Trotzdem hat Hanslmeier auch seine Bedenken, ob es nicht besser sei, auf den Ligapokal zu verzichten. „Es kommt darauf an, wie es weitergeht. Aber bevor wir zu früh anfangen und auf schlechten Plätzen spielen, sollten wir meiner Meinung nach auf den Pokal verzichten und uns auf die Meisterschaft konzentrieren“, fügt er hinzu.

Nachholspiel nach über eineinhalb Jahren

Auch der A-Klassist ASV Kiefersfelden hat beide seiner geplanten Ligapokal-Spiele absolviert und gewonnen. Auf den 4:1-Auftaktsieg gegen den ASV Happing auf heimischem Platz folgte ein 3:0-Auswärtserfolg bei der FT Rosenheim. Damit führt der ASV auch die Tabelle der Gruppe 1 an. „Ich finde es sehr schade, dass der Ligapokal abgesetzt wurde“, so Kiefersfeldens Trainer Christian Müllauer. „Die Mannschaft war in den letzten Spielen gut drauf und hätte gerne weitergespielt. Den Spielern habe ich angemerkt, dass sie richtig Lust haben“, führt er fort.

Für den ASV Kiefersfelden ist der Ligapokal „zweitrangig, aber auf keinen Fall unwichtig“. Für Müllauer stehen die Meisterschaftsspiele im Vordergrund: „Ich hätte statt den beiden Pokalwochenenden lieber die Liga durchgezogen.“ Jetzt ist der ASV in der Winterpause. Beide Nachholspiele wurden auf das nächste Jahr verlegt. „Eines davon ist sogar noch aus dem August 2019“, schmunzelt Müllauer. Ein Nachholspiel eineinhalb Jahre später – auch das passt zu dieser besonderen Fußball-Saison!

Vereine ziehen aus dem Ligapokal zurück

Neben dem TSV Siegsdorf sind auch der Bezirksligist SV Saaldorf und der Kreisligist FC Grünthal aus dem Ligapokal ausgetreten. Mittlerweile haben immer mehr Vereine den Trainingsbetrieb eingestellt und sich damit auch in die Winterpause verabschiedet. Darunter sind die Kreisligisten TuS Raubling und TSV Emmering, die Kreisklassisten TuS Großkarolinenfeld, SV Schloßberg, SV Ruhpolding, FC Mühldorf und TSV Eiselfing. In der Landesliga haben der FC Töging und der SV Erlbach den Spielbetrieb bis auf Weiteres eingestellt, wollen aber vor der Winterpause – soweit es möglich ist – noch spielen.

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