Volleyball

Nach Heimspielkrimi: Mühldorf besiegt TuS Kriftel mit 3:2 – und die Frisur sitzt!

Avancierte trotz Verletzung zum wichtigsten Mühldorfer Spieler: Fabian Bartsch bei der Annahme, im Hintergrund Hauke Ferch und Kilian Nennhuber (von links).
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Avancierte trotz Verletzung zum wichtigsten Mühldorfer Spieler: Fabian Bartsch bei der Annahme, im Hintergrund Hauke Ferch und Kilian Nennhuber (von links).

Innstädter ringt Südhessen in fünf Sätzen nieder und sichert sich damit den sechsten Sieg in Folge. Fabian Bartsch dreht trotz Knieverletzung das Spiel zugunsten der Hausherren.

Mühldorf – Spielanalysen auf beiden Seiten – Mühldorfs Trainer Michi Mayer wusste, dass da mit dem TuS Kriftel eine hungrige Mannschaft nach Mühldorf kommen würde, die gerne am 3:2-Erfolg der Vorwoche gegen Leipzig anknüpfen wollte. Sie war auch dazu verdammt: Denn mit erst 12 Punkten auf dem Konto steht das Team aus Südhessen mit dem Rücken zur Wand, muss unbedingt punkten, um mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu haben.

Gäste brillierten in der Abwehr

Tatsächlich machten es die abwehrstarken Gäste den Mühldorfern bei deren Heimspiel in der Mittelschulturnhalle nicht gerade leicht. Starke Aufschläge und eine hervorragende Feldabwehr ließen die Partie zum offenen Schlagabtausch werden, letztlich mit dem besseren Ende für das Team aus Mühldorf, das nach einem 3:2 (21:25/ 25:19/ 22:25/ 25:14/ 15:7) auf Rang sechs vorrückt.

Michi Mayer musste den Ausfall von drei Spielern kompensieren

Trainer Mayer war allerdings gefordert vor dieser Sonntagspartie. Gleich drei Spieler standen nicht zu Verfügung. Muskuläre Probleme und Blessuren am Knorpel hemmten die Youngsters Tim Aust und Jonathan Helm; Zied Chalghmi fiel weiterhin wegen Knieproblemen aus. Mayers Taktik: Fabian Bartsch sollte die Schlagkraft der Mühldorfer über Außen erhöhen, stattdessen erhielt Fabian Liemer als Diagonalspieler das Vertrauen der beiden Mühldorfer Trainer Michi Mayer und Sepp Wolf.

Mühldorfer hatten die Haare schön – sie haben sich selbst die Haare geschnitten

Den Start verschliefen die Mühldorfer dann aber, die top gestylt zum Spieltag erschienen waren. „Weil die Friseure geschlossen haben, haben sich die Jungs gegenseitig die Hare geschnitten. Sie wurden sich zugelost“, schmunzelte Mayer noch vor der Partie. Doch schon der Startphase war dann schon zum Haare raufen. Schnell lag Mühldorf mit 5:9 im Hintertreffen. Gerade als sie haarscharf dran war, das Spiel zu drehen, humpelte Fabian Bartsch. Nach einem Zusammenstoß mit Kilian Nennhuber hatte er sich das Knie verdreht, musste bei 10:11 gegen Fritz Vähning ausgewechselt werden. Mühldorf blieb zwar dran, doch Kriftel ließ nicht mehr locker. Auch wegen eines stark spielenden Cedric Braetsch im Außenangriff zogen die Gäste den Satz an Land.

Mayer vertraute auf Fabian Liemer

Mayer vertraute weiterhin auf seine Taktik, wechselte lediglich Hauke Ferch gegen Fritz Vähning ein, um über den Außenangriff die Erfahrung wirken zu lassen und die Annahme zu stabilisieren. Tatsächlich kam Mühldorf besser ins Spiel. 8:2, 13:7, 17:9 – das war eine sichere Angelegenheit für Mühldorf, zumal Kriftels Diagonalspieler Marius Büchi hinter den Erwartungen zurückblieb, nur wenige Bälle „tot“ machte. Mühldorf hingegen spielte wie entfesselt, auch weil Kapitän Tom Brandstetter Verantwortung übernahm und fast sämtliche Angriffe forderte – und auch die Bälle haargenau von seinem Bruder Alex zugespielt bekam.

Glänzend aufgelegter Libero Felix Blume

Im dritten Durchgang dann wieder der Schnitt. Mayer hatte Vähning für Ferch starten lassen. Mühldorf mangelte es gegen eine stark verteidigende Krifteler Mannschaft um den glänzend aufgelegten Libero Felix Blume an Durchsetzungskraft am Netz, außerdem war dem TSV in entscheidenden Spielphasen keine Glückssträhne gegönnt, man lag stets mit drei Punkten zurück. Mayer brachte Bartsch für Liemer und Ferch für Vähning. Der Zug war aber schon abgefahren (22:25).

Ein Dutzend knallharter Aufschläge von Fabian Bartsch

Alles schien nun für Kriftel zu laufen, mit 6:2 führten die Südhessen bereits in Durchgang Nummer vier, als Fabian Bartsch zum Aufschlag kam und mit einem Dutzend knallharter Sprungaufschläge die Gäste rasierte. Mit der 15:6-Führung war Kriftels Widerstand gebrochen, gegen die nun auch block- und abwehrstarken Mühldorfer gelang nur noch eine Ergebniskosmetik zum 25:14.

Flo Gschnwendtner am Netz überragend

Im fünften Satz ließen sich die Mühldorfer nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Zuspieler Alex Brandstetter servierte hart und spielte einen 7:2-Vorsprung heraus. Am Netz überragend: Flo Gschwendtner, der nicht nur Blockpunkte holte, sondern auch im Angriff Akzente setzte, fünf Zähler sollten in diesem Satz auf ihn gehen. Keine Chance für den TuS Kriftel, der schließlich mit 7:15 die Haare gestutzt bekam.

Bartsch sichert sich zum sechsten Mal den MVP-Titel

„Die Feldabwehr war wirklich schwer zu knacken“, musste nach dem Spiel auch Fabian Bartsch anerkennen. Zum sechsten Mal in dieser Saison wurde der Mühldorfer zum wertvollsten Spieler auf TSV-Seite ausgezeichnet, beim TuS Kriftel war diese Belobigung Libero Felix Blume vergönnt. Mühldorf klettert nach sechs Spielen ohne Niederlage auf Rang sechs hoch und freut sich nun auf das Oberbayern-Derby nächste Woche in Grafing. Am Samstag dürfen die Mühldorfer dann beim Tabellenzweiten aufschlagen, der am Wochenende mit jeweils 3:0 Leipzig und Dresden das Fürchten gelehrt hatte. enk

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