TSV Mühldorf fährt selbstbewusst nach Mittelfranken: Herbstmeister in Zirndorf gefordert

Der Albatross am Netz:Mühldorfs Mittelblocker Iven Ferch (links am Netz) wird trotz seiner 2,08 Meter gefordert sein, um die aggressiven Angriffe des ehemaligen Mühldorfers Severin Bienek zu blocken. Enzinger
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Der Albatross am Netz:Mühldorfs Mittelblocker Iven Ferch (links am Netz) wird trotz seiner 2,08 Meter gefordert sein, um die aggressiven Angriffe des ehemaligen Mühldorfers Severin Bienek zu blocken. Enzinger

Volleyball 3. Liga: TSV Mühldorf hat beim Tabellenfünften noch mindestens eine Rechnung offen: Im team der Mittelfranken spielt inzwischen ein ehemaliger Mühldorfer, der den Innstädtern das Leben zur Hölle machen könnte

Mühldorf – Noch zwei Spiele in diesem Jahr, dann können die Volleyballer des TSV Mühldorf in die Weihnachtspause gehen. Sie haben es dabei selbst in der Hand, ob die Feiertage besinnlich werden. Denn bevor es am 14. Dezember ins erste Rückspiel zum Tabellenneunten VC Zschopau, sind die Drittliga-Volleyballer aus der Innstadt im letzten Spiel der Hinrunde am Samstag beim TSV Zirndorf gefordert. Eines vorweg: Die Herbstmeisterschaft ist den Mühldorfern nicht mehr zu nehmen. Denn der Vorsprung gegenüber dem Zweitplatzierten TSV Eibelstadt beträgt komfortable vier Punkte – und das mit einem Spiel weniger auf dem Konto.

Wiedersehen mit Severin Bienek

Trainer Michi Mayer könnte also entspannt in diese Auswärtspartie gehen. Doch Mayer plant langfristig, will einen Sieg, um weiteren Puffer aufzubauen: „Ich rechne mit einem Sieg gegen Zschopau. Wenn es auch gegen Zirndorf funktionieren sollte, dann haben wir ein gesundes Polster für die erste Aufgabe im neuen Jahr beim VC Dresden, könnten uns dann sogar eine Niederlage leisten, ohne dass es viel Schaden anrichten würde.“ Klingt einfach, in der Umsetzung allerdings ist das etwas schwierig. Denn: Zirndorf hat einen gewaltigen Heimnimbus, „ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass wir jemals in Zirndorf gewonnen hätten“, überlegt Mayer. Mit einer Einschätzung der Mittelfranken tut sich Mühldorfs Trainer jedenfalls sehr schwer: „Die haben in dieser Saison schon einige kuriose Ergebnisse geliefert, die wohl der Tatsache geschuldet sind, dass sie nicht zu jedem Spiel in voller Leistungsstärke aufgelaufen sind“, mutmaßt Mayer. Die können eine so starke Mannschaft wie den Aufstiegsaspiranten Dresden mit 3:1 vom Platz fegen, so wie am 17. November geschehen. Andererseits waren die Mittelfranken eine Woche zuvor noch mit einem klaren 0:3 beim ASV Dachau unter die Räder gekommen. „Auf jeden Fall dürfen wir die Zirndorfer nicht unterschätzen. Die sind immer gefährlich“, schwört Mayer seine Jungs auf eine kraftreibende Partie ein, in der die Innstädter mit einem ehemaligen Mühldorfer konfrontiert sein werden. Denn deren Diagonalspieler Severin Bienek hat sein Volleyballhandwerk als Jugendspieler beim TSV Mühldorf gelernt. Mit seinen 1,98 Metern sind aggressive Angriffe aus dem Hinterfeld vorprogrammiert bei dem 27-Jährigen, der in dieser Saison schon dreimal zum wertvollsten Spieler seines Teams ausgezeichnet worden ist.

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Auf so eine Auszeichnung wartet Mühldorfs Neuzugang und Diagonalspieler Nelson noch. Zuletzt – beim 3:2-Sieg über Niederviehbach – hatte sich aber auch keine Gelegenheit geboten, sich zu profilieren. Probleme mit der Annahme schränkten das Zuspiel von Alex Brandstetter ein. Nelson konnte sich aber auch deshalb nicht, wie gewohnt in Szene setzen, weil er mit einer Erkältung nicht aus dem Vollen schöpfen konnte. „Er hat auch die ganze Woche pausiert, angekündigt, dass er erst zum Freitagstraining wieder einsatzfähig ist“, erklärt Mayer. Diesen letzte Training vor der Fahrt am heutigen Samstag nach Mittelfranken (Spielbeginn 19.30 Uhr) will Trainer Mayer dann auch als Wegweiser dafür nehmen, wen er in die Annahme stellt. Zuletzt war dies die Achillesferse der Mühldorfer, gut möglich, dass er sich eine Alternative über die Liberoposition überlegt. Ob Hauke Ferch oder Xander Mühlbauer – das wird sich entscheiden. Auf jeden Fall werde es vor dem Training eine Videoanalyse geben, um dann auch auf die richtigen Sechs am Samstag zu setzen, kündigte Mayer noch gestern Vormittag an.

Sollte Nelson nicht wie erwartet fit sein, dann ist dem Mühldorfer Trainer nicht bange: „Fabian Liemer hat in den letzten Spielen selbst bei Kurzeinsätzen gezeigt, dass man auf der Diagonalposition immer auf ihn zählen kann!“

TSV steht bereits als Herbstmeister fest

Zur Ausgangsposition: Mühldorf ist Tabellenführer mit 24 Punkten auf dem Konto. Drei Punkte dahinter rangiert der TSV Eibelstadt, der diesmal spielfrei ist, ebenso wie der VC Dresden mit 20 Zählern. Friedberg auf rang vier muss am Samstagabend beim Tabellenletzten aus Niederviehbach ran. Der ASV Dachau (6. Platz/12 Punkte) versucht mit einem Sieg über den VC Zschopau (9. Platz/8 Punkte), den TSV Zirndorf auf Rang fünf einzuholen (14 Punkte).

Zweimal darf an diesem Wochenende der TSV Deggendorf ran: Am Samstag muss sich der Tabellensiebte (10 Punkte) beim VSV Jena (Platz 8/9 Punkte) profilieren. Am Sonntag müssen die Niederbayern dann gegen den VC Zschopau ran.

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