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Nach Herzstillstand während EM-Match

Eriksen meldet sich mit Selfie aus Krankenhaus: „Geht mir...“

Fußball EM – Christian Eriksen
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Dänemarks Christian Eriksen während einer Trainingseinheit im Ceres Park. Beim Spiel der Fußball-EM zwischen Dänemark und Finnland ist es zu einem tragischen Vorfall um den dänischen Star Christian Eriksen gekommen. Der Spieler von Inter Mailand kollabierte am Samstag (12.06.2021) während der Partie und blieb regungslos liegen.
  • Martina Hunger
    VonMartina Hunger
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  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
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Der dänische Fußball-Nationalspieler Christian Eriksen muss nach seinem Kollaps weiter im Krankenhaus bleiben, ist nach Angaben seines Beraters aber auf dem Weg der Besserung. Nun meldete er sich erstmals selbst aus dem Krankenhaus.

Update, Dienstag (15. Juni) - Eriksen meldet sich erstmals öffentlich aus Krankenhaus

Dänemarks Fußball-Star Christian Eriksen hat sich zum ersten Mal seit seinem Zusammenbruch am Samstagabend an die Öffentlichkeit gewandt. „Großer Dank für eure lieben und großartigen Grüße und Nachrichten aus der ganzen Welt. Das bedeutet mir und meiner Familie viel“, schrieb der 29 Jahre alte Spielmacher von Inter Mailand in einer Instagram-Botschaft, die auch der dänische Verband am Dienstagmorgen veröffentlichte. Zu der Nachricht gehört auch ein Foto, das Eriksen lächelnd und mit erhobenem Daumen in seinem Krankenhaus-Bett zeigt.

Update, 20.42 Uhr - Eriksen will sein Team als Fan unterstützen

Die Dänen versuchen nach dem Drama um ihren Star Christian Eriksen beim Spiel gegen Finnland (0:1), allmählich in die Normalität zurückzukehren.

Eriksen selbst ist auf dem Weg der Besserung. „Wir haben uns heute Morgen gehört. Er hat gescherzt, er war guter Stimmung, es geht ihm gut“, sagte Berater Martin Schoots der „Gazzetta dello Sport“ in einem Interview. „Wir wollen alle verstehen, was ihm passiert ist, das will er auch: Die Ärzte machen gründliche Untersuchungen, das braucht Zeit“, ergänzte Schoots.

Gegen Belgien am Donnerstag will Eriksen sein Team als Fan unterstützen. „Wir werden für Christian spielen und für alle, die uns unterstützt haben“, sagte der ehemalige Bayern-Profi Pierre-Emile Höjbjerg im EM-Quartier in Helsingör bei Kopenhagen. Kritik gab es vonseiten der Spieler an die UEFA, die beide Teams nach Angaben von Schmeichel vor die Wahl gestellt: Entweder das Spiel wird noch am selben Abend oder am Sonntagmittag fortgesetzt.

Update, 17.09 Uhr - Dänemark-Torwart Schmeichel besucht Eriksen im Krankenhaus

 Dänemarks Nationaltorwart Kasper Schmeichel hat seinen Teamkollegen Christian Eriksen bereits am Sonntag im Krankenhaus in Kopenhagen besucht. Das bestätigte der 34 Jahre alte Keeper am Montag bei mehreren Interviews im EM-Quartier der Dänen in Helsingör. „Ich fühle mich jetzt deutlich besser als am Samstag. Es war toll, Christian zu sehen“, sagte Schmeichel dem dänischen Sender TV2. „Wir sprachen über alles und nichts.“

Der 29 Jahre alte Eriksen war während des dänischen Auftaktmatches gegen Finnland (0:1) auf dem Spielfeld zusammengebrochen und wiederbelebt worden. Nach Angaben des Mannschaftsarztes Morten Boesen erlitt der Spielmacher von Inter Mailand einen Herzstillstand.

Die genauen Ursachen dafür sind aber noch unbekannt. „Sein Zustand ist der gleiche wie gestern: stabil und gut“, sagte der dänische Verbandssprecher Jakob Höyer am Montagmorgen in Helsingör. „Im Laufe des Tages stehen neue Untersuchungen an.“

Update, 12.33 Uhr - Eriksen auf Wikipedia für tot erklärt

Noch während die Ärzte um das Leben von Christian Eriksen kämpften, wurde dieser auf Wikipedia offenbar bereits für tot erklärt. Bei Wikipedia handelt es sich um eine freie Enzyklopädie - hier kann jeder beitragen, mit der Folge, dass schnell auf aktuelle Ereignisse reagiert werden kann. Die negativen Seiten zeigten sich aber aktuell beim Drama um den dänischen Nationalteamspieler: In mehreren Sprachausgaben der Enzyklopädie wurde der Tod Eriksens verkündet. Während, wie der „Standard“ berichtet, bei manchen Ausgaben die Formulierung „ist ein Fußballspieler“ auf „war ein Fußballspieler“ geändert wurde, gingen manche Wikipedia-Varianten weiter. Bei der deutschen Ausgabe wurde der 12. Juni als Todestag eingefügt, ähnliches war in der dänischen Ausgabe zu lesen.

Die Abänderungen hatten weitreichende Folgen. Denn Wikipedia ist eine wichtige Quelle für Googles „Knowledge Graph“. So wurde die Information über Eriksens Ableben auch Nutzern angezeigt, welche sich bei der Suchmaschine über Fußballspiele informieren wollten.

