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SEIT DER KINDHEIT DAVON GETRÄUMT

Mit Supersprint direkt zu Olympia – Alexandra Burghardt aus Töging ist zweifache Deutsche Meisterin

Die Entscheidung üner 100 Meter: Die Tögingerin Alexandra Burghardt (Mitte) sprintet als Gewinnerin vor Lisa Mayer (rechts) ins Ziel.
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Die Entscheidung üner 100 Meter: Die Tögingerin Alexandra Burghardt (Mitte) sprintet als Gewinnerin vor Lisa Mayer (rechts) ins Ziel.

„Ich habe so lange versucht, den Knoten platzen zu lassen. Das ist nun geglückt. Die direkte Quali für Tokio ist ein Traum, den ich seit meiner Kindheit habe. Nun hab ich mir das erfüllt“, erklärt die Tögingerin Alexandra Burghardt und erzä#hlte von Gänsehautmomenten.

Von Franz Aichinger

Braunschweig/Töging – „Das war ein cooler Lauf“, bringt Alexandra Burghardt aus Töging ihr nahezu perfektes Rennen über 100 Meter bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig auf einen kurzen Nenner. Die Sprinterin von der LG Gendorf Wacker Burghausen nutzte die Abwesenheit von Vize-Europameisterin Gina Lückenkemper (SSC Berlin), die wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel passen musste, und stürmte in 11,14 Sekunden zu ihrem ersten nationalen Titel und zur direkten Olympia-Qualifikation. Ihre Karriere startete Burghardt bei der LG Neumarkt-Teising-Mettenheim und dem LAZ Inn (Mühldorf).

Erschöpft aber glücklich: Alexandra Burghardt liegt nach dem 200-Meter-Sieg auf dem Boden.

Nach dem Triumph durcheinander

Das Ticket zu den Spielen in Tokio vom 23. Juli bis 8. August hat die 27-jährige gebürtige Mühldorferin dagegen über 200 Meter verpasst – mit ihrer Siegeszeit von 23,15 schrammte sie an der Norm vorbei. Die 22,80 hat aber ohnehin noch keine DLV-Starterin geknackt. „Die Zeit war mir egal, ich war wirklich müde vom Vortag. Der Titel hat gezählt. Ich war emotional viel zu aufgewühlt und habe wenig geschlafen“, gibt „Alex“ Einblick in ihre Gefühlswelt. Die war nach dem Triumph über 100 Meter gehörig durcheinander. Deshalb sei ihr der Vorlauf über 200 Meter am Morgen auch „viel schwerer gefallen als das Finale, obwohl ich im Finale viel schneller gelaufen bin“.

„Ich habe so lange versucht, den Knoten platzen zu lassen“

So richtig fassen könne sie es ohnehin noch nicht, was ihr da im Eintracht-Stadion von Braunschweig für ein Coup gelungen sei. Das dauere wohl noch ein paar Tage, so die Doppelmeisterin gestern während der Heimfahrt im Gespräch mit der Heimatzeitung zu ihren Gänsehautmomenten. „Ich habe so lange versucht, den Knoten platzen zu lassen. Das ist nun geglückt. Die direkte Quali für Tokio ist ein Traum, den ich seit meiner Kindheit habe. Nun hab ich mir das erfüllt“, erklärt sie erleichtert.

Nach einer äußerst erfolgreichen Jugendzeit, wo die aus dem SV Teising hervorgegangene Athletin unter anderem Silber über 100 Meter bei der U23-EM 2015 holte, war sie bei den Frauen zwar immer gut dabei, aber nie ganz oben. „Es spielen viele Dinge eine Rolle. Ich bin das erste Mal seit Jahren gesund und hab keine großen Verletzungen. Mein Körper ist stabil, das war ein langer Weg“, erläutert die Wahl-Altöttingerin mit dem Verweis darauf, dass sie letztes Jahr alleine fünf Monate wegen ihrer Probleme mit der Patellasehne pausieren musste.

Vor dem Rennen zweimal mit dem Mentalcoach telefoniert

In dieser Zeit habe sie viel im Kraftbereich gearbeitet. Zudem wurde das Training umgestellt und den technischen Abläufen ein größeres Augenmerk geschenkt. Und: Burghardt widmete sich vor allem auch ihrer mentalen Stärke. Alleine vor dem Finale habe sie noch zweimal mit ihrem Mentalcoach telefoniert und sei dann entsprechend selbstbewusst aufgetreten. „Wir haben einen Plan gemacht. Seit zweieinhalb Jahren arbeiten wir daran, nun konnte ich ihn endlich umsetzen. Es hat alles gepasst“, sieht sie sich bestätigt.

Im und am Ziel: Alexandra Burghardt jubelt als Siegerin der 100 Meter.

Wenig Schlaf und viele Siegestränen

Dennoch war es eine große emotionale Reise, auf die sich Burghardt am vergangenen Wochenende gemacht hat. Nur eineinhalb Stunden habe sie in der Nacht nach ihrem Super-Sprint über 100 Meter und den anschließenden Siegestränen geschlafen, auch an Mittagsschlaf sei vor dem Finale über die doppelte Distanz nicht zu denken gewesen. „Ich war schon richtig platt und erschöpft. Deshalb bin ich richtig glücklich, dass es geklappt hat, obwohl die anderen Mädels richtig stark waren“, bekennt sie nach dem 200-Meter-Rennen, bei dem sie sich im Vorfeld eigentlich die größeren Chancen für die Olympia-Qualifikation ausgerechnet hatte.

Die aktuell schnellste Frau Deutschlands

Nach ein paar Tagen Pause, um „sich zu erholen und alles zu verarbeiten“, plant die aktuell schnellste Frau Deutschlands schon den nächsten „coolen Lauf“. Bei der Sparkassen-Gala am 20. Juni in Regensburg soll auch die magische Marke über 200 Meter fallen und zudem das Startrecht für Tokio in der 4 x 100 Meter-Staffel eingetütet werden, wo dem DLV-Quartett sogar Medaillenchancen eingeräumt werden.

Schließlich ist sich Alexandra Burghardt trotz ihrer Gala-Vorstellung bei der „Deutschen“ sicher: „Da ist noch Luft nach oben.“

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