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SKILANGLÄUFERIN SCHÖPFT MUT

Nach der Diagnose nimmt Nadine Herrmann nun Olympia ins Visier

Nadine Herrmann will nach schwierigen Monaten noch einmal angreifen.
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Nadine Herrmann will nach schwierigen Monaten noch einmal angreifen.

Der letzte Winter war ganz schön verzwickt für Skilangläuferin Nadine Herrmann vom Stützpunkt in Ruhpolding. Nach dem Verpassen der Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf hatte sie sogar in Karriereende in Erwägung gezogen. Nach einer unerfreulichen Diagnose packt Herrmann aber noch einmal an und hat die Olympischen Spiele im Blick.

Ruhpolding – Die Zweifel sind weg. Nach einer schwächeren Frühjahrssaison weiß Skilangläuferin Nadine Herrmann (Bockauer SV) aus dem Stützpunkt Ruhpolding nun, was sie in der vergangenen Saison ausgebremst hatte: Sie hat Belastungsasthma. Auch wenn die Diagnose letztlich eher unerfreulich ist, bedeutete sie für die 25-Jährige eine Erleichterung. Hatte sie zuvor mit sich gehadert und sogar ihr Karriereende erwogen, so hat sie nun entschieden: „Ich will es probieren. Ich bleibe weiterhin in Ruhpolding und habe die Olympischen Winterspiele 2022 als Ziel.“

Große Unterstützung erhalten

Geholfen hatte – neben der Diagnose – die große Unterstützung aus dem Umfeld mit Trainer, Sportkollegen und Familie. „Ich habe über meine Zukunft viel mit meinen Eltern geredet und sie haben mir geraten, ich solle mir Zeit nehmen und in Ruhe überlegen.“

Schon vor der Saison hatte Herrmann sich vorgenommen, nach diesem Winter zu entscheiden, wie es mit ihrer Karriere weitergehen solle. Nach gutem Saisonstart war sie dennoch nicht zur Tour de Ski nominiert worden. Das war gleich doppelt ein harter Schlag: Einerseits wegen der Enttäuschung darüber, andererseits, weil ihr der Wettkampf-Rhythmus so ebenso verloren ging wie einige Chancen, sich für die Heim-Weltmeisterschaften in Oberstdorf zu qualifizieren.

„Muss lernen, mit den Medikamenten zu arbeiten“

Dass es anschließend nicht nach Wunsch lief, verunsicherte Herrmann: „Ich habe mich ja auch nie wirklich krank gefühlt“, erinnert sie sich. Doch die 25-Jährige bemerkte, dass es nicht nur am fehlenden Rhythmus lag, dass ihre Wettkämpfe nicht nach Wunsch verliefen. Das Belastungsasthma, das sich über Jahre hin aufbaut, hatte sich bislang nur mit leichten Symptomen gezeigt. „Heuer hatte ich dann zeitweise ein Enge-Gefühl unter Belastung und auch zum Teil Krämpfe nach der Belastung.“ Andere Möglichkeiten – zum Beispiel eine Corona-Erkrankung – waren ausgeschlossen, „weil ich ja schon seit Oktober regelmäßig getestet wurde“. In der Vorbereitung auf diesen Winter hatte die Sportsoldatin „so viel trainiert wie noch nie zuvor – und ich war auch so viel wie noch nie zuvor in der Kälte“. So kam es wohl dazu, dass sich heuer das Belastungsasthma so deutlich zeigte. „Einerseits ist es gut, zu wissen, was es ist – andererseits muss ich erst einmal lernen, mit den Medikamenten zu arbeiten. Ich hoffe, dass ich damit gut umgehen kann – denn es ist ja auch nicht gesund, mit Problemen Wettkämpfe zu laufen.“

Es gebe zwar keine Garantie, dass die Medikamente helfen, „aber ich hoffe, dass es besser wird“. Dazu bedürfe es einiger Geduld, „das kann Monate dauern“. Mut macht ihr das Beispiel der US-Amerikanerin Jessica Diggins: Auch die 29-Jährige, die heuer die Gesamtwertung der Tour de Ski und des Weltcups zu ihren Gunsten entschieden hatte, leidet an Belastungsasthma.

Schweiz-Tour war „Balsam für die Seele“

„Ich war froh darüber, Mitte März die Saison beenden und danach in der Schweiz laufen zu können.“ Herrmann verbrachte mit Langlauf-Kollegin Sofie Krehl (SC Oberstdorf) einige Schneetage in der Schweiz. „Ich habe mich sogar an Skitouren versucht“, lacht sie, schließlich „ging es darum, Spaß im Schnee zu haben“. Den hatte sie, daher war diese Zeit „Balsam für die Seele. Da kam auch der Glaube an mich selbst zurück“, freut sie sich.

Die 25-Jährige absolvierte danach einen dreiwöchigen Lehrgang an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf. Mit dem Training ging es ab Anfang Mai wieder richtig zur Sache. Die Vorbereitung sei „immer ein schmaler Grat. Man muss so viel wie möglich und nötig machen – ist es aber zu viel, baut sich die Ermüdung erst über Wochen auf und ist auch nicht so schnell zu kompensieren“, weiß sie.

Daher ist Nadine Herrmann froh darüber, dass sie am Stützpunkt in Falk Göpfert und Frank Nitsch zwei Trainer hat, denen sie sehr vertraut. „Mit Falk kann ich viel über Trainings-Methodik sprechen. Er macht die Pläne, und die Zusammenarbeit hat sich sehr gut entwickelt.“ Mit Frank Nitsch, der schon länger am Stützpunkt ist, „kann ich viele persönliche Gespräche führen“, freut sie sich. Zwar sei der Qualifikationszeitraum für die Olympischen Winterspiele kurz, „aber wir glauben daran“, zeigt sich Herrmann zuversichtlich.who

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