Nach Sprung auf Platz 7

Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer wollen den Aufwärtstrend fortsetzen

Gegen die Jungs aus Friedrichshafen in starker Verfassung: David Fecko machte 15 direkte Punkte im Angriff und im Block, zeigte dabei auch Emotionen.
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Gegen die Jungs aus Friedrichshafen in starker Verfassung: David Fecko machte 15 direkte Punkte im Angriff und im Block, zeigte dabei auch Emotionen.
  • Josef Enzinger
    vonJosef Enzinger
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Neun Sätze, vier Punkte und einen Platz in der Tabelle der 2. Bundesliga Süd gut gemacht: Nach drei Niederlagen in Folge konnte die Mannschaft des TSV Mühldorf am vergangenen Wochenende wieder Boden gut machen und sich auf Rang sieben verbessern. Am Sonntag, 16 Uhr, gastiert Freiburg in Mühldorf.

Mühldorf – Der Punktgewinn von Mühldorfs Volleyballern am Samstag beim 2:3 gegen die bislang ungeschlagene Mannschaft des TSV Mimmenhausen war bemerkenswert. Zu einem wahren Kraftakt gestaltete sich das Spiel des Aufsteigers am Sonntag, ebenfalls vor Geisterkulisse in der Mühldorfer Mittelschulturnhalle, gegen die Youngsters aus Friedrichshafen, das die Mühldorfer mit 3:1 für sich entschieden haben.

Harte und risikoreiche Sprungaufschläge

„Solche Spiele müssen wir gewinnen, wenn wir uns einen festen Platz in der Liga sichern wollen“, hatte Trainer Michi Mayer noch vor der Partie gesagt. Mit harten und risikoreichen Sprungaufschlägen. Aber auch mit einem cleveren Angriffsspiel hatten die Mühldorfer die langen Kerls vom Bodensee am Boden gehalten, doch Leistungsschwächen konnten sie sich während des Spiels nicht leisten. Friedrichshafen bestrafte dies sofort. Den ersten Satz gewannen die Gäste aus Baden-Württemberg dann auch knapp mit 25:23, es folgte ein knappes 25:22 in Satz zwei und ein hart umkämpfter dritter Satz, in welchem die Friedrichshafener sogar schon einen Satzball haten. Letztlich waren dann aber die Mühldorfer Sieger (27:25).

Mühldorf hatte die Gäste mürbe gespielt

Im vierten Durchgang dann hatten die Mühldorfer die Gäste mürbe gespielt. Immer wieder waren es die dynamischen und schnellen Angriffe über Mühldorfs Kapitän Tom Brandstetter und Fabian Bartsch, gegen die die Friedrichshafener am Ende kein Rezept mehr hatten (25:19).

Bemerkenswert: Fabian Bartsch konnte sich mit seinem beherzten Angriffs- und Aufschlagsspiel nach dem Spiel gegen Mimmenhausen ein weiteres Mal, insgesamt schon vier Mal, den Titel des wertvollsten Spielers auf Mühldorfer Seite sichern. Auf 17 Punkte brachte es der aufgrund seiner Effizienz im Angriff auf die Position des Außenangreifers gewechselte Mühldorfer gegen Mimmenhausen, gegen Friedrichshafen waren es 15 Punkte. Doch auch auf den anderen Positionen lief es fast reibungslos. Tom Brandstetter und David Fecko brachten es jeweils auf starke 28 Punkte.

Die Breisgauer stehen auf dem 9. Tabellenplatz

Diese Ausbeute und Stärken im Mühldorfer Angriff beobachtet natürlich der Gegner am Wochenende, der FT 1844 Freiburg, mit Argusaugen. Der Gegner am kommenden Sonntag (16 Uhr, Mittelschulturnhalle) trat zuletzt vor allem gegen Teams an, die ihre Stärken im Block haben und über sehr hohe Angreifer verfügen. Beim 3:2 gegen Hammelbug und Leipzig hatten die Breisgauer, die derzeit Platz neun in der Tabelle einnehmen, auf der ganzen Linie überzeugt. Die Gäste wissen aber auch ganz genau: Mühldorf pflegt einen etwas anderen Stil: „Sie sind eher etwas kleiner, spielen aber sehr schnell und mutig, erzeugen viel Druck im Aufschlag und finden clevere Lösungen im Angriff“, erklärt Jakob Schönhagen. Anstatt im Block hat Freiburgs Trainer die Stärken der Gastgeber eher in der Feldabwehr ausgemacht. In Ersterem könnte ein Ansatzpunkt für die Freiburger liegen.

Mühldorfs Abteilungsleiter Stefan Bartsch ist zuversichtlich

Zudem hofft man, die Mühldorfer Annahme in die Bredouille zu bringen. Ziel müsse es sein, so Schönhagen, die Hausherren aus dem Flow zu bringen, den sie für ihr mutiges Spiel benötigen. Wenn ihnen die angesprochenen Umstellungen gelingen, könnten sich die Freiburger selbst als erfolgreiche Wellenreiter herausstellen.

Der Abteilungsleiter der Mühldorfer Volleyballer, Stefan Bartsch, blickt nach den Vorstellungen am Wochenende zuversichtlich auf die Partie gegen Freiburg. „Freiburg ist richtig gut und uns vor allem körperlich überlegen.“ Doch wenn Mühldorf sein Spiel durchzieht, gut aufschlägt und schnell spielt, werde Freiburg seine Probleme haben. „Wir sind schwer auszurechnen, wenn der erste Ball gut nach vorne kommt. Zuletzt haben die Spieler bewiesen, dass sie nicht harmlos über die Mitte sind, wenn denn der Ball auch präzise zum Zuspieler gespielt wird.“

Mühldorf geht mit komplettem Team in das Heimspiel

Mühldorf ist jedenfalls gewappnet. Trainer Michi Mayer kann auf der Mannschaftsliste alle 14 Felder füllen, nachdem auch der Langzeitverletzte Fabian Liemer wieder fit ist, gegen Mimmenhausen sogar schon einen Kurzeinsatz hatte. „Es zwickt noch etwas im Sprunggelenk, aber ich habe Lust zu spielen, bin voll motiviert“, erklärte der Allrounder im Team der Mühldorfer.

Wegen Corona findet auch dieses Spiel vor einer Geisterkulisse statt. Das heißt, es sind keine Zuschauer zugelassen. Aufgrund der guten Erfahrungen und positiven Resonanz in den vergangenen Wochen wird das Spiel am Sonntag gegen Freiburg ab 16 Uhr über www.sporttotal.tv im Livestream übertragen.

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