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In der 2. Volleyball-Bundesliga

Mit ungewöhnlicher Taktik zum Sieg – Mühldorfer Volleyballer mit 3:0 gegen Friedrichshafen

Ein Profi durch und durch: David Fecko (Bildmitte) kam auf die für ihn ungewohnte Position des Diagonalspielers und machte seine Sache unwahrscheinlich gut.
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Ein Profi durch und durch: David Fecko (Bildmitte) kam auf die für ihn ungewohnte Position des Diagonalspielers und machte seine Sache unwahrscheinlich gut.

„Wenn das nicht funktionieren sollte, bin ich der Depp! Aber recht viele Alternativen habe ich nicht“, sagte Mühldprfs Volleyball-Trainer Heiko Roth vor dem Heimspiel am Samstag gegen Friedrichshafen.

Mühldorf – Vähning und Tille verletzt, Kahn im Urlaub und Welsch bei der Beachvolleyball-WM. Da war guter Rat teuer im Vorfeld der Partie zwischen dem TSV Mühldorf und den YoungStars aus Friedrichshafen in der 2. Volleyball-Bundesliga. Doch Mühldorfs Cheftrainer Heiko Roth hatte sich ein Konzept überlegt, das schließlich voll und ganz aufgehen sollte: Mittelblocker David Fecko sollte zwar in der Mitte blocken, bei den Angriffen aber mit Hauke Ferch, der die Position zwei eingenommen hatte, tauschen und dann über Diagonal angreifen.

Rechnung sollte aufgehen

Noch im Vorfeld gab Roth zu: „Wenn das nicht funktionieren sollte, bin ich der Depp! Aber recht viele Alternativen habe ich nicht!“ Seine Rechnung sollte aber aufgehen. Mühldorf zeigte in der heimischen Nutz-Arena zu keinem Moment Schwächen gegen engagiert aufspielende Friedrichshafener. Wie aus einem Guss griffen die Mühldorfer an, sicherten sich nach nicht einmal 80 Minuten Spielzeit einen souveränen 3:0-Erfolg (25:22/25:21/25:20).

Furioser Auftakt gegen Schwaig reichte nicht

Nach dem Samstag-Sieg wartete die größere Herausforderung am Sonntagnachmittag mit dem SV Schwaig. Sechs Spiele hatten die Schwaiger in Folge gewonnen und waren damit zwischenzeitlich bis auf Rang zwei in der Tabelle vorgestoßen. Mühldorf begann furios, spielte quasi fehlerfrei, doch der SV Schwaig war an diesem Tag doch zu stark und krönte eine grundsolide Leistung schließlich mit einem 3:1-Sieg. (ausführlicher Bericht folgt).

Fecko auf die Diagonalposition

Zu Beginn des waren es noch die jungen Talente aus Friedrichshafen, die „Häfler“, die tonangebend waren. Zur ersten technischen Auszeit führten die Gäste in der Nutz-Arena mit 8:6. Dann aber griff immer mehr die Umstellung, die Trainer Roth vorgenommen hatte. Fecko auf die Diagonalposition zu stellen war dabei keine Willkürentscheidung des Mühldorfer Trainers. Beim Testspiel am Donnerstagabend gegen die Drittligisten des ASV Dachau hatte er zwei Sätze lang genau diese Taktik ausprobiert – und da war sie bereits aufgegangen. Mit 3:1 hatten die Mühldorfer das Team aus Dachau besiegt.

Am Samstag lag es zunächst an einem glänzend aufgelegten Fabian Bartsch, dass die Mühldorfer den Spielstand egalisieren konnten (11:11). Bartsch hatte clever aufgeschlagen, etwas Druck und Risiko aus dem Service genommen, aber dennoch die Annahme der Gäste gefordert. Hauke Ferch tat es ihm anschließend gleich und schnell hatte Mühldorf plötzlich die Führung übernommen (14:12).

Brandstetter schlug extrem stark und sicher auf

Die Häfler ließen nicht locker. Die 2-Meter-Hünen Philipp Herrmann und Carl Möller forderten über die Mitte Mühldorfs Bockspieler. Doch Hauke Ferch und Flo Gschwendtner waren da, wenn es darauf ankam. Nicht zuletzt, weil Capitano Tom Brandstetter extrem stark und sicher aufschlug und ein ums andere Mal punktete, sei es am Netz oder aus dem Hinterfeld, stand am Ende des ersten Satzes ein 25:22-Erfolg auf der Habenseite der Gastgeber.

YoungStars-Trainer Adrain Pfeghar versuchte noch, den Satz mit der Einwechslung des 2,05 Meter großen Lovis Homberger und Fabian Hosch im Zuspiel zu retten, doch vergeblich. Mit einem genialen Float-Aufschlag bereitete Hauke Ferch die Basis für den Satzgewinn.

Nachdem Alex Brandstetter in Durchgang eins mit einer Aufschlagserie die TSVler auf die Siegerstraße gebracht hatte, schenkte Trainer Roth seinem Zuspieler das Vertrauen, Satz zwei zu eröffnen. Tatsächlich ging Mühldorf mit 3:1 in Führung und verwaltete lange Zeit diesen hauchdünnen Vorsprung bis zum 16:14. Bei einer 18:15-Führung durfte dann Mühldorfs jüngster Spieler, der erst 15-jährige Felix Schinko, sein Debüt in der 2. Bundesliga feiern. Er kam für Mittelblocker Flo Gschwendtner zum Aufschlag und freute sich dann Wegbereiter der 19:15-Führung zu sein. Die YoungStars kamen noch einmal von 18:23 auf 21:23 heran, doch der Satz ging an Mühldorf (25:21).

Friedrichshafen wehrte sich

Aufgeben war allerdings keine Option bei den Gästen. Sie lagen im dritten Satz zunächst in Front (2:0), bevor erst Hauke Ferch im Aufschlag und danach David Fecko die Führung zurück nach Mühldorf holten. Thomas Brandstetter warf im Aufschlag alles in die Waagschale (10:6), doch Friedrichshafen wehrte sich, präsentierte im Angriff einige schnelle Kombinationen. Mühldorfs Zuspieler Alex Brandstetter konterte mit ebenso schnellen und raffinierten Angriffsvarianten, punktete mit einigen Zuspielertricks und schaffte es, selbst verunglückte Annahmen noch so auf die Außenposition zu schieben, dass danach etwas Zählbares für Mühldorf heraussprang. Zurecht brachte ihm das den MVP-Titel ein.

Hauptlast der Annahmen trug der Kapitän

Den Mühldorfer Libero hatten die Gäste weitgehend kalt gestellt. Nur sechs Annahmen zählte Kilian Nennhuber am Ende der Partie, die Hauptlast der Annahmen trug Kapitän Tom Brandstetter, doch auch hier bewies der Kapitän Übersicht. Aus dem Drei-Punkte-Vorsprung (16:13) zauberten die topmotivierten Mühldorfer bald eine 23:19-Führung. Den Matchball selbst durfte dann Hauke Ferch verwandeln. Der Aufschlag von Fabian Bartsch war so hart, dass die Gäste den Ball nicht in der eigenen Hälfte halten konnten. Ferch donnerte den Ball zum Sieg ins gegnerische Feld (25:20).

„Mitte habe ich noch nie gespielt. Man lernt nie aus“, freute sich der 25-Jährige über seine solide Darbietung.

„Eine Klasse Leistung und ein wichtiger Sieg, um die Verfolger auf Distanz zu halten“, zeigte sich Trainer Roth am Ende glücklich über die drei Punkte. (enk)

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