Mühldorf holt wichtigen Dreier gegen ASV Dachau

Fabian Bartsch war in starker Verfassung und griff aus allen Lagen an. Enzinger
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Fabian Bartsch war in starker Verfassung und griff aus allen Lagen an. Enzinger

Mühldorf. – „Das ist mir schon wieder viel zu klar“, Abteilungsleiter Stefan Bartsch konnte seine Nervosität nicht verbergen.

Zu klar hatten die Mühldorf in Satz eins dominiert, waren mit 12:3 deutlich in Führung gegangen, griffen beherzt an, blockten effektiv und zeigten vor knapp 200 Zuschauern in Mühldorfs Mittelschulturnhalle pure Volleyballlust. Vorbei schien die Schmach von Niederviehbach aus der Vorwoche, als die Mühldorfer nocheine 2:0-Führung aus der Hand gegeben hatten. Diesmal aber behielten sie klaren Kopf, leistete sich nur in Satz drei eine Schwäche phase, am Ende stand ein 3:1-Erfolg (25:21/25:21/18:25/ 25:22) über eine junge und großgewachsene Dachauer Mannschaft.

Satz eins lief ganz nach Plan. Das berufsbedingte Fehlen von Nico Philipeit fiel nicht ins Gewicht, Iven Ferch und Flo Gschwendtner leisteten eine gute Blockarbeit, Tom Brandstetter und Fabian Bartsch, der später sogar zum wertvollsten Mühldorfer Spieler auserkoren wurde, griffen beherzt an. Diagonal hatte Trainer Michi Mayer aufFabian Liemer anstelle von Nelson gesetzt, und Liemer wurde diesem Vertrauen zwei Sätze mehr als gerecht. Für die sichere Annahme sollte an diesem Tag Hauke Ferch sorgen. Den Vorsprung, den sich die Mühldorfer gleich in der Anfangsphase erarbeitet hatten, konnten die jungen Dachauer – die meisten nicht einmal 20 Jahre alt – nicht mehr wettmachen. 17:9, 23:17, da ließen die Mühldorfer nichts mehr anbrennen (25:21). Lediglich die Einwechslung des Dachauer Hünen Fabian Suck (2,06 Meter groß) ließ die Dachauer hoffen, den Suck war nicht nur am Netz stark, sondern forderte die Mühldorfer auch mit unorthodoxen Flatteraufschlägen.

Mühldorf spielte mit dem 1:0 im Rücken weiter unbeschwert auf. In gleicher Besetzung war Mühldorf auch im zweiten Satz immer einige Punkte voraus, konnte sich erst beim 9:4 und später mit 16:9 absetzen. Die Aufholjagd der Dachauer, die mit gleich drei Zwei-Meter-Mannen am Netz aufwarteten begann zu spät, Mühldorf blieb mit 25:21 Sieger.

Nach der zehn Minuten Pause war dann aber der Wurm drin im Spiel der Mühldorfer, die es versäumten zu punkten, vor allem deswegen, weil gefühlt jeder zweite Aufschlag im Netz landete. Stattdessen kamen die abwehr- und annahmestarken Dachauer immer besser ins Spiel, Samuel Sadorf punktete zudem ein ums andere Mal auf der Diagonalposition. Lange verlief dieser Satz ausgeglichen, auf beiden Seiten mit viel Bodenkontakt und spektakulären Abwehrbällen. Dann plötzlich setzte sich Dachau ab. Erst mit 14:1, dann mit 19:15. Trainer Mayer brachte beim Stand vom 16:21 noch Nelson für den nunetwas glücklosen FabianLiemer am Netz. Doch auch der Jamaikaner konnte den Satzverlust nicht mehr abwenden (18:25).

Jetzt wurden die Spieler unruhig: Sollte sich die Niederviehbach-Schmach wiederholen? Mayer ließ die Start-Sechs so, wie sie im dritten Satz aufgehört hatte. Doch nun waren die Spieler wieder voll da, präsentierten sich aggressiv mit Iven Ferch im Block. Fabian Bartsch konterte die Angriffe der Dachauer mit intelligenten Schlägen und auch die Aufschläge trafen jetzt wieder ins Ziel. „Gerade als wir dabei waren, den Mühldorfern den Schneid abzukaufen, waren die wieder voll da“, bedauerte nach dem Spiel Dachaus Trainer Karl Kaden. Und auch Mühldorfs Trainer Michi Mayer war am Ende erleichtert da rüber, dass die Mühldorfer ihre Aufschlagschwäche hinter sich gelassen hatten und nun mit sichtlicher Spielfreude die Dachauer in die Knie zwangen. Allerdings schlich zum Ende des vierten Satzes noch ein Schlendrian ein. Mühldorf führte bereits klar mit 20:14, als sich Dachau mit starken Blocks wieder zurück ins Spiel kämpfte. Samuel Sadorf verkürzte mit seinem Aufschlag von 18:23 auf 22:23, bevor bei Aufschlag Nelson die Mühldorfer mit 25:22 endlich den Sack zu machten.

Auf den spielfreien Tabellenführer TSV Eibelstadt, der bei zwei Spielen mehr auf dem Konto 40 Zähler auf der Habenseite hat, verkürzten die Mühldorfer den Rückstand mit diesem Sieg und nun 36 Zählern auf vier Punkte. Eibestadt hat in der Saison noch zwei Spiele Gelegenheit, um das Punktekonto auszubauen, Mühldorf ist noch viermal gefordert. Es bleibt spannend im Kampf um den Aufstieg in die zweite Bundesliga.

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