Spiel gegen Hammelburg

Mühldorfs Trainer Mayer beklagt 20 Aufschlagfehler: „Damit kann man kein Spiel gewinnen!“

Bereicherte am Wochenende das Spiel der Mühldorfer: Tobias Besenböck agierte als Diagonalspieler und sicherteden Innstädtern einige Punktgewinne.
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Bereicherte am Wochenende das Spiel der Mühldorfer: Tobias Besenböck agierte als Diagonalspieler und sicherteden Innstädtern einige Punktgewinne.

TSV Mühldorf hat in der 2. Volleyball-Bundesliga keinen Plan B gegen eklatante Schwäche im Service - Tobi Besenböck überzeugt als Diagonalspieler, aber gegen Hammelburg reicht das nicht.

Mühldorf – Das Pech klebt weiter an den Turnschuhen des TSV Mühldorf in der 2. Volleyball-Bundesliga. Gegen den TV/DJK Hammelburg kamen die Jungs vom Inn trotz engagierter Gegenwehr nicht über ein 0:3 hinaus. Zum dritten Mal in Folge blieben die Mannen um Trainer Michi Mayer ohne Satzgewinn. Beim 15:25, 25:27 und 22:25 machte aber auch Schiedsrichter Erik Winter keine gute Figur.

Ärgerliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters in heißer Phase des Spiels

Es ist der dritte Satz. Mühldorf spielt auf Augenhöhe mit Hammelburg, als die wohl umstrittenste Entscheidung des Schiedsrichtergespanns fällt. Bei einer 22:20-Führung der Gastgeber aus Hammelburg, werten die beiden Schiedsrichter einen Ball der Gastgeber aus Nordbayern, der klar im Aus war, für Hammelburg. Anstatt 22:21 steht es plötzlich 20:23. Danach geht Trainer Michi Mayer ein hohes Risiko ein, als er Neuzugang und 2-Meter-Mann Luis Großmann ins Spiel bringt, um den Block zu verstärken. Der aber war bei seinem Bundesliga-Debüt überfordert, nimmt erst schwach an und pritscht dann den Ball an der Antenne vorbei ins Feld. Den ersten Matchballwehren die Mühldorfer noch ab, den zweiten – ein risikoreicher Aufschlag von Tobias Besenböck – landet im Aus. Spiel, Satz uns Sieg Hammelburg.

Bartsch als Außenangreifer und Besenböck auf Diagonal – diese Rechnung ging auf

Der verschlagene Aufschlag von Besenböck passte eigentlich so gar nicht ins Leistungsbild des Neuzugangs aus Dachau. Der 18-Jährige hatte bis dato nämlich eine überragende Partie gespielt. Trainer Michi Mayer hatte den sprunggewaltigen Angreifer als Diagonalspieler gebracht und Fabian Bartsch neben Kapitän Tom Brandstetter als Außenangreifer aufs Feld gebracht. „Taktisch gesehen ging eigentlich alles auf. Wir waren für alle Eventualitäten gerüstet. Etwa wenn die Annahme von Fabian Bartsch nicht halten sollte, Besenböck die Aufgaben doch nicht erfüllen sollte. Oder Flo Gschwendtner am Block hinter den Erwartungen zurückbleiben würde. Worauf wir allerdings nicht vorbereitet waren, waren die vielen Fehler im Aufschlag!“, ärgert sich Michi Mayer über die verpasste Chance, Hammelburg Punkte abzuknöpfen.

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Hammelburg war geschwächt – aber nur von der Papierform her

Insgesamt zählte der Mühldorfer Coach 20 Aufschlagfehler der Mühldorfer. „Und damit kann man kein Spiel gewinnen“, so die Schlussfolgerung des Mühldorfer Trainers, der sich viel ausgerechnet hatte, nachdem Hammelburgs Bester - der ehemalige Erstligist Lorenz Karlitzek – verletzungsbedingt nicht dabei war und auch Zuspieler Marian-Laurentiu Vinatoru der Mannschaft wegen einer corona-bedingten Zwangspause nicht zur Verfügung stand.

