Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Abschied fällt nicht leicht

„Neue Perspektive“ als Motivation – Remo Krug soll Schweizer Biathleten nach vorne bringen

Er war jahrelang am Stützpunkt Ruhpolding für den deutschen Perspektivkader aktiv – jetzt wird er Cheftrainer der Schweizer Biathleten: Remo Krug.
+
Er war jahrelang am Stützpunkt Ruhpolding für den deutschen Perspektivkader aktiv – jetzt wird er Cheftrainer der Schweizer Biathleten: Remo Krug.

Mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“, verabschiedet sich der bisherige Trainer des deutschen Biathlon-Perspektivkaders vom Stützpunkt Ruhpolding.

Ruhpolding – Erst zögerte er etwas mit seiner Entscheidung, nun aber ist seine Vorfreude groß: Remo Krug wird als Cheftrainer der Schweizer Biathleten eine neue Aufgabe übernehmen. „Die Möglichkeit, noch einmal eine neue Perspektive zu haben, ist eine zusätzliche Motivation“, freut sich der Inzeller.

Dennoch falle ihm der Abschied vom deutschen Team nicht leicht. Dort war er von 2015 bis 2018 leitender Trainer für den Perspektivkader der Damen, ab 2018 für den Perspektivkader der Herren im IBU-Cup zuständig. Die Arbeit in diesem Team und am Stützpunkt Ruhpolding habe ihm immer sehr viel Freude bereitet, und auch mit dem aktuellen Damenteam „war es eine gute Zusammenarbeit“, lobt er.

Dank an Betreuer und Sportler

Daher „habe ich auch etwas Zeit gebraucht, bis ich nach reiflicher Überlegung das Angebot aus der Schweiz angenommen habe“, betont der 59-Jährige. „Ich möchte mich beim gesamten Betreuerteam und speziell bei den Sportlern bedanken.“ Auch mit dem Deutschen Skiverband sei er im guten Kontakt. „Ich bin sowohl mit Bernd Eisenbichler (dem bisherigen Sportlichen Leiter) als auch mit Felix Bitterling (er übernahm die Aufgaben von Eisenbichler) sowie mit Hubert Schwarz (Geschäftsführer im DSV) in einvernehmlichen Gesprächen“, berichtet Krug.

Bevor es am 1. Mai mit der Saisonvorbereitung an seiner neuen Wirkungsstätte losgeht, „stehen hier noch persönliche Gespräche an. Meine Sportler wissen es ohnehin schon, nun folgen noch eine Stützpunkt-Sitzung und eine Analyse mit dem DSV.“ Und diese Analyse falle sehr positiv aus, „gerade die letzte Saison war sehr erfolgreich. Daher gehe ich auch mit einem weinenden Auge.“

Reizvolle Aufgabe in der Schweiz

Ein „lachendes Auge“ gibt es aber auch. Schließlich ist die Aufgabe in der Schweiz sehr reizvoll. „In meinem Alter ist der Zeitraum als Trainer begrenzt. Jetzt habe ich die Möglichkeit, etwas Neues anzupacken – und die Rahmenbedingungen sind sehr gut.“ Zwar gehöre die Schweiz derzeit „nicht zu den fünf, sechs Top-Nationen, aber wir wollen uns möglichst nah dahinter positionieren. Es gibt gute junge Athleten und einige erfahrene.“

Hinter Aushängeschild Benjamin Weger (27. im Gesamtweltcup) – der seine Karriere nun beendet hat – hatten in der vergangenen Saison aus dem Herrenteam auch schon Sebastian Stalder (24 Jahre), Joscha Burkhalter (25) und Niklas Hartweg (22) regelmäßige Einsätze im Weltcup. Sie sammelten zudem Erfahrungen bei den Olympischen Spielen. Im IBU-Cup waren unter anderem Gion Stalder (22), Sandro Bovisi (25) und Dajan Danuser (26) am Start. Es ist also ein entwicklungsfähiges Team, „und der Verband Swiss-Ski will überhaupt den Biathlonsport stärker fördern – auch wenn natürlich Ski Alpin in der Schweiz weiterhin ganz vorne steht.“

Das Biathlon-Betreuerteam soll verstärkt werden, auch das Leistungszentrum Lenzerheide wird ausgebaut. „Dort wird die Rollerbahn erweitert, auch die Leistungsdiagnostik wird verbessert“, weiß Krug.

Europameisterschaft und Weltcup in der Schweiz

Das hat nicht nur sportliche Gründe. Auch als Veranstaltungsort wird Lenzerheide nämlich künftig eine größere Rolle im internationalen Biathlon spielen. Schon in der kommenden Saison wird Ende Januar 2023 die Europameisterschaft in der Ortschaft im Kanton Graubünden stattfinden, im Dezember 2023 folgt dort erstmals ein Weltcup. Großer Höhepunkt in der Biathlon-Arena Lenzerheide – deren Bau erst 2013 begonnen worden war – ist die Biathlon-Weltmeisterschaft im Februar 2025.

Bis dahin will Krug seine Schützlinge schon weiter in der Weltklasse etabliert haben. Das Rezept dazu sei nicht neu, „denn Biathlon ist ja nicht anders dort. Man muss hart und fleißig trainieren“, betont der Inzeller – und einen guten Umgang mit den Sportlern pflegen, für die der Trainer ein wichtiger Ansprechpartner ist.

So gesehen also nichts Neues für Krug, der aber für sich persönlich nun einen neuen Impuls erhält. „Ich werde ab Mai relativ häufig in Lenzerheide zum Training sein, daher werde ich mir wohl auch dort eine kleine Wohnung nehmen“ – auch wenn Inzell sein Lebensmittelpunkt bleiben werde. Die Familie unterstütze seine Entscheidung, wobei die zwei Kinder ohnehin erwachsen seien, „und meine Frau wird sicher ab und zu in der Schweiz mit dabei sein“, weiß Krug.

Krug wird zurückkehren

Ansonsten stehen im Biathlonsport immer viele Reisen an – im Winter zu den Wettkämpfen, aber auch in der Sommervorbereitung, „in der wir die üblichen Lehrgänge machen werden.“ Für mindestens einen davon wird er in den Chiemgau zurückkehren. „Wir wollen ja an der Sommer-WM in Ruhpolding teilnehmen und werden voraussichtlich schon im Vorfeld dort gastieren.“ Zudem sollen sich seine neuen Schützlinge möglichst schon im Januar 2023 beim Weltcup in der Chiemgau-Arena gut präsentieren.

Langfristiges Ziel sind gute Leistungen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand, wobei die Biathlon-Wettbewerbe in der bekannten Südtirol-Arena in Antholz ausgetragen werden. Dort herrscht – ähnlich wie in Ruhpolding – immer großartige Stimmung. Krug will dafür sorgen, dass dies auch bei den Schweizer Biathleten dann so ist.

who

Mehr zum Thema

Kommentare