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Ein neuerlicher Hilferuf

Den Kopfball von Georg Lenz (hinten links) holte ein Nürnberger Abwehrspieler von der Linie.  Fotos Hübner
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Den Kopfball von Georg Lenz (hinten links) holte ein Nürnberger Abwehrspieler von der Linie. Fotos Hübner

Wer will, kann dieses Spiel als neuerlichen Hilferuf interpretieren. Selten zuvor wurde deutlicher aufgezeigt, wie unbefriedigend die Situation ist im Rosenheimer Fußball, speziell beim TSV 1860. "Der Mannschaft kann man gar keinen großen Vorwurf machen", erklärte Trainer Dirk Teschke nach dem 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg 2 im Kellerduell der Fußball-Regionalliga.

Entschieden wurde das Spiel durch Fehler auf dem Platz, das 0:1 fiel nach einem eigenen Einwurf und dem folgenden Ballverlust im Mittelfeld, "beim zweiten haben wir im Mittelfeld zu zögerlich attackiert", kritisierte Torhüter Robert Mayer. Im Prinzip aber sind das Marginalien, im Moment läuft einfach (zu) vieles gegen die Sechziger. Missstände, die in der vergangenen Saison noch übertüncht werden konnten, wirken sich nun verheerend aus. "Im letzten Jahr hatten wir das Quäntchen Glück oft auf unserer Seite, da konnten wir auch in solchen Spielen punkten", so Teschke.

Nun aber kommt alles zusammen. Die frühe Verletzung von Majdancevic, das verletzungsbedingte Ausscheiden des für ihn eingewechselten Masberg und von Stadler zeigte auf, wie dünn der Kader geworden ist. Robert Mayer, noch gezeichnet von seiner Platzwunde am Kopf, stand trotz Grippe im Tor, auf der Bank saß als Ersatz der 44 Jahre alte Peter Martin, Alternativen als Feldspieler gab es nach Masbergs früher Einwechslung gerade noch drei, darunter ein Mario Staudigl, stark geschwächt von einer noch nicht überstandenen Borreliose. "Am Mittwoch werden wir für das Spiel in Fürth vielleicht gerade noch zwölf Mann zusammen bringen", fürchtet Teschke, der noch nicht weiß, wie schwerwiegend die Verletzungen von Majdancevic und Masberg sind.

Heute läuft die Wechselfrist endgültig ab, neidisch blickt man nach Heimstetten, das gerade mit Frohnlachs Goalgetter Thomas Karg und Sammy Ammari vom Landesligisten Hallbergmoos zwei offensive Nachverpflichtungen tätigen konnte. In Rosenheim dürfte auch heute nichts mehr passieren. "Ich habe dem Verein fünf Spieler vorgeschlagen, bekommen haben wir keinen", so Teschke. Genauso hat er frühzeitig auf die Torhüterproblematik hingewiesen. "Kein Geld", heißt es. Noch immer fehlt ein neuer Trikotsponsor.

"Vor einem Jahr wollten wir unbedingt den Erdinger Meistercup gewinnen, um das Trainingslager zu finanzieren. Das haben wir geschafft. Dann haben wird mit dem Sieg im Totopokal viel Geld eingespielt, doch für Verstärkungen ist nichts mehr da", klagt Teschke und erinnert daran, wie man Ende Mai zusammengesessen und Verbesserungen angemahnt habe. "Der Stadt ist das total wurscht", beklagt Robert Mayer fehlende Unterstützung, "es ist nur noch frustrierend, wenn man drei Jahre auf gutem Niveau gespielt hat, aber sich im Umfeld nichts ändert." Noch immer sind die Trainingsbedingungen mehr als bescheiden, Mayer denkt dabei nicht nur an die Regionalliga-Truppe, "es geht auch um die Jugend, die auf einem alten, kaputten Kunstrasen trainieren muss und sich Schäden zuzieht, deren Spätfolgen noch gar nicht abzusehen sind."

Nun droht sich Depression breit zu machen. Dem müssen Mannschaft und Trainer entgegenwirken, um nicht schon jetzt alles zu verspielen. "Wir dürfen uns nicht runterziehen lassen. Das aber wird schwierig, wenn du jede Woche einen neuen Nackenschlag bekommst", fürchtet Mayer. Teschke sagt: "Unser Hilfeschrei wurde nicht erhört, auch deshalb stehen wir da, wo wir momentan stehen." Trotz dieser desolaten Situation aber denkt er nicht daran, aufzugeben, alles hinzuschmeißen. "Diese Mannschaft, die so vieles klaglos hingenommen und weggesteckt hat, die unter schwierigsten Bedingungen arbeitet, ist es wert, dass man für sie kämpft", findet er. Und bekommt Zuspruch von Torhüter Mayer: "Jede Serie hat mal ein Ende, eine positive genauso wie eine negative." Dafür aber muss bald etwas passieren, "sonst", fürchtet Teschke, "gibt es hier im nächsten Jahr keinen Regionalliga-Fußball mehr."

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