Nach über vier Jahrzehnten ist Schluss

Die Gaugruppe des Gauverbandes Ider Trachtler demonstrierte Brauchtum par excellence.

Ruhpolding – Über vier Jahrzehnte hat sich der frühere Herren-Bundestrainer Norbert Baier im Biathlon-Sport engagiert.

In den vergangenen 22 Jahren war er unter den Hauptverantwortlichen für die Durchführung des Weltcups in der Chiemgau Arena – zunächst 17 Jahre als Wettkampfleiter, in der Zeit nach der fulminanten WM 2012 als Wettkampfsekretär. Nach den Biathlon-Festspielen 2020 ist Schluss für den 71-Jährigen – er zieht sich zurück und gibt das Amt an Maria Wünn weiter. Beim bayerischen Abend am Donnerstag im Kurhaus ist Baier in festlichem Rahmen gebührend verabschiedet worden.

Schon traditionell hatten die Weltcup-Organisatoren die Team-Vertreter, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter der Medien eingeladen, um ihnen nach der Siegerehrung des Männer-Sprints Brauchtum par excellence zu präsentieren. Die Gaugruppe des Trachtler-Gauverbandes I – „die Nationalmannschaft der bayerischen Trachtenvereine“, so Bürgermeister Claus Pichler – faszinierte die Gäste aus zahlreichen Nationen mit ihren Tänzen und insbesondere den lautstarken Plattlern. Hübsche Marketenderinnen servierten Hochprozentiges. Dazu genossen die Kurhaus-Besucher ein Vier-Gänge-Menü, und an den Tischen wurde eifrig geratscht.

Damit dieser Austausch über alle Sprachbarrieren hinweg nicht zu kurz kam, hielten sich die Ehrengäste in den Ansprachen zurück. DSV-Präsident Franz Steinle lobte die Ruhpoldinger Organisatoren, die allen Herausforderungen trotzten: „Egal ob zu viel Schnee, wie im Vorjahr, oder etwas zu wenig Schnee, wie heuer – die Bedingungen sind auch dank der unzähligen Ehrenamtlichen immer perfekt.“ Schon nach zwei Wettkampftagen könne man sagen, dass der Weltcup am Zirmberg eine herausragende Werbung für den Biathlonsport sei: „Ruhpolding zählt mit Recht zu den ganz großen Klassikern.“ An Pichler überreichte Steinle den Veranstalterpreis des Weltverbandes IBU in Form einer Glas-Stele.

Die Bedeutung von Ruhpolding zeigte sich auch an der Anwesenheit der kompletten Weltverbands-Spitze: IBU-Präsident Olle Dahlin saß mit seinem Stellvertreter Jiri Hamza und Generalsekretär Niklas Carlsson am Tisch. Er komme gerade von den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne, berichtete Dahlin. Dort sei, wie auch in Ruhpolding, die Begeisterung für Biathlon spürbar gewesen. Und so freue er sich auf das 100. Bestehen des Skiclubs Ruhpolding im Sommer mit der Sommerbiathlon-WM in der Chiemgau-Arena als Höhepunkt.

Für diesen Bewerb rührte Skiclub-Präsident Herbert Fritzenwenger eifrig die Werbetrommel, ehe er mit seinem Amtsvorgänger Harald von Knoerzer-Suckow und Claus Pichler die Ehrung von Norbert Baier vornahm. Sichtlich gerührt nahm der scheidende Wettkampfsekretär die Glasskulptur entgegen: „Es war eine schöne Zeit. Ich bin dankbar, dass ich so lange für den Biathlon in Ruhpolding tätig sein durfte.“ Seiner Nachfolgerin Maria Wünn wünschte er alles Gute. Sie gehört seit Jahren zum eingespielten Team im Wettkampfbüro mit seinen vielfältigen Aufgaben und hat mittlerweile auch die nötige Ausbildung zur internationalen Kampfrichterin absolviert. rse

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