Mutig – aber nicht entscheidend – 1860 Rosenheim verliert Heimspiel gegen Bayreuth 0:1

Die Entscheidung im Jahnstadion: Unter Torwart Alin Goia rutscht der Ball zum 0:1 ins Netz.
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Die Entscheidung im Jahnstadion: Unter Torwart Alin Goia rutscht der Ball zum 0:1 ins Netz.
  • Thomas Neumeier
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In der Tabelle ist zumindest nicht viel passiert. Weil auch Konkurrent SV Heimstetten auswärts ohne Punktgewinn blieb, hat sich für den TSV 1860 Rosenheim nach der 0:1-Heimniederlage gegen die SpVgg Bayreuth im Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga Bayern nichts verändert. Das ist die Positivste aller Erkenntnisse aus der Begegnung im Jahnstadion.

Rosenheim– Sechziger-Trainer Thomas Kasparetti, der mit Florian Heller einen neuen Assistenten an seiner Seite hatte, sah nach der 0:1-Heimniederlage seines Teams gegen Bayreuth positive Aspekte: „Das war viel besser als in der letzten Woche. Wir waren kompakter und viel mutiger im Anlaufverhalten.“ Sein Fazit: „Da war sehr viel Gutes dabei!“ Bayreuths Trainer Timo Rost bestätigte: „Rosenheim hat uns das Leben schwer gemacht, in der ersten Halbzeit hoch angelaufen und die Räume eng gemacht.“ Er und seine Truppe hatten das Spiel dann aber durchschaut und das richtige Rezept parat: „Wir mussten das Spiel in die Breite ziehen und noch mehr über Spielverlagerungen kommen“, erklärte Rost. Damit wurden die Räume für seine gefährlichen Angreifer frei und so kamen die Gäste nach dem Wechsel immer öfter und mit klareren Aktionen in den Rosenheimer Strafraum.

Engagiert an der Seitenlinie: Florian Heller (links), der neue Co-Trainer von Chefcoach Thomas Kasparetti.

Mehrere unglückliche Faktoren bei Bayreuths Tor

So deutete sich der Führungstreffer dann auch immer mehr an, ehe der Ex-Zweitligist in der 79. Minute jubeln durfte. Alexander Nollenberger zog auf der linken Seite nach innen und drückte ab, der Ball wurde noch abgefälscht, titschte auf dem nassen Rasen auf und rutschte dem bis dato sicheren 1860-Tormann Alin Goia unter dem Körper hindurch. Sicherlich spielten dabei mehrere unglückliche Faktoren eine Rolle, ganz frei von Schuld kann sich der Torhüter aber nicht sprechen. Der Treffer war auch Produkt eines weiteren taktischen Zuges von Rost: Er ließ die beiden Außenspieler Nollenberger und Patrick Weimar die Seiten tauschen, sodass Rechtsfuß Nollenberger beim Treffer auf seinem Weg nach innen den Ball gleich auf dem starken Fuß hatte. Kurz davor war Weimar, der sich in der ersten Hälfte auf der linken Außenbahn nicht groß in Szene setzen konnte, von rechts gefährlich in den Strafraum eingedrungen und ging zu Boden – der Elferpfiff von Schiri Ostheimer blieb allerdings aus. „Das war direkt vor meinen Augen, den kann man geben. Da gibt es keine zwei Meinungen“, befand Rost.

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Niederlage kein beinbruch, aber ärgerlich

Für die Sechziger ist die Niederlage gegen eines der Spitzenteams der Regionalliga kein Beinbruch, aber durchaus ärgerlich, weil man mehr als eine Halbzeit lang auf Augenhöhe war. Im ersten Durchgang musste Bayreuths Keeper Sebastian Kolbe bei einem Distanzschuss von Julian Höllen eingreifen und hatte einmal Glück, dass ein abgefälschter Versuch von Korbinian Linner knapp am Pfosten vorbeitrudelte – da wäre Kolbe nie und nimmer noch rangekommen.

Starker Einsatz von Korbinian Linner, die folgende Gelegenheit wurde aber vergeben.

Bayreuther schon im Aufbau empfindlich gestört

In der Tat hatten die Rosenheimer durch ihr frühes Anlaufen die Bayreuther schon im Aufbau empfindlich gestört und oft in Zweikämpfe verwickelt. Diese Taktik ging auf, ehe Bayreuth umstellte und die Rosenheimer dann immer öfter Ball und Gegner nachliefen. Und der Mut der Hausherren ging dann verloren, je näher man sich dem gegnerischen Strafraum näherte. Auch deshalb brachten die Sechziger trotz offensiver Aufstellung kaum gefährliche Szenen im Sechzehner zustande. Bezeichnend war der Angriff beim Stand von 0:0, als der eingewechselte Lucas Markert den Ball nicht anbrachte und so eine Überzahlsituation am Strafraum nicht genutzt wurde. „Es war klar, dass wir nicht Chancen in Hülle und Fülle bekommen“, rechtfertigte Kasparetti. Die fehlende Konsequenz dort, wo es entscheidend wird, war aber schon eklatant.

Auch deshalb konnte sich Rost freuen, dass „wir auswärts fast gar nichts zugelassen haben“. Er ärgerte sich nur, „dass wir die Gelegenheiten zum zweiten Tor nicht genutzt haben. Dann hätten wir eher Ruhe gehabt.“ Bayreuths Sturmführer Markus Ziereis führte dies darauf zurück, „dass wir den letzten Pass nicht gut genug gespielt haben“. Der Ex-Löwe sprach aufgrund der Steigerung nach der Pause von einem „hochverdienten Sieg“. Für die Franken hat sich in der Tabelle schon etwas getan: Dank der Schweinfurter Niederlage ist man wieder dick drin im Titelrennen.

Spielstatistik

TSV 1860 Rosenheim:Goia, Sattelberger, Heiß, Wallner, Moser, Shabani, Höllen, Majdancevic (ab 46. Markert), Linner, Keereerom, Demolli (ab 83. Zimmerschied).

Schiedsrichter: Ostheimer (TSV Sulzberg).

Zuschauer:200.

Tor:0:1 Nollenberger (79.).

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