Quarantäne beendet

Mühldorf wieder coronafrei: Auswärtsspiel der Volleyballer am Samstag in Leipzig

Auf ein Neues: Nach zweiwöchiger Quarantäne wollen die Mühldorfer Volleyballer – im Bild Angreifer und Kapitän Tom Brandstetter – aus dem Vollen schöpfen und wichtige Punkte für den Klassenerhalt sammeln.
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Auf ein Neues: Nach zweiwöchiger Quarantäne wollen die Mühldorfer Volleyballer – im Bild Angreifer und Kapitän Tom Brandstetter – aus dem Vollen schöpfen und wichtige Punkte für den Klassenerhalt sammeln.

Die Quarantäne ist vorbei, seit Donnerstag trainieren die Mühldorfer Volleyballer wieder, nachdem die Corona-Nachtests negative Testergebnisse gebracht hatten. Einzig Mittelblocker David Fecko muss sich noch bis Freitagmitternacht gedulden.

Mühldorf – Ein negatives Testergebnis vorausgesetzt treten die Mühldorfer dann am Samstag beim Auswärtsspiel in Leipzig an. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat Mühldorfs Trainer Michi Mayer, den Kader um einen Spieler erweitert. Moritz Wöls, 1,94 Meter groß und Spieler der deutschen U17-Auswahl, wird als Mittelbocker auf der Bank Platz nehmen. Für den 15-Jährigen die Premiere im Trikot der ersten Mannschaft.

Unvorteilhafte Bedingungen auf beiden Seiten

Nach zweiwöchiger Abstinenz von der Turnhalle haben die Mühldorfer natürlich Trainingsdefizite, dazu kommt die lange Fahrt nach Leipzig, die es den Mühldorfer Spielern nicht leicht machen wird, beim Tabellennachbarn in Sachsen zu bestehen. Doch den L.E. Volleys aus Leipzig, die punktgleich hinter dem aktuell Siebten aus Mühldorf Platz acht einnehmen, ist es in den vergangenen Tagen nicht besser ergangen. Eine geschlossene Halle und damit fehlende Trainingseinheiten beklagen die L. E. Volleys, die am heutigen Samstag zum ersten Mal vor einer Geisterkulisse spielen werden, wenn um 19 Uhr zum ersten Aufschlag coronabedingt vor leeren Rängen angepfiffen wird.

„Das ist alles andere als eine einfache Saison“

„Das ist alles andere als eine einfache Saison. Das alles zerrt enorm an den Kräften“, berichtet Mühldorfs Sportdirektor Paul Brandstetter von den Unsicherheiten, mit denen der Volleyballtross aus der Innstadt Woche für Woche konfrontiert ist. „Man kann alles noch so gut vorplanen. Wenn es beim letzten Corona-Test vor dem Spiel ein positives Ergebnis gibt, steht wieder alles still“, beklagt auch Abteilungsleiter Stefan Bartsch die Unwägbarkeiten mit denen die Volleyballabteilung im ersten Jahr bei den Profis konfrontiert ist.

Immerhin: Die Mühldorfer haben mit ihrem bisherigen Auftreten in der Liga offenbar Eindruck hinterlassen. Zehn Punkte aus sechs Spielen - mit so einem fulminanten Start hatte niemand in den Reihen der Mühldorfer gerechnet. Und auch der Gastgeber in Leipzig zollt den bisherigen Leistungen der Innstädter Respekt: „Angesichts bisher überzeugender und erfolgreicher Auftritte des Aufsteigers ist von einem spannenden Duell auszugehen!“, lassen die Verantwortlichen im Vorfeld der Partie wissen.

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Mit Leipzig wartet ein starker Gegner

Von einer verletzungsbedingt schwierigen Saison ist bei den Sachsen die Rede, was sich auch an den bereits absolvierten Spielen ablesen lässt. Furios waren die L. E. Volleys in die Saison gestartet. Drei Siege in Folge standen zu Buche gegen Karlsruhe (3:0), gegen Bliesen (3:1) und gegen Kriftel (3:1). Danach folgten vier Niederlagen, chancenlos blieben die Sachsen gegen Grafing (3:0), gegen Delitzsch sicherten sich die Sachsen immerhin einen Punkt (2:3), bevor es im Derby gegen Gotha eine 1:3-Niederlage setzte und es schließlich auch gegen Hammelburg nichts zu holen gab (0:3). Bemerkenswert: Die beiden letzten Spielen fanden vor heimischer Kulisse statt. Im dritten Anlauf soll der erste Sieg in einem Heimspiel nun ausgerechnet gegen Mühldorf klappen. Den Gästen bescheinigen die Leipziger einen guten Angriff, starke Blocks und knallharte Sprungaufschläge. Sie kennen die Stärken der Mühldorfer über Videoanalysen, über die sie auch von den Zuspielerfinten, effektiven Pipes und der Abwehrstärke der Mühldorfer Kenntnis erlangt haben wollen.

„Nacheinander sind die Jungs wieder aus Quarantäne gekommen, es hat bis Freitag gedauert bis die Mannschaft wieder einigermaßen vollständig trainieren konnte“, berichtet auch Mühldorfs Trainer Michi Mayer von schwierigen Rahmenbedingungen. „Aber den L. E. Volleys geht es ja nicht anders!“ Entscheidend werde sein, „wer mit dem ganzen Corona-Durcheinander am Besten zurecht kommt“. Mayer sieht da durchaus in seinem Team die größere Kompensationsfähigkeit: „Den Fabi Bartsch kannst du um 3 Uhr nachts aufwecken. Dann spielt der!“ Positiv: Fabian Liemer mischt wieder mit nach seiner langen Verletzungspause, tastet sich Schritt für Schritt wieder an die frühere Leistungsfähigkeit heran.

Was die Schlagkräftigkeit der Sachsen angeht, genügt ein Blick auf die Statistik: Als bester Spieler der bisherigen Saison sticht Jérome Ptock ins Auge. Der 2-Meter-Mann im Mittelblock der Gastgeber wurde bereits drei Mal in der Saison als bester Leipziger Spieler ausgezeichnet. Es wird schwer werden, den Türken zu bändigen. Das weiß auch Mayer: Die beiden Mittelblocker sind extrem stark. Die müssen wir bändigen, unsere beiden Außenblocker werden da Sonderaufgaben bekommen.“ Doch auch über die Außenposition verfügen die Leipziger über geballte Angriffskraft: Lorenz Deutloff misst zwar nur 1,82 Meter. Das hinderte den sprunggewaltigen Angreifer allerdings bislang dennoch nicht daran, zweimal als bester Spieler ausgezeichnet zu werden. „Beide Leipziger Außenangreifer kennt man aus der Beachszene, sind auch als sehr gute Abwehrspieler bekannt.“

Einige Nachholspiele stehen auf dem Programm

Auch wenn sich das Jahr mit Riesenschritten dem Ende nähert und auch Weihnachten vor der Tür steht: Für die Volleyballer aus Mühldorf werden die nächsten Wochen alles andere als eine „stade Zeit“. Schließlich gilt es die coronabedingt ausgefallenen Spiele nachzuholen. Termine gibt es bereits: Am Sonntag, 22. November, solle es gegen die Volley Young-Stars Friedrichshafen gehen, am 19. Dezember kommt Hammelburg in die Mühldorfer Halle - sofern Corona es zulässt. Damit stehen bis Weihnachten sechs Heim- und zwei Auswärtsspiele auf dem Programm, beginnend mit der Fahrt nach Leipzig am Samstag.

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