Debüt im Trikot der Mühldorfer für Luis Großmann

Sämtliche Hoffnungen auf einen Sieg wurden schon zu Beginn von Hammelburg zunichtegemacht. Mühldorf lief einem ständigem Rückstand hinterher (1:4,2:6, 8:16). Zu stark waren die Hammelburger um ihren Kapitän und Diagonalangreifer Oscar Benner im Angriff und auch im Block. Nur äußerst schwer zu knacken die Abwehr der Hammelburger um ihren glänzend aufgelegten Libero Lukas Baden, der am Ende zum MVP auf Hammelburger Seite ausgezeichnet wurde (bei Mühldorf war es Zuspieler Alex Brandstetter). Bei 12:20 versuchte es Michi Mayer noch mit einem Doppelwechsel, als er Zuspieler Tim Aust für Tobi Besenböck brachte und Luis Großmann als Diagonalspieler für Zuspieler Alex Brandstetter auf das Feld kam.

Klare Sache in Satz eins für Hammelburg

Doch die Gastgeber ließen sich die Führung nicht mehr nehmen, bejubelten wenig später den 25:15-Satzerfolg. Im zweiten Satz agierten die Mühldorfer zunehmend aggressiver, die Aufschläge wurden sicherer, es gelang den Innstädtern, Druck aufzubauen. Allerdings dauerte es, bis zum 9:11 bis die Mühldorfer das Zepter an sich rissen, vier Punkte in Serie brachten die 13:11-Führung. Dann ging es hin und her mit wechselnder Führung. Erst bei 19:19 erspielten sich die Mühldorfer einige Vorteile, bejubelten beim 24:22 dann bereits den möglichen Satzgewinn, nachdem ein umstrittener Angriff der Hammelburger offenbar an der Netzkante hängengegeblieben schien, der Schieri aber weiterspielen ließ. Hammelburg sah nun die Chance, den Satz doch noch zu drehen, warf in der Abwehr alles in die Waagschale und schaffte, den Durchgang zu drehen (27:25).

Mühdorfer standen sich selbst im Weg

Mühldorf gab noch nicht auf, musste aber zu Beginn von Durchgang drei eine Serie in Kauf nehmen (2:5). Mayer nahm sofort eine Auszeit, die Spieler sammelten sich, egalisierten nach cleveren Angriffen einen 4:7-Rückstand und der TSV zog auf 11:8 davon. Hammelburg behielt die Nerven, hechtete sich nach jedem Ball und mit Moritz Rauber am Aufschlag hieß es bald schon wieder 12:12. Alleine mit ihrer eklatanten Aufschlagschwäche standen sich die Mühldorfer selbst im Weg. Genau diese Punkte fehlten am Ende, um Hammelburg in die Knie zu zwingen, stattdessen jubelten die Hausherren (22:25).

Trainer Mayer bleibt optimistisch: Verfolger auf Distanz halten

Trotz der dritten Niederlage in Folge blieb Trainer Michi Mayer am Sonntag noch relativ gelassen. Nach 17 von 28 Spielen hat der Aufsteiger einen passablen 7. Platz inne. Es sei zwar nach den Worten von Mayer aussichtslos, bei der Qualität von Karlsruhe, Grafing oder Mimmenhausen weiter nach vorne zukommen. Doch sein Fokus richtet sich ohnehin auf die Verfolger. „Die müssen wir weiterhin auf Distanz halten“, so Mayer, der weiß, dass die nächsten Wochen eine besondere Herausforderung werden. Routinier Zied Chalghmi fällt wohl noch zwei Wochen aus, Mittelblocker Jonathan Helm ebenso. Und zuletzt war auch an einen Einsatz von Hauke Ferch nicht zu denken, der sich im Training am Donnerstag eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte und am Wochenende passen musste.

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