Trotz des raschen Eingreifens der Wikipedia-Moderatoren, welche zu rigorosen Sperren griffen, verbreiteten sich die Gerüchte in Windeseile. Tatsache ist: Eriksen ist im Spiel gegen Finnland nicht gestorben, er konnte auf dem Spielfeld erfolgreich wiederbelebt werden.

Erstmeldung: Nach Kollaps - Eriksen mit emotionaler Botschaft aus dem Krankenhaus

„Wir haben uns heute Morgen gehört. Er hat gescherzt, er war guter Stimmung, es geht ihm gut“, sagte Martin Schoots der „Gazzetta dello Sport“ (Montag) in einem am Sonntag geführten Interview. „Wir wollen alle verstehen, was ihm passiert ist, das will er auch: Die Ärzte machen gründliche Untersuchungen, das braucht Zeit“, ergänzte Schoots.

Danke euch allen für das, was ihr getan habt. Ich gebe nicht auf“, ließ Eriksen aus dem Krankenhaus über seinen Manager weiter verlauten. „Ich fühle mich jetzt besser - aber ich möchte verstehen, was passiert ist.“

Nach Herzstillstand: Eriksen von Anteilnahme berührt

Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler Eriksen hatte am Samstagabend kurz vor der Halbzeitpause des Gruppenspiels gegen Finnland einen Herzstillstand erlitten und musste auf dem Rasen wiederbelebt werden. Im Krankenhaus in Kopenhagen stabilisierte sich sein Zustand. „Er war glücklich, weil er gesehen hat, wie viel Liebe er um sich herum hat. Er hat Nachrichten aus aller Welt bekommen“, berichtete Schoots von seinem Besuch beim Profi vom italienischen Meister Inter Mailand.

„Es war das Schönste für mich, Christian lächeln zu sehen“, sagte der dänische Nationaltrainer Kasper Hjulmand am Sonntag. Eriksen war in der Partie am Samstag in Kopenhagen zusammengebrochen, erlitt einen Herzstillstand und musste wiederbelebt werden. Millionen Menschen an den Bildschirmen, im Stadion und auf dem Rasen bangten um das Leben des 29-Jährigen.

„Die halbe Welt hat sich gemeldet, alle waren besorgt“, sagte der Berater über die Anteilnahme nach dem öffentlichen Zusammenbruch. „Christian gibt nicht auf. Er und seine Familie wollen sich bei allen bedanken.“ Eriksen werde Montag und „vielleicht auch Dienstag“ unter Beobachtung im Krankenhaus bleiben. „Jetzt muss er sich erholen, seine Frau und die Eltern sind bei ihm“, sagte Schoots. Der Mittelfeldspieler verfolge aber auch die dänischen EM-Spiele weiter: „In jedem Fall will er sein Team gegen Belgien als Fan unterstützen.“

Kritik an Fortsetzung der Partie nimmt zu

Auch zwei Tage nach dem Vorrundenspiel Dänemark gegen Finnland (0:1) ist der dramatische Kollaps des dänischen Mittelfeldstars das beherrschende Thema bei der Fußball-EM. „Es war das Schönste für mich, Christian lächeln zu sehen“, sagte der dänische Nationaltrainer Kasper Hjulmand bereits am Sonntag.

Auch interessant: Eriksen-Schock weckt Erinnerungen bei Fußballern in Rosenheim und Kirchanschöring (Plus-Artikel)

Schon im Laufe des Sonntags konnte der Profi von Inter Mailand vom Krankenhaus aus per Videoanruf mit seinen Teamkollegen und dem Trainer sprechen. Die Dänen werden das Turnier fortsetzen. Die Kritik daran, dass auch ihre Partie gegen Finnland am Samstag nach einer 107 Minuten langen Unterbrechung wieder aufgenommen wurde, wächst aber. Nachdem zunächst nur Fans und Experten den europäischen Fußball-Verband UEFA deshalb attackiert hatten, schlossen sich inzwischen auch immer mehr die dänischen Offiziellen an. „Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass wir wieder auf dem Platz hätten sein sollen“, sagte etwa Coach Hjulmand.

„Schocksituation, eine Schockstarre“

Der Sportpsychologe René Paasch geht unterdessen davon aus, dass der dramatische Zusammenbruch des Mittelfeldstars der dänischen Fußball-Nationalmannschaft noch länger zu schaffen machen wird. Solch ein plötzlich auftretendes Ereignis bedeute für die Mitspieler „natürlich auch eine Schocksituation, eine Schockstarre, die dazu führen kann, dass man selbst auf einmal Angst aufbaut und Sorge hat“, sagte Paasch in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sprechen dann in solch einem Moment auch wirklich von einer posttraumatischen Belastungsstörung, die sich manifestieren kann, indem man viele traurige Phasen hat, nicht schlafen und sich nicht konzentrieren kann.“

Paasch sagte, die von diesem Vorfall betroffenen Personen müssten über einen längeren Zeitraum fachkundig begleitet werden. „In solchen plötzlichen Momenten, in Notfallsituationen, ist es ganz wichtig, dass Menschen sich trauen, aufeinander zuzugehen. Das heißt, auch wirklich zuzuhören, sich viel Raum zu geben und in irgendeiner Form mitzuteilen“, sagte der erfahrene Sportpsychologe. Sein Tipp: „Man sollte Protokolle schreiben, wie sich die Spieler verhalten haben über die Tage hinweg. Wie haben sie geschlafen, welche Gesprächsthemen bewegen sie?“ Dafür müsse man jemanden ins Boot holen, „der sich therapeutisch damit gut auskennt“.

dpa/mz

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