Mühldorfs Volleyballer erstmals in der Favoritenrolle: Mit 105 Prozent zum nächsten Sieg?

Unermüdlicher Leistungsträger im Team des TSV Mühldorf: Fabian Bartsch holte gegen Bliesen 26 Punkte, also umgerechnet einen ganzen Satz.
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Unermüdlicher Leistungsträger im Team des TSV Mühldorf: Fabian Bartsch holte gegen Bliesen 26 Punkte, also umgerechnet einen ganzen Satz.

Nach zwei Siegen in Folge stehen die Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer vor dem Auswärtsspiel am Samstag in Kriftel vor einer neuen Situation: Sie sind erstmals Favorit.

Mühldorf – Es ist eine Situation, an die sich auch Mühldorfs Trainer Michi Mayer erst gewöhnen muss: „Wir sind bislang in jedes Spiel als Außenseiter gegangen. Klar, stets mit dem Ziel die Partie zu gewinnen, aber mittlerweile hat sich die Situation geändert. Gegen Kriftel sind wir der Favorit!“

Nach zwei Siegen in Folge auf Platz sechs

Ein Blick auf die Tabelle der 2. Volleyball-Bundesliga gibt ihm in dieser Einschätzung recht. Mühldorf steht nach zwei Siegen in drei Spielen auf Platz sechs der Tabelle, der TuS Kriftel, Gegner im Samstagsspiel (20 Uhr in Kriftel) nach drei Niederlagen auf Rang zwölf. Doch Mayer relativiert: Die Tabelle sei nach nur drei Spieltagen nicht aussagekräftig. „Kriftel hatte zum Auftakt mit Grafing, Gotha und Leipzig enorm starke Gegner!“ Er rechnet beim Auswärtsspiel in Südhessen mit einer starken Mannschaft, „weil sie dazu verdammt ist zu gewinnen, um sich vom Tabellenkeller abzusetzen.“

Sechsstündige Fahrt an den Taunus

Der Mühldorfer Trainer kann natürlich auf eines zählen, wenn er die sechsstündige Fahrt an den Taunus antritt: Mühldorf ist selbstbewusst, geradezu euphorisch, nachdem die Truppe um Kapitän Tom Brandstetter vergangene Woche im Hexenkessel von Mühldorf den TV Bliesen mit 3:1 niedergerungen hatte. „Die Jungs geben immer 105 Prozent. Der Wahnsinn!“, würdigt Trainer Mayer die Leistungsbereitschaft seiner Spieler, natürlich wohlwissend, dass man die starke Spielweise nicht automatisch voraussetzen darf.

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Starke Leistungen der Leistungsträger

Klar stachen zuletzt die Leistungen der Leistungsträger heraus. Diagonalspieler Fabian Bartsch hatte gegen Bliesen 26 direkte Punkte erzielt, Zied Chalghmi und Tom Brandstetter waren auf jeweils zehn Punkte gekommen, ein Dutzend Punkte gingen auf das Konto von Mittelblocker David Fecko. Doch gerade Letzterer zeigte sich zuletzt etwas angeschlagen, von kleinere Blessuren in den Gelenken berichtet Mayer.

„Natürlich habe ich die Befürchtung, dass die physische Belastung und das zuletzt konsequent hohe Niveau nicht dauerhaft bewerkstelligt werden kann“, gibt Mayer deswegen offen zu. Umso wichtiger sei es, dass sich die Punktgewinne auf alle Mannschaftsteile verteilen. Beispiel Jonas Zusann: Der Youngster war gegen Bliesen im zweiten Satz eingewechselt worden, blieb gelassen und servierte gleich Mal ein Ass: „Er hat damit den Durchgang mitentschieden, war vielleicht sogar spielentscheidend, wenn man betrachtet, dass der Satz äußert knapp mit 32:30 an uns gegangen ist.“ Mayer erwähnt aber auch Flo Gschwendtner. „Der macht zwei Punkte in Folge – Satzgewinn für Mühldorf!“ Kaum zu glauben, welchen qualitativen Sprung nach vorne der Mittelblocker getan hat, der bis vor zwei Jahren noch in der Landesliga gespielt hat und nun eine tragende Rolle in der 2. Bundesliga spielt.

Mannschaftliche Geschlossenheit und positive Einstellung

Es sei die mannschaftliche Geschlossenheit und die positive Einstellung des Teams, die für die bisherigen Erfolge ausschlaggebend seien, meint Mayer. Die Grundlage für die beiden Siege lieferten die Aufschläge, da ist sich Mayer sicher. „Die haben das Kombispiel auf der Seite von Bliesen komplett unterbunden.“ Und wenn einmal ein Angriff zustande gekommen sei, dann sei die Abwehr gut gestanden. Wenngleich Mayer betont: „Da ist sogar noch Luft nach oben!“

Luft nach oben beim Gegner

Luft nach oben ist auch noch beim TuS Kriftel, der zuletzt beim Tabellenführer, den L.E. Volleys aus Leipzig mit 0:3 unter die Räder gekommen ist. In der Nachlese zum Spiel heißt es, dass der TuS sich schwer getan habe, sein Angriffsspiel aufzuziehen. In jedem Satz musste die Hausherren einem Rückstand nachlaufen, den sie zwar teilweise egalisieren konnten, doch etwas Zählbares sprang nicht heraus. Das Resümme der Krifteler nach Niederlage Nummer drei: Die TuS muss konstant 100 Prozent Leistung bringen, wenn sie eine Chance haben will, die Klasse zu halten. Mühldorf steht gerade bei 105 Prozent. Ob das für den Auswärtssieg reicht? enk

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