Mund abwischen und weiter siegen

Dynamisch zum Erfolg:Nelson (im Angriff) war zuletzt gesundheitlich angeschlagen. Gegen Zschopau soll er wieder die Kohlen aus dem Feuer holen. Mit einem Sieg wollen sich die Aufsteiger vom TSV Mühldorf vom Jahr 2019 verabschieden, um damit auch als Tabellenführer Silvester zu feiern. Enzinger

Mühldorf. – Die Drittliga-Volleyballer des TSV Mühldorf sind auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Nachdem die Truppe um Trainer Michi Mayer einen furiosen Start als Aufsteiger in die dritthöchste deutsche Spielklasse hingelegt hatte, vier Spiele in Folge ohne Satzverlust gewann und erst nach sieben Partien die erste Niederlage erfolgt war, ist nun Sand im Getriebe. Gegen den Tabellenletzten aus Niederviehbach nur mit Müh‘ und Not gewonnen (3:2), beim 1:3 gegen die starken Zirndorfer zuletzt ohne Punktgewinn geblieben. Ist jetzt Krisenstimmung?

„Krisenstimmung nicht, aber sauer bin ich trotzdem“, sagt Trainer Mayer dazu. Sauer auch deswegen, weil Mühldorfs Coach in der letzten Woche, beim 1:3 in Zirndorf, nicht mit dabei sein konnte. Er steckte im Stau bei München fest. Allerdings hat er inzwischen kritische Videoanalyse betrieben, muss zugeben: „Zirndorf hat richtig gut gespielt. Wenn wir den hart umkämpften dritten Satz gewinnen, geht das Spiel vielleicht ganz anders aus!“ Doch es hat nicht sollen sein.

Auch weil Mühldorf mit ungewohnt vielen individuellen Fehlern aufgefallen war, hieß am Ende der Sieger Zirndorf.

Von einem Ende der Euphorie will Mayer aber nicht sprechen. „Man muss ehrlicherweise schon auch sagen, dass wir zu Beginn der Saison einige wacklige Ergebnisse hatten. Die Partien hätten auch anders ausgehen können. Gegen Zirndorf hat es uns jetzt halt erwischt.“ Dass dies auch am aktuellen Formtief von Diagonalspieler Nelson liegen könnte, leugnet Mayer nicht. „Er ist immer noch verschnupft“, erklärt er, schiebt aber gleich hinterher, dass sich Fabian Liemer zuletzt als Alternative durchaus bewährt habe.

Wenn es am Samstag auswärts zum ersten Rückspiel gegen den Achtplatzierten VC Zschopau geht, dann fordert Mayer einen Sieg, ähnlich klar wie beim 3:0 im Hinspiel. Mannschaftliche Geschlossenheit, heißt das Motto. „Denn es darf nicht sein, dass wir uns von der Leistung eines einzigen Spielers abhängig machen.“ Mit Fabian Bartsch und Thomas Brandsetter hätten die Mühldorfer zwei schlagkräftige Argumente im Außenangriff gegen die gut eingespielte Stamm-Sechs der Zschopauer. Vor allem über die zuletzt starken Aufschläge wollen die Tabellenführer aus Mühldorf den Gegner bezwingen. Einziger Schwachpunkt: Die Annahme, das weiß auch Mayer. Das ließe sich auch nicht in der Kürze der Zeit ändern. Mit der Reduzierung der Eigenfehlerquote sei aber schon viel erreicht.

Ein Sieg im letzten Spiel des Jahres wäre wünschenswert, um als Tabellenführer auf das neue Jahr anzustoßen. Vor allem im Hinblick auf die schwere Partie, die die Mühldorfer dann am 18. Januar zu stemmen haben.

Dann geht es auswärts gegen den VC Dresden, den die Mühldorfer im Hinspiel zwar noch klar mit 3:0 besiegt hatte, der sich aber zuletzt von Spiel zu Spiel gesteigert hatte, schon drei Siege in Folge verbuchte und sich mit nun 20 Zählern auf dem Konto auf Rang vier der Drittliga-Tabelle vorgeschoben hat, vier Punkte hinter Tabellenprimus Mühldorf.

Und auch die anderen Verfolger lauern: Der Zweite aus Friedberg (23 Punkte) will gegen den Zehnten MTV München punkten. Und die „Black Mambas“ vom Drittplatzierten vom TSV Eibelstadt (21 Punkte) wollen gegen den VSV Jena ihre Giftzähne ausfahren. je